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Honda Kanada: Politik zwingt Wandel zum E-Auto auf

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
5. Mai 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
5. Mai 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Grzegorz Czapski / Shutterstock.com

Home Elektroauto Hersteller

Im November 2019 haben wir erfahren, dass Honda sich bei der Elektrifizierung bis 2030 noch auf benzinelektrische Hybride und nicht auf reine Batterie-Elektroautos konzentrieren werde. „Ich glaube nicht, dass die Nachfrage nach Batteriefahrzeugen dramatisch ansteigen wird, und ich glaube, dass diese Situation weltweit zutrifft“, gab Honda-Chef Takahiro Hachigo zu verstehen. Es gibt seiner Meinung nach noch zu viele Probleme mit der Infrastruktur und der Hardware.

Honda will dennoch bis 2030 zwei Drittel seines weltweiten Umsatzes mit Elektrofahrzeugen erwirtschaften. Die gesamte europäische Produktpalette soll drei Jahre vor dem ursprünglichen Plan bis 2022 elektrifiziert werden. Der Hersteller nimmt zwar in Europa bereits Reservierungen für sein neues batteriebetriebenes Stadtauto Honda E entgegen. Die Auslieferung beginnt in diesem Sommer. Momentan sind Honda-Elektrofahrzeuge aber kaum mehr als Compliance-Fahrzeuge, etwa um die CO2-Grenzwerte des Flottenverbrauchs in der EU erfüllen zu können, so das Unternehmen selbst in bisherigen Stellungsnahmen.

Vergangene Woche gab dann der neue CEO von Honda Kanda, Jean Marc Leclerc, zu verstehen, dass man in puncto E-Auto-Offensive stark durch die Politik getrieben werden. Aus seiner Sicht nicht gerade ideal, da eher in E-Autos derzeit nicht die Lösung für den Klimawandel sieht. Denn Elektroautos seien aus Leclercs Sicht heutzutage noch zu teuer, nicht praktikabel sowie von Nachfrage am Markt verschont. Der CEO von Honda Kanada gibt zu verstehen, dass Käufer eines E-Autos wohl bereit seien einen Aufpreis von 700 Dollar mehr für den Kauf eines Elektrofahrzeugs zu zahlen, aber angesichts der notwendigen Investitionen „funktioniert die Rechnung nicht“. Denn in der Realität beträgt die Differenz zwischen E-Auto und Verbrenner mehr als die genannten 700 Dollar.

Gegenüber Windsor Star gab der CEO von Honda Kanada zu verstehen: „Niemand will darüber reden, wie viel Elektroautos kosten und was die Menschen bereit sind zu zahlen“. Die Politik schmiede einfach ihre Pläne und denkt, dass die Hersteller entsprechende Lösungen haben, „aber wir haben sie nicht“, so Leclerc. Aus seiner Sicht werden E-Autos im Moment als politische Lösung gesehen, um den Klimwandel zu bremsen. Dies sei in der Realität allerdings nicht der Fall. Beziehungsweise geht diese Rechnung nicht so ohne weiteres auf. Daher äußert sich Leclerc auch entsprechend deutlich und gibt zu verstehen: „Zwingen Sie keine Technologie auf. Erzwingen Sie keine Elektroautos, dass ist ein großes Thema bei der Einführung von Nullemissionsfahrzeugen. Denn selbst wenn wir die allgemeinen Standards der Regierung in Kanada erfüllen wollen, müssen wir eine Menge Benzin-Hybridfahrzeuge verkaufen.“

Quelle: electrek.co – New Honda Canada CEO dismisses electric vehicles as a ‘political agenda’

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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20 Comments
peter klikowitsch
peter klikowitsch
6 Jahre zuvor

Solange Honda nicht umdenkt werde ich sicher kein Auto von euch kaufen . Ihr seit nur lächerlich,denn dann schaut auf Tesla die zeigen das es geht und macht Gewinne.

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Helmuth Meixner
Helmuth Meixner
6 Jahre zuvor

Sind und waren solche FAKTEN ein Geheimnis? Nun hat die Industrie noch ganz andere Probleme, als mit „Verbrennern“ finanzierte Politik.

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Martin Hofstetter
Martin Hofstetter
6 Jahre zuvor

Warum zwingt die Politik die Hersteller? Weil sie uns sonst noch immer ihre Dreckschleudern verkaufen würden und uns nebenbei noch einreden würden es ist alles grün und gut für die Umwelt.
Gerade jetzt findet ein Umbruch statt, die die es nicht raffen werden auf der Strecke bleiben, da sind ganz sicher auch ein paar japanische Hersteller dabei – mein Gefühl sagt mir dass da die Autosparte von Honda ganz vorne dabei sein wird, so wie in Europa BMW.

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Kasch
Kasch
6 Jahre zuvor

E-Autos sind inzwischen über Laufzeit rentabel – unsere Energiewende in Deutschland wirds natürlich nie sein. Egal wie billig Strom für die Industrie wäre, mit künftigen Ausfällen der russischen Gasversorgung, oder der französichen Stromversorgung können keine Hochöfen wirtschaftlich betrieben werden. Derzeit mit Schweröltanker importierte Kohle aus USA zur Notversorgung wird sicherlich auch in massive Kritik geraten. Stahlherstellung, Giesereien (Metalle, Glas, etc.), selbst Raffinerien werden in Deutschland verschwinden. „Deutsche Energiewende“ = industrieller Shutdown.

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Uwe
Uwe
6 Jahre zuvor

Denken in linearen Strukturen, Kommunikation ohne Digitalisierung, Prozesssteuerung mit Software der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts und Industriekultur auf Eisen- und Stahlbasis, produziert mit fossiler Energie – das ist der Zustand unserer Wirtschaft.

Corona trennt jetzt die Spreu vom Weizen.

Für immer!

Es wird Zeit, dass die Finanzströme der Zukunft auf die Nachhaltigkeit und Ökologie ausgerichtet wird. Das geht nur bei konsequenter Veränderung der gesamten Sozio-Ökonomie.

Honda hat sich selbst von der Entwicklung völlig abgehängt. (- aber nicht nur Honda!)

Viele Länder haben bereits das Ende der Verbrenner-Technologie gesetzlich verankert und fix terminiert.

Bald wird auch VW zu den Befürwortern eines raschen Endes in Deutschland gehören. ;-))

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Strauss
Strauss
6 Jahre zuvor

Sobald der Umstieg auf voll E anläuft müssen auch die Japaner umstellen. Dies wird mit neuen Modellen allgemein, die preisgünstiger sind und weiter laufen, glücklicherweise verursacht. Nur die Japaner waren und sind immer noch die Platzhirsche im Fernen Osten im Automobilbau.Ohne die genauen Markzahlen heranzunehmen, in der Schweiz laufen vermutlich mehr solche als in ganz Europa. Als weiteres Beispiel, in Thailand sind MB und BMW das was Honda und Toyota in Europa. VW sieht man praktisch gar keine. Der Trend wie beim Strom, dort produzieren wo es gebraucht wird, kommt auch vermehrt bei den Autos. Oder sich vom weitentfernten Markt zurückziehen. Dies demonstrieren die AMIS bereits. Schiffstransporte werden künftig aus wirtschaftlichen und oekologischen Gründen immer mehr in Frage gestellt. Gut so , soll auch für alle anderen Güter die bis jetzt billig und auf schmutzigste Art produziert wurden gelten.

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Jürgen Schameitat
Jürgen Schameitat
5 Jahre zuvor

Liebe Leser, ich fahre seit zwei Jahren ein E-Auto (Renault Zoe). Ich bin sehr zufrieden und möchte bestimmt nicht mehr zurück zum Verbrenner. – Klar, ein Umbau der Mobilität geht nicht auf Knopfdruck. Anfangen muß man aber und die, die anfangen etwas zu ändern, werden dann leider oft belächelt. Ich gehe mal davon aus, dass die Fahrer erster Verbrenner auch von Kutschenbesitzern belächelt wurden? – Meine Zoe hat nur 51kW Leistung. Der Druck des schnellen Ladens ermöglicht wohl auch ein schnelles Entladen. Wenn ich mit einer hohen kW-Zahl laden kann, kann ich die Batterie wohl auch so heftig in einen sehr starken Motor entladen. Ob ich diese Leistung als Fahrer auch in Anspruch nehme, ist meine Entscheidung.

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