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Hyundai Nexo: Ohne Zukunft in Deutschland

DirkbyDirk
23. Mai 2020
Lesedauer: 4 Minuten
DirkbyDirk
23. Mai 2020
Lesedauer: 4 Minuten

© Abbildung(en): Dirk Kunde

Home Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

Der Hyundai Nexo ist ein besonderes Elektroauto. In seiner Brennstoffzelle wird während der Fahrt elektrische Energie erzeugt. Dazu benötigt man Wasserstoff und Sauerstoff. Eine vielversprechende, saubere Antriebstechnik, die in Deutschland leider keine Zukunft hat – zumindest nicht im Pkw.

Leichter, mehr Reichweite und schnell wieder vollgetankt. Es gibt gute Gründe, die für die Kombination von Brennstoffzelle und Wasserstoff im Auto sprechen. Leider reichen gute Gründe nicht für einen Markterfolg. In meinem Kanal Drehmoment teste ich Elektroautos. Auf einen Kommentar kann ich bei jedem Video bauen: „Wasserstoff ist viel besser, das ist die Zukunft“. So oder ähnlich schreibt es stets einer der Zuschauer.

Mich hat das nicht losgelassen. Darum habe ich mir eines der wenigen Serienfahrzeuge auf dem Markt für einen zweiwöchigen Test besorgt. Neben dem Toyota Mirai gibt es im Pkw-Bereich nur den Hyundai Nexo zu kaufen. Mit einem Startpreis von 79.000 Euro wahrlich kein Schnäppchen. Aber der SUV mit 666 km Reichweite (WLTP) bietet Oberklasse-Ausstattung und mit dem Premium-Paket (3.500 Euro) viel Assistenz. Neben Abstandstempomat und Spurhalte-Assistent weiß ich besonders den Einpark-Assistenzen zu schätzen. Der Wagen setzt auf Knopfdruck allein in Parklücken längs und quer zur Fahrbahn. Falls eine Lücke besonders eng ist, stellt man sich mit dem Funkschlüssel neben den Nexo und parkt den Wagen vorwärts oder rückwärts aus, ohne dass jemand am Lenkrad sitzt. Der Funkschlüssel wird zur Fernsteuerung.

Ebenfalls beeindruckend ist der Tote-Winkel-Warner. Sobald ich den Blinker aktiviere, erscheint auf dem Fahrer-Display das Kamerabild meines toten Winkels. Das Bild liefern Linsen unter den beiden Außenspiegeln. Beim Abbiegen in der Stadt übersehe ich so keinen Radfahrer oder Fußgänger, der eventuell von der B- oder C-Säule verdeckt wird. Auf der Autobahn gibt das Kamerabild einem beim Überholen ein sicheres Gefühl.

Voll getankt in fünfeinhalb Minuten

Ansonsten fährt sich der Nexo wie jedes andere elektrische Auto. Sanftes Anfahren, leises dahinrollen. Einziger Unterschied ist die Beschleunigungsleistung. Der SUV aus koreanischer Produktion ist mehr sanftes Familienauto statt rassiger Sportwagen. Er benötigt 9,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Die 440 Elemente der Brennstoffzelle können dem Elektromotor (120 kW/ 163 PS) an der Frontachse nur eine begrenzte Menge elektrische Energie zur Verfügung stellen.

Dirk Kunde

Dabei werden Beschleunigung als auch Überholvorgänge von einer Lithium-Ionen-Batterie unterstützt. Die ist mit 1,56 kWh recht klein, da man den Gewichtsvorteil des Wasserstofffahrzeugs nicht verlieren will. Der Nexo wiegt 1.948 kg bei 4,67 m Länge, 2,11 m Breite und einer Höhe von 1,64 m. Batterie-elektrische Autos in der Größe, die über 600 km weit kommen, wiegen in der Regel deutlich über zwei Tonnen. In diesem Fall genügen dafür 6,33 kg Wasserstoff in drei zylindrischen Tankbehältern, die deutlich leichter sind als eine Batterie. Voll getankt habe ich übrigens in fünfeinhalb Minuten.

Tanken nach Kilogramm statt Litern

Der Verbrauch des Nexos liegt auf meinen 1.500 Autobahn-Kilometern bei 1,1 kg pro 100 km (0,95 kg WLTP). Bei einem Kilopreis von 9,50 Euro kosten mich 100 km also 10,45 Euro. Noch ist Wasserstoff so teuer, weil die Absatzmenge so gering ist. Laut BAFA wurden seit Mitte 2016 gerade mal für 118 Brennstoffzellen-Fahrzeuge Umwelt-Boni ausgezahlt. Es gibt lediglich 83 Wasserstoff-Tankstellen in ganz Deutschland. Eigentlich müssten sich die Fahrer namentlich kennen. Treffen sie sich doch regelmäßig an den wenigen Zapfsäulen. Es ist ein Nischenmarkt.

Dirk Kunde

Zumindest im Bereich der Pkw wird das auch so bleiben. Die deutschen Autohersteller winken alle bei der Technologie ab. Zuletzt hat Daimler seinen GLC Fuel Cell in ein Joint Venture mit Volvo eingebracht. Allerdings soll da am Ende ein Wasserstoff-Lkw bei herauskommen. Für Nutzfahrzeuge geben die Auto-Manager der Brennstoffzelle in Europa eine Chance. Hier ist der Gewichtsvorteil entscheidend. In Japan und Korea glauben die Hersteller an das Elektroauto. Insgesamt soll die Brennstoffzellentechnik Energie für Züge, Schiffe, Drohnen als auch Wohnhäuser liefern. Wasserstoff ist ein geeigneter Speicher für grünen Strom.

Ein perfektes Familienauto

Der Nexo nutzt Hyundais Datenverbindung Bluelink. Mit der gleichnamigen App kann man den Wagen aus der Ferne orten, öffnen oder vorheizen. Routenplanungen lassen sich vom Smartphone an das Auto senden und die Restreichweite abrufen. Etwas aus der Zeit gefallen wirkt dagegen die „Brücke“. So nennt Hyundai die Mittelkonsole über einem Staufach. Hier oben habe ich sage und schreibe 40 Knöpfe und Drehräder zur Auswahl. Da bleibt nur Platz für einen Getränkehalter in der Mittelkonsole. Der Beifahrer hat dafür einen ausfahrbaren Becherhalter in der Nähe des Außenspiegels.

Dirk Kunde

Unter der Brücke wird es wieder zeitgemäß: Teil des Stauraums ist eine induktive Ladematte. Sie versorgt das Smartphone kabellos mit Energie (Qi Standard). Überhaupt bietet der Nexo drei USB- und zwei Zigarettenanzünder-Stromanschlüsse. Das Lenkrad und vier Sitze lassen sich beheizen. Die beiden Vordersitze kann man durch einen Luftstrom kühlen.

Dirk Kunde

Neben Komfort setzt Hyundai auf Nachhaltigkeit. In den Fußmatten sind Zuckerrohrfaser verarbeitet. Mais dient als Grundstoff für die Sitze, die Dachsäulen- und Türinnenverkleidungen. Die Farben im Innenraum basieren auf Ölen aus Raps und Soja.

Dirk Kunde

Dinge, auf die umweltbewusste Familien beim Autokauf Wert legen. Stauraum unter der Motorhaube bietet das E-Auto nicht. Hier nehmen Elektromotor und Brennstoffzelle sämtlichen Raum ein. In den Kofferraum passen 461 Liter. Legt man die geteilte Rückbank um, entstehen 1.466 Liter Stauraum.

Dirk Kunde

Der Nexo sorgt für bessere Luft

Noch kann man das AVAS, dass im Nexo VESS heißt, deaktivieren. So rollt man leise davon, nach wenigen Metern hört man lediglich, wie die vier Türgriffe einfahren. Der Nexo ist auf der Autobahn so ruhig wie ein batterie-elektrisches Auto. Der Innenraum ist gut gedämmt, so dass man kaum Wind- und Rollgeräusche wahrnimmt. Der Cw-Wert liegt bei 0,32, was an der massiven Fahrzeugfront liegen dürfte. Hier befinden sich die Lufteinlässe für den benötigten Sauerstoff. Die Außenluft wird von Feinstaubpartikeln gereinigt und in die Brennstoffzelle geleitet.

Der Nexo benötigt aber nicht sämtliche angesaugt Luft. Die überschüssige Menge entweicht gesäubert. Somit verbessert der Nexo die Luft in unseren Städten. Die Anzeige im Display sagt mir, ich hätte auf meiner letzten Fahrt die Menge Luft gereinigt, die 17 Menschen täglich zum Atmen benötigen. Ich fühle mich gleich besser. Schade nur, dass so wenig Wasserstoff-Autos auf unseren Straßen unterwegs sind, so dass der Reinigungseffekt vollkommen verpufft.

Dirk

Dirk

Dirk Kunde beschäftigt sich mit dem Wandel der Mobilitäts- und Energiebranche. Neben neuer Antriebstechnik und Vernetzung im Fahrzeug, bringt die Verknüpfung mit dem Energiesektor große Umbrüche. Bei seinen Praxistests hat der Diplom-Volkswirt stets ein Auge auf die wirtschaftlichen Aspekte. Ein Lächeln ins Gesicht zaubert dem technikverliebten Journalisten jede vernetzte Anwendung im Auto oder als App, die Mobilität komfortabler macht.

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109 Comments
Markus Doessegger
Markus Doessegger
6 Jahre zuvor

@Martin Berchtold:

Ich stelle hier nur Fakten dar und keine Wertungen pro/contra irgendwas.

Ich fühle mich niemandem überlegen, bin kein EFH Besitzer, beziehe nachweislich zu 100% Strom aus Flusskraftwerken, Biomasse und Solarenergie
und das sowohl am Wochenende wie heute oder mit Nachtstrom.

Meine 11kW Ladestation zu Hause habe ich selbst bezahlt und installiert.
Ich hätte gerne eine eigene PV Anlage und zwar ausschliesslich für mein Elektroauto, mit dem ich nur „LADEN“ kann.

Ich vergleiche weder ein Twike mit einem Twizy, einem Tesla Roadster, einem Tesla Model S/X/3/Y. Nur Äpfel mit Äpfeln.

Seit 2011 fahre ich eine Tesla Raodster (190’000km) mit einem Gesamtverbrauch über die ganze Distanz von 14.5kWh/100km und seit 2019 ein
Tesla Model 3 (28’000km) mit einem Gesamtverbrauch von 13.5kWh/100km.
Die Einbussen im Winter für meine beiden BEV’s sind < 8%. Temperaturbereich über einen Jahreszyklus ca. -5C .. +35C.
Das ist alles nicht geschönt sondern ganz einfach notierte Fakten und ich bin darin sehr genau.

Ich fahre sowohl meinen Roadster als auch das Model 3 so wie ich meinen BMW Z3 vor 10 Jahren gefahren bin, nämlich sehr moderat und vorausschauend,
genau so wie ich auch jedes andere Auto fahren würde, inkl. Ihrem Mirai.

Topograhie: Innerorts bis 50km/h, ausserorts bis 80km/h, Autobahn Innland (CH) bis 120km/h und Aussland ( die ganze Welt ) bis 130km/h.
Da die Schweiz meine Heimat ist, fahre ich min. 30% in den Bergen.
Ich fahre auch ab und zu auf Rennstrecken und nehme an Bergrennen teil und bin auch mit meinem Roadster um die Welt gefahren.
Auf dieser Promition Tour habe ich sehr viel gelernt und so an ein paar Stellen wurden mir die Augen geöffnet. Diese Erfahrungen zusammen
mit einem recht grossen Bekanntenkreis mit viel praktischer Erfahrung im Wissenschaftlich Technischen Bereich meine ich doch gewisse Dinge gut
einschätzen und auseinander halten zu können. Und ich vertete auch Nachhaltigkeit in der europaweit tätigen Firma in der ich seit 7 Jahren
als Software Entwickler arbeite.

Wohlverstanden, ich habe und hatte niemals Tesla Aktien, bin und war niemals Tesla Mitarbeiter und habe keine Assotiation zu Tesla.
Aber es steht mir in einer freien pluralistischen Gesellschaft zu, deren Vision mit zu tragen und das auch in einem Forum zu äussern,
so wie ich Ihnen das ebenfalls zugestehe.
Ich bin nur Angestellter ohne hohem BEV Ross und nehme niemals für mich in Anspruch den einen richtigen Weg zu kennen.

Arbeiten wir doch gemeinsam mit dem Motto "Leben und leben lassen" zugunsten den Patienten Klima.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit Ihrem Mirai und bleiben Sie gesund in diesen Corona Zeiten.

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Reinhard Kraemer
Reinhard Kraemer
6 Jahre zuvor

Keine Frage die Brennstoffzelle wird auch im Auto kommen, weil sie in naher Zukunft deutlich unter 1000€ pro Kw kosten wird.
Problematisch sind allerdings noch die Kosten für den Kohlefasertanks, wo eine Kostensenkung eher geringfügig möglich ist.
Aber warum wird eigentlich Ammoniak als grüner Treibstoff der Zukunft nicht auch beim Auto diskutiert. Er läßt sich problemlos in einem modifizierten Dieselmotor verbrennen. Heraus kommt Wasser und Luft, wenn die Stickoxide mit dem Restammoniak in einer ebenfalls leicht modifizierten Abgasreinigunganlage behandelt werden. Die Tanktechnik entspricht weitgehenst der Autogastechnik. Ja und grüner Ammoniak lässt für ca. 60 Cent pro Liter Verkaufspreis aus Pv Strom herstellen, wenn die Stromgestehungskosten bei 1 Cent liegen (südlich der Sahara kein Problem). Das entspricht dann einen Dieselpreis von ca. 1,2 €. Was will man mehr?

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Christoph
Christoph
6 Jahre zuvor

Man, warum entsteht immer diese müsige Diskussion um entweder BEV oder FCEV. Sind wir doch mal ehrlich: Wasserstoff mag in der Herstellung die dreifache Menge an Energie benötigen (würde sich aus überschüssigen, regenerativen unprobelmatisch lösen), doch wieviel an Wasser für die Lithiumherstellung in den südamerikanischen, trockenen Gegenden, benötigt wird, und somit den dortigen Lebewesen fehlt (und den unverhältnismäßigen Vergleich zum Handy lassen wir mal stecken), ist doch wirklich wesentlich lebensbedrohender, als überschüssig genutzte Energie. Außerdem werden wir mit der ausschließlichen Nutzung von BEVs dazu kommen, dass unsere Stromlieferranten viel zu wenig Strom vorhalten können.
Ich finde, wir sollten beide Fortbewegungsformen mit ihren Vorteilen nutzen: Die Batterie für Kurzstrecken und den Wasserstoff für Langstrecken. Wie das in der Praxis aussieht, weiß ich nicht, könnte mir aber car sharing o.ä. vorstellen.

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Peter W
Peter W
6 Jahre zuvor

Meine Meinung zum H2-Auto möchte ich hier nicht zum x-ten mal niederschreiben, aber dieser Satz ist definitiv falsch:
— Noch ist Wasserstoff so teuer, weil die Absatzmenge so gering ist. —
Wasserstoff ist so billig, weil es keine Energiesteuer für ihn gibt, und weil der Verkaufspreis auf 9,50 € festgelegt wurde ohne den tatsächlichen Wert oder die Kosten zu berücksichtigen. Würde man, was notwendig wäre und CO2-frei zu fahren, den Wasserstoff per Elektrolyse herstellen, Gewinn bringend verkaufen und eine Steuer wie auf Strom oder andere Energie erheben, müsste man nach derzeitigen Schätzungen etwa 20,- € je kg bezahlen.

Wasserstoff hat für den Individualverkehr keine Zukunft.

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Heinz Scherer
Heinz Scherer
6 Jahre zuvor

Lieber Peter W, hier mal folgende Infos für Sie. Die pure Elektrolyse kostet ohne Strom 1,5-2 Cent/KWh. Grüner PV-Strom gibt es in Deutschland inzwischen schon in einer PPA-Anlage (also ohne Förderung) für 4,6 Cent/KWh. Also kostet der Wasserstoff (vor Transport) aus einer solchen modernen Anlage (nicht Windstrom) lediglich 6-7 Cent/KWh. Somit umgerechnet in Kilogramm (33 kWh/kg) 2-2,3 Euro. Leider kann aber derzeit grüner Wasserstoff so nicht hergestellt werden, da unsere derzeitige Regierung enorme Abgaben auf den verwendeten EE-Strom aufschlägt. Die Verteilung über eine Pipeline kostet 1-2 Cent/kWh. Die Energie für die Komprimierung und die Tankstelle als solche wollen natürlich auch noch bezahlt werden. Jetzt erst sollte man die Steuer aufschlagen. Sagen wir mal wie beim Diesel 47 Cent/Ltr. mal 5 Ltr./100km (1kg H2/100km angenommen) und dann noch die Umsatzsteuer. Da ist also sogar noch etwas „Luft“ bis zu den 9,50 Euro/kg H2 drin. Und der Staat verliert nichts dabei.
Übrigens wird langfristig mit 2 Cent/kWh für PV-Strom in Deutschland gerechnet. Und ich habe noch gar berücksichtigt, dass die Abwärme bei der Elektrolyse verkauft wird. Also an den Tankkosten wird langfristig nichts scheitern müssen.

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S. Mende
S. Mende
6 Jahre zuvor

Ich oute mich hier als FCEV-Fahrer (Hyundai Nexo). Die Überlegung einen alternativen Antrieb zu nutzen hatte ich nachdem meine Freundin einen i3 (mit REx) erwarb – und schlicht begeistert war (und ist). Mir missfiel allerdings die notwendige Ladezeit sowie die recht geringe Reichweite, ebenso würde unser Hausstrom das unter Umständen notwendige gleichzeitige Laden von 2 Pkw nicht schaffen, vom fehlenden Platz in der heimischen Garage einmal abgesehen. Auch aus diesen Gründen habe ich ganz bewusst die Entscheidung zu einem Wasserstofffahrzeug getroffen!
Nun habe ich aber auch das Glück, im Umkreis von 20 km gleich drei H2-Tankstellen zu haben von denen auch tatsächlich immer mindestens zwei verfügbar sind; ebenso sind auf dem Weg zu meinen Kunden (max. 700 km einfache Fahrt) ausreichend Tankmöglichkeiten gegeben.
Ich gebe all denen recht die sagen, dass die Wasserstoffgewinnung „(noch(!)) nicht grün (genug) ist“, dass die „Effizienz (noch(!)) zu gering ist“, usw. Aber wenn niemand den Mut hat etwas zu wagen und einen Anfang macht, egal mit was, dann passiert auch nichts Neues, dann stagnieren wir in einer Welt in der business as usual uns einfach den Boden unter den Füßen wegzieht. Von daher habe ich also den Schritt des „early adaptors“ gemacht, wissend um all die Risiken und Schwierigkeiten die so ein Schritt mit sich bringt.
Es ist schon irgendwie paradox. Jeder, auch die Benutzer von alternativen Energien, egal ob zu Hause, beim privaten Fahrzeug, der Nutzung des ÖPNV oder was auch immer: Klimaschutz, EEG, Kohle- und Atomausstieg ja; aber bitte keine Windräder in (Feldstecher-)Sichtweite, Photovoltaik nicht auf meinem Dach oder das des Nachbarn („…weil es eventuell grell spiegelt wenn die Sonne drauf scheint und ich im Garten sitzen will!“ →O-Ton meines Nachbarn! ), Technologieforschung für alternative Möglichkeiten zur Stromgewinnung, -transport und -speicherung ist Unfug weil das ja doch nichts bringt, stattdessen kommen irgendwelche Totschlagargumente. Diese Bigotterie widert mich an;
ebenso wie der permanente Lobbyismus der Autoindustrie und die willfährige Hörigkeit der Politiker jedweder Couleur (auch der „Grünen“) – Macht korrumpiert!
Und ich könnte k…tzen wenn ein Herr Diess dem VDA mit Ausstieg droht, sollte dieser an der Weiterentwicklung _aller_ alternativer Antriebsarten festhalten. Und alle kuschen.
Genauso verbesserungsfähig ist allerdings auch der Service von H2-Mobility. Als Quasi-Monopolist hat man es anscheinend weder nötig einen tragfähigen technischen Service auf die Beine zu stellen (z. B. Ist eine Tankstelle in Düsseldorf seit über 7 Monaten außer Betrieb!), die eigenen Ziele zu verfolgen (seit 10 Monaten tut sich in der Ansicht zum „Zukunfts“-Ausbau schlicht nichts mehr wo doch bis 2025 400 H2-Tanskstellen stehen sollen) noch den Endverbraucher in irgend einer Form zu informieren bzw. zu unterstützen: Anfragen, Standortvorschläge, etc. landen dort anscheinend direkt im Spam-Ordner.

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Silverbeard
Silverbeard
6 Jahre zuvor

Sehr geehrter Herr Kunde, die Fotos sind perfekt gelungen. Besonders das vom Kofferraum dürfte Hyundai gefallen.
Hier habe ich ein Video eingefügt, das die grossartigen Platzverhältnisse im Fahrzeug nochmal deutlicher machen:

https://www.youtube.com/watch?v=eKB4HSplWrw&feature=youtu.be&t=144

Das Gewicht von 1948kg ist natürlich super. Da kann ein Tesla Model3 mit seinen 1.700-1850kg je nach Ausstattung nicht mithalten. Das ModesY wird als Allradversion etwa 2.000kg wiegen, hat dafür aber vorne zusätzlich noch einen kleinen Kofferraum.

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Heinz Scherer
Heinz Scherer
6 Jahre zuvor

Über das Thema Wasserbedarf habe ich erst mal etwas recherchieren und nachdenken und grob nachrechnen müssen, da mich das bisher nicht interessiert hat.
Der Energiepark Mainz schreibt auf seiner Website, dass sie für 4 GWh H2-Produktion 700m3 Wasser benötigen. Der Wasserbedarf von 5 Haushalten reicht für den Strombedarf von 1100 Mainzer Haushalten.
Also müssen wir mit einem Mehrverbrauch von ca. 1/200 an Wasser wegen dem zu deckenden Strombedarf rechnen. Oder anders rechne ich das dann mal um in 175.000 m3 Wasser pro 1 TWh H2. Das ist nun wirklich keine relevante Menge in Deutschland. Alleine der Rhein hat einen durchschnittlichen Abfluss von 2.300 m³/s.
Für Wüstenländer ist das Thema komplizierter. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Schließen wir mal eigenes Süßwasser aus. https://www.scinexx.de/news/energie/wasserstoff-aus-meerwasser/ zeigt einen Weg auf, wo H2 direkt von PV-Modulen gewonnen wird. Der Wirkungsgrad von 11,9% bezieht sich auf die Sonneneinstrahlung. Meine 10 KWp-PV-Anlage auf dem Dach liegt bei ca. 20%. Gängige Großanlagen bei uns liegen aus Kostengründen bei ca. 16%, was dann mit einem Elektrolysewirkungsgrad von 75% el. verglichen werden kann.
Bezüglich Meerwasserentsalzung finde ich einen differenzierenden Artikel bei der WiWo:
„Insgesamt sind demnach 15 906 Entsalzungsanlagen in 177 Ländern der Welt in Betrieb. Sie produzieren täglich 95 Millionen Kubikmeter Süßwasser.“ Nach meinen obigen Zahlen reicht das für die derzeitige deutsche jährliche Strommenge. Der Weltbedarf ist 36mal so hoch (2010: 505/14 EJ). Somit entsprechend 36 Tagen. Da 365 Tage lang Süßwasser produziert wird, gehen wir mal von 10% aus zur Deckung des zukünftigen Weltenergiebedarf. Also alleine mit Wassersparmaßnahmen erreichbar.
„Dabei bietet das Abfallprodukt auch wirtschaftliche Möglichkeiten, betonen die Forscher. Die enthaltenen Salze und Metalle – darunter Magnesium, Natrium, Calcium, Kalium, Brom, und Lithium – könnten zurückgewonnen und von der Industrie verwendet werden. Die Technologie sei jedoch nicht ausgereift und die Rückgewinnung derzeit nicht wettbewerbsfähig. „Es besteht ein Bedarf, diese Forschung umzusetzen und ein Umweltproblem in eine ökonomische Chance zu verwandeln“, sagt Mitautor Manzoor Qadir. „Das ist vor allem wichtig in Ländern, die eine große Menge an Sole produzieren mit relativ wenig Effizienz, wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar.“

Das finde ich dann schon interessanter. Rohstoffe zu gewinnen wird immer teurer und müsste auch auch immer Nachhaltiger werden.
Dann schaue ich mal nach was so ein zukünftig nicht mehr benötigter Öltanker an Süßwasser z.B. aus Flüssen transportieren könnte. Das wäre eine unkonventionelle Idee meinerseits. Tanker bringen H2 aus solchen Staaten und nehmen Flusswasser mit. Macht nur dann Sinn, wenn die Lieferung von H2 aus Wüstenstaaten nicht mehr als 1-2 Cent/KWh kostet. Sonst können wir H2 gleich selber machen.
Öltanker, die Rohöl aus erdölfördernden Ländern in andere Länder transportieren, haben fast immer ein Ladevolumen von über 300.000 m³, was dann pro Ladung für 1,7 TWh H2 reicht. Gehen wir von langfristig 1700 TWh Stromverbrauch in Deutschland aus, entspricht das jährlichen 1.000 Tankladungen bei einer unrealistischen 100% Lieferungen von Strom in H2 umgerechnet (inkl. Verluste). Das ist sehr ungenau dargestellt zeigt aber die Relationen schön auf.

Ich möchte nochmal explizit darauf hinweisen, dass diese ganzen Zahlenspiele nichts mit einer realen sinnvollen Strategie zu tun haben, sondern nur der überschlägigen schnellen Überprüfung der Relevanz von Argumenten und eventuellen Problemen dienen. Ich kann keine unlösbaren Wasserprobleme erkennen.

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Franz
Franz
6 Jahre zuvor

Wie ich schon weiter oben schrieb, H2 wird leider von der Autolobby boykottiert. Nun zieht sich auch noch Hyundai aus Deutschland mit seinem Nexo zurück. Nicht mehr bestellbar!
Tja, das ist sehr schade. Ich hatte vor, noch dieses Jahr einen zu kaufen. Aber unsere Regierung und die Autoindustrie setzen lieber auf die Totgeburt Flachbatterie Auto. Korea ist da intelligenter. Hätte Deutschland von Anfang an nur den KAUF von H2 Fahrzeugen gefördert, wie es Korea tut, und nicht den ganzen Industriesumpf, könnten wir schon längst alle elektrisch fahren. Aber da wird lieber dreimal eine Batteriefirma in Kamenz subventioniert, die schon zweimal Pleite gegangen ist, um jetzt haufenweise Akkus für ein Auto zu produzieren, das ein reiner Ladenhüter ist. Und 30% der Fördermittel verschwinden auch gleich wieder in den Taschen der Vorstände, Aufsichtsräte und Aktionäre.
Und weiterhin wird munter verbreitet, das der E-Mobilität aus Akkus alleine die Zukunft gehört
Und viele Käufer glauben auch die Spinnereien von der “sauberen E-Mobilität. Klar, hinten kommt ja aus den Autos auch nichts mehr raus.
Der Dreck kommt aus den Schornsteinen der Kraftwerke viel weiter weg, den sieht man ja nicht. Und wenn das nicht reicht, kauft man Atomstrom aus Tschechien. Hauptsache Deutschland hat keine Atomkraftwerke mehr – die anderen sind weiter weg, die sieht man ja nicht.
Die riesigen Umweltschäden die beim Lithiumabbau entstehen – weit schlimmer als unsere Braunkohletagebaue – sind auch weit weg. Die sieht man hier auch nicht.
Und die Umweltschäden die entstehen wenn reihenweise Batterieautos abbrennen – wie kürzlich bei DHL – na, die will man nicht sehen.
Und wenn es dann irgendwann massenweise Todesopfer gibt, weil ein kleiner Sensor versagt und die Batterie so schnell hochgeht, das der Fahrer gar keine Zeit mehr hat um auszusteigen – jo mei – Kollateralschäden gabs zu allen Zeiten schon.
All das wäre beim H2 Auto kein Thema.
Aber weil das hier nicht gewollt ist – der Autolobby sei Dank, kaufe ich mir demnächst wieder einen schönen 2L Benziner für die nächsten 10-15 Jahre und dreckere weiter durch die Gegend.
Ein Brandsatz kommt mir nämlich nicht unter den Hintern.

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Heinz Scherer
Heinz Scherer
6 Jahre zuvor

Obwohl ich sonst fast immer nur bei H2 fachlich eingreife, muss ich hier mal bei ihrem BEV-Bashing eingreifen, denn leider lesen die Kommentatoren, die das sonst machen würden, selten ältere Berichte, weil sie vergessen, dass andere Leser da später zufällig (Google) drauf stoßen. Die Flachbatterie ist keine Totgeburt und hat eine große Zukunft bei den meisten PKW. H2 hat nur eine Chance bei großen Langstreckenfahrzeugen und Nutzfahrzeugen aller Art.
Die E-Mobilität ist nur deswegen noch nicht sauber, weil unsere Energiewirtschaft noch nicht bei einem 100%-EE-System angekommen ist. Aber da wird es spätestens 2050 ankommen. Und irgendwann muss man halt mal anfangen mit Umstellen, das macht auch jetzt schon Sinn. Mir ist lieber es werden Salzwüsten ausgebeutet, als das was alles bei der Ölförderung oder beim Braunkohletagebau passiert. Auch das beliebte Thema Kobalt ist völlig falsch moralisch eingeordnet. 90% werden industriell gefördert. Das illegale Fördern durch arme Menschen im Kongo hat doch nichts mit Akkus zu tun, sondern mit der Unfähigkeit kongolesischer Politiker das Volk am Rohstoffreichtum teilhaben zu lassen. Akkus werden nicht für Ladenhüter produziert, auch wenn der unförmige EQC einer ist, sondern für E-Autos aller Art. Ich bin mir sicher, dass der EQB ein Renner wird, wenn er so kommt wie angekündigt und nicht halbherzig umgesetzt wird. Sie scheinen dem alten Atom- und Kohlestromsystem nachzuweinen.
Die Brandlast einer aktuellen Akku stört mich auch. Die Wahrscheinlicheit, dass ein Brand entsteht ist aber sehr gering. Bei DHL sind übrigens nur ein paar wenige Brände gewesen, aber es wurden dann halt viel Fahrzeuge zur Sicherheit überarbeitet, weil der Fehler erkannt wurde.
Ob sich jemand einem autonom fahrenden Auto und dessen Sensoren 100% anvertraut, ist ein Thema das nichts mit E-Autos zu tun hat, da das auch in Verbrenner mit Automatikgetriebe eingebaut werden könnte. Und H2-Autos sind übrigens auch E-Autos, nur dass die den Strom OnBoard produzieren.
Einen 2 Liter Benziner bekommen Sie nur als Hybrid mit aus ihrer Sicht brandgefährlicher Akku.
Ich bin mir nicht sicher, ob Sie wirklich ein FCEV-Fan sind oder nur so tun, um als Verbrennertroll Werbung für das alte System zu betreiben.

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Franz
Franz
6 Jahre zuvor

Da hat es wohl den Kommentar vergrießgnaddelt.

Da muss ich in einigen Punkten widersprechen.
„Die Flachbatterie ist keine Totgeburt ….“
Das ist sie sehr wohl. Wenn die ersten Nutzer nach 5 Jahren oder vielleicht auch 8 entweder eine neue Batterie zum halben Preis des Autos brauchen, oder ihr Auto nach 5 Jahren nicht mehr verkaufen können, weil es keinen Käufer geben wird, wird es einen Aufschrei geben.
Diejenigen, die die Batterie mieten sind auch nicht besser dran, sie zahlen exakt den gleichen Preis, wie die die sie kaufen. Beispiel (stand auch in ADAC Zeitung) E-Smart für 34000 Euro nach 5 Jahren Batterie tot. Kosten dafür 17000Euro. Der kauft nie wieder ein E-Auto mit Flachbatterie.

„… hat eine große Zukunft bei den meisten PKW.“
Hier würde mich interessieren, warum das so sein sollte.

„Das illegale Fördern durch arme Menschen im Kongo hat doch nichts mit Akkus zu tun, sondern mit der Unfähigkeit kongolesischer Politiker das Volk am Rohstoffreichtum teilhaben zu lassen.“
Dann lesen sie mal was in Argentinien, Bolivien, Chile passiert.
https://www.deutschlandfunk.de/lithium-abbau-in-suedamerika-kehrseite-der-energiewende.724.de.html?dram:article_id=447604

„Akkus werden nicht für Ladenhüter produziert,“
Doch, genauso ist es. Schauen Sie sich die Produktionszahlen an und die Verkaufszahlen. Ein Bruchteil der produzierten Autos werden nur verkauft. Außer in Skandinavien – aber dort wird auch anders gefördert. Da fährt man nach dem Kauf dauerhaft kostenlos.

„Sie scheinen dem alten Atom- und Kohlestromsystem nachzuweinen.“
Nicht im geringsten. Nur ist es so, das Nachts, wenn die E-Autos geladen werden sollen, meist kein Wind weht und keine Sonne scheint. Wo kommt also der viele Strom her, wenn Hunderttausende E-Autos geladen werden wollen?
In Brandenburg baut man dazu ein Wasserstoffkraftwerk.
https://www.golem.de/news/energiewende-brandenburg-bekommt-ein-wasserstoff-speicherkraftwerk-1912-145590.html

Nanu, Wasserstoff? Der mit ohne Zukunft? Jaaa, man hat nämlich erkannt, dass das der EINZIGE mögliche Speicher ist, mit dem man am Tage überschüssige Wind- und Solarenergie speichern kann und Nachts wieder zurück zu Strom verwandeln kann.
Somit wird Wasserstoff auch in ausreichender Menge für Wasserstoffautos zur Verfügung stehen. Und zudem auch preiswert sein. In absehbarer Zukunft wird auch jedes Haus mit Wasserstoff arbeiten, weil statt der Öl- oder Gasheizung eine Brennstoffzelle im Keller steht.

„Bei DHL sind übrigens nur ein paar wenige Brände gewesen“
Bei DHL brennt ständig ein E-Auto, kürzlich erst 6 auf einen Streich. Beim Laden hoch gegangen!
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Brand-bei-der-Post-in-Peine-300000-Euro-Schaden,post678.html

Sehr Umweltfreundlich so ein E-Auto. Deutlich Umweltschädlicher als der Rauch der aus allen DieselPKW zusammen kommt.
Die Brandgefahr bei dieser Energiedichte wird man nie in den Griff bekommen.
Die Batterien brennen selbst schon direkt bei der Produktion ab. Nicht mal dort beherrscht man den Prozess!
https://www.youtube.com/watch?v=MBGE6zSiRyw

„Ob sich jemand einem autonom fahrenden Auto und dessen Sensoren 100% anvertraut, ist ein Thema das nichts mit E-Autos zu tun hat, da das auch in Verbrenner mit Automatikgetriebe eingebaut werden könnte“

Doch hat es. Ich rede von den Sensoren, die die Batterie überwachen. Die jede einzelne Zelle auf deren Zustand überwachen, Ladezustand, Temperatur … .
Misst davon einer falsch oder geht kaputt, wird die betreffende Zelle kurz danach sterben – und alle anderen mit in den Tod reißen. Mit bekannten Folgen. Das kann schon nach den ersten Ladungen passieren – mit zunehmendem Alter wird die Wahrscheinlichkeit immer größer.
Ich beschäftige mich seit fast 20 Jahren mit LithiumPolymer Akkus und auch mit den 18650 Akkus die in den E-Autos verbaut werden. Modellflug und Hochstromanwendung. Ich lagere die Dinger weder in Haus noch Garage. Die liegen im Anbau in einem Panzerschrank.

„Und H2-Autos sind übrigens auch E-Autos, nur dass die den Strom OnBoard produzieren.“

Richtig, die haben aber nur eine kleine Stützbatterie meist im Kofferraum und keine 100kWh direkt unter den Insassen.

„Einen 2 Liter Benziner bekommen Sie nur als Hybrid mit aus ihrer Sicht brandgefährlicher Akku.“

Ganz falsch. Ich könnte einen Toyota kaufen oder einen Lexus. Beide sind Hybriden, haben aber eine NiMh Batterie. Da gibt es z.B. den Prius. Der fährt mit diesen Batterien seit 2004. Und die haben heute noch den ersten Block drin. Null Brandgefahr. Die anderen haben zwar meist Lithiumbatterien, aber eben auch nur eine sehr kleine für 50 -100km.

„Einen 2 Liter Benziner bekommen Sie nur als Hybrid“
Den Automarkt aus dem Blickfeld verloren vor lauter E-Fanatismus?

https://www.mitsubishi-motors.de/outlander#Varianten

oder der hier?

https://buildyour.landrover.de/lr2/r/engine/_/de_de/l462_k20/47rad

Da gäbe es noch einige mehr, aber einer von beiden wirds werden. Das verrückte ist ja, das ich einen Nexo kaufen wollte – was ja nun leider nicht mehr geht. Also gebe ich das Geld nun anders aus. Ich war und bin immer noch begeistert vom elektrischen Fahren – allerdings ausschließlich mit H2.

Die Bundesregierung und die Autolobby haben dafür gesorgt, das mein geplantes Umweltfreundliches Auto nun wieder ein dicker fetter Benzinbrummi wird.
Denn ganz sicher kaufe ich mir für mein Geld keinen 100kWh Elektrogrill!

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Franz
Franz
6 Jahre zuvor

„Denn wenn erst mal viele BEV gekauft werden,“
Davon träumen die Grünen auch.
Da muss noch sehr viel geschehen und das wird in den nächsten Jahren garantiert nicht der Fall sein. Und die Infrastruktur gibt das gar nicht her. Soll jeder Städter seine Verlängerungsstrippe aus dem Fenster hängen, quer über Fuß und Radweg legen? Siet bei einem 10 Geschosser bestimmt super aus. BEV ist in etwa soviel wie die HDD auf dem Weg von Floppy zu SSD. Nicht mehr und nicht weniger. In ein paar Jahren wieder verschwunden.

“ Sie haben meinem Argument zum Kobalt“.
Ist für mich kein Thema. Mir geht es einzig und alleine um die Lithium Technik.

„Sobald das Preisniveau stimmt, kauft keiner mehr einen Verbrenner.“
Der Preis ist es nicht alleine. Es geht um Reichweite, Ladezeiten, Haltbarkeit. Die Leute wollen fahren und nicht laden. Wie lange soll den meine Urlaubsfahrt dauern, bei regelmäßigen 600 – 1000km? Die jetzt schon bescheidene Reichweite lässt mit der ersten Ladung permanent nach.

„Da Akkus selten kaputt gehen,“
Warten Sie es ab. Und selbst wenn sie nicht kaputt gehen, wird es nach 5Jahren spätestens keinen Spaß mehr machen solch ein Auto zu fahren.
Vor allem im Winter nicht, wenn Sie wegen der ganzen zusätzlichen Verbraucher und der eh schon zu bis zu 50% geringeren Reichweite schon laden müssen, kaum das Sie 100km gefahren sind.

„Wenn Sie den verlinkten Artikel mal richtig fertig lesen, dann finden sie dort den Hinweis, das es nicht um den Lithiumabbau als solchen geht, sondern um die Art der Gewinnung, welche auch etwas teurer umweltfreundlich möglich wäre.“

Das weiß ich, ich habe es gelesen. Dennoch entstehen riesige Umweltschäden. Und das wird sich auch nicht ändern. Weil der Abbau nie Umweltverträglich gestaltet werden wird. Wenn der Akku billig sein soll, damit viele ein E-Auto kaufen und sich am Verkauf noch Haufenweise Industriebosse bereichern wollen, bleibt kein Geld mehr für Umweltschutz! Siehe BMW, Milliardenweise Rendite einsacken, Millionen für Vorstände, Geschäftsführer u.dgl. , aber dann den Steuerzahler um Hilfsgelder anbetteln. Würde man oben mal ein bissl Maßhalten, könnten auch die Autos billiger werden.

„Es ist mir völlig neu, dass es schon mehr produzierte Batterien gibt als BEV“
Habe ich nicht geschrieben. Ich schrieb, das Litec die Produktion hochfährt, damit Mercedes ein Auto drumrum baut, welches sich nicht verkauft.

„Zum Thema Brandgefahr. Die ist statistisch deutlich geringer (seltener) als bei Verbrennern. “
Das ist richtig. Und mir auch bekannt. Fahren ja auch viel weniger davon rum. Werden es später vielleicht mehr, nimmt auch die Brandhäufigkeit zu. Vor allem mit zunehmendem Alter der Fahrzeuge. Und im Gegensatz zum explosionsartig auftretendem Vollbrand eines E-Autos, haben Sie beim Verbrenner 5-15 Minuten Zeit die Insassen zu retten. Ich würde aber niemals an ein E_Auto herantreten, das bereits anfängt leicht zu qualmen!

„Übrigens hört man nichts von Bränden wegen brennender LI-Akkus bei den vielen Millionen Bohrmaschinen u.a. Geräten. Also ich habe derlei Geräte nicht im Safe und andere Menschen sicherlich auch nicht.“ Ja, das sind ja auch pillepalle Kapazitäten und Ladegeräte. Schauen Sie sich mal die Laderaten an.
Deswegen schrieb ich ja auch noch Hochstromanwendungen dazu!
Ich betreibe 18650 Lithiumionen – und LithiumPolymer Akkus in der Art der Smartphoneakkus in Blöcken mit Schnellladeraten von 20C und höher.
Entladeraten sogar bis 60C in Flugmodellen der „etwas“ größeren Art. Da reden wir von 15kW Motoren.
Wenn man es hoch rechnet kann man es durchaus mit E_Autos ins Verhältnis setzen. Da sind trotz Balancern an jeder Zelle des öfteren schon welche explodiert.
Ich weiß um das potenzielle Risiko solcher Batterien und würde weder meine Akkus noch mein Smartphone in der Wohnung offen über Nacht laden. Und mich erst recht nicht draufsetzen. Siehe Samsung S7.

„Das mit dem Sitzen über der Batterie als große Sorge meinen Sie sicherlich nicht ernst. Gab es schon mal einen Fall?“
Sicher, haben Sie kein Internet? Kein Fernsehen? Man ging in allen Fällen davon aus, dass die Fahrer den Unfall überlebt hätten, hätte man sie rechtzeitig bergen können, der der Innenraum durch den Unfall nicht so stark deformiert war. Allerdings wurde das – wie nicht anders zu erwarten – sehr schnell und vehement dementiert.
https://www.youtube.com/watch?v=pXqwOALHkrg
https://www.focus.de/auto/elektroauto/in-florida-familie-verklagt-tesla-weil-mann-in-auto-verbrennt_id_11271947.html
https://futurezone.at/digital-life/video-tesla-model-3-explodiert-nach-unfall/400575821

„Und das mit den Links zu den PKW´s war sicherlich auch nur ein Spaß. “ Nein, war kein Scherz. Ich meinte von Anfang an den Hubraum. Wenn Sie was anderes draus machen … .

„Der ist Verkäufer in einem Hyundai-Autohaus.“ Der wird Ihnen nichts anderes erzählen. Schauen Sie ins Internet, sie finden nur noch Werbung. Können das Fahrzeug aber weder konfigurieren noch bestellen. Ich war auch bei meinem Hyundai Händler. Ist ja nicht mein erster.
Sie können auch hier lesen:
https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/hyundai-nexo-toyota-mirai-produktionszahlen/

„Und noch eine Bitte. Wenn Sie schon schon einen Outlander kaufen wollen, dann doch bitte den Plug-In-Hybrid und möglichst oft mit PV-Strom vom eigenen Dach laden, statt an die Tankstelle zu fahren.“

Jetzt machen Sie aber Witze, oder? Warum sollte ich? Ganz im Ernst, aus welchem Grund sollte ich 10000Euro mehr bezahlen, während unsere Herren Regierungsmitglieder um die Erde jetten, einzeln zu irgendwelchen Gipfeln fliegen, mit gepanzerten Diesellimousinen um die Ecke zur Kantine gefahren werden? Oder weil man mir vielleicht 4500Euro Umweltbonus gibt?
Vergessen Sie es. Es wird ein ganz normaler 2L CVT 4WD.
Zudem wohne ich in einer Eigentumswohnanlage. Ich habe weder Solar auf dem Dach, noch Strom in der Tiefgarage.
Ich könnte natürlich trotzdem einen kaufen, die ganzen Fördermittel mitnehmen und dann als Vollhybrid nutzen. Der hätte dann sogar 2,4L Hubraum… .

„Ich glaube immer weniger daran, dass Sie ernsthaft ein FCEV-Fan sind. Sie benutzen das wahrscheinlich nur als Ausrede.“
Wenn Sie meinen.
Wozu sollte ich eine Ausrede brauchen? Ich bin ein mündiger Bürger und kaufe was ich möchte und nicht was andere für richtig halten.
Und ich kaufe ein Auto was benutzbar ist. Ich würde gerne elektrisch fahren, hab ja auch den Nexo Probegefahren. Aber ich will eben fahren und nicht dauernd Laden.

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Franz
Franz
6 Jahre zuvor

Ich habe doch glatt noch was vergessen.
„Wenn bei DHL von 12.000 Streetscooter (7.000 kommen zukünftig noch dazu) ein paar wenige brennen, aber nachweisbar ein Drittel einen Konstruktionsfehler hatte,“
Stimmt nicht, das Auto war in Ordnung. Der Brand ging von der Batterie aus.

https://www.auto-motor-und-sport.de/elektroauto/deutsche-post-ag-streetscooter/
„In zwei, dem Magazin vorliegenden internen Schreiben der Deutschen Post AG sei zu lesen, dass die Brände jeweils von der Batterie ausgingen“

Schlamperei also, die bei dem heutigen Arbeitsdruck immer wieder vorkommen wird.
Auch Konstruktionsfehler oder Materialmängel können Sie nie ganz ausschließen, ebenso wenig den – aufgrund heutigen Kaputtoptimierungs- und Sparwahn – häufigen Materialdefekt. Heutzutage baut nicht der Konstrukteur die Geräte, sondern der Kaufmann.
Ich arbeite selbst in einer Elektronikfirma und da wird Beispielsweise zu Kondensatoren gegriffen, die zwar eine höhere Toleranz haben, aber eben pro Stück 0,1 Cent billiger sind. Die fallen dann eben eher aus, weil permanent überlastet – Thema geplante Obsoleszenz.

Und das ist bei unserer Autoindustrie nicht anders. Haufenweise Motorschäden durch Materialeinsparungen an der Steuerkette 1,2/1,4/1,6/1,8 TSI von Audi. Die wollen möglichst viel Abschöpfen, möglichst hohen Profit machen. Da kann die Herstellung nicht billigst genug sein.

Das wird man auch beim Akku weiterführen.

Eine Zelle, ein defekter Separator in der Zelle, ein defekter elektronischer Sensor und der ganze Akku geht hoch. Oder auch ein Fehler im Ladegerät.
Es sind übrigens nicht nur Autos betroffen.
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Panorama/E-Bike-Akku-explodiert-Brand-in-Parkhaus
https://www.nordbayern.de/region/erlangen/akku-explodiert-e-bike-setzt-wohnzimmer-in-brand-1.10021215
https://www.welt.de/vermischtes/article200263946/Mainz-E-Bike-Akku-setzt-Haus-in-Brand.html
https://www.br.de/nachrichten/bayern/e-bike-akku-brennt-und-verursacht-10-000-euro-schaden,RTBVMcP
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article226514459/Explodierter-Akku-von-E-Bike-loest-offenbar-Brand-aus.html

Bin gespannt, wer die Verantwortung übernimmt, wenn es die ersten Toten (ohne vorheriges Unfallgeschehen) gibt.

Aber da haben sich die betreffenden Herren garantiert schon abgesichert. Notfalls wird sicher das Produkthaftungsgesetz geändert werden.

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Franz
Franz
6 Jahre zuvor

Nochmal kurz zu diesem Thema:
„Wenn Sie schon schon einen Outlander kaufen wollen, dann doch bitte den Plug-In-Hybrid und möglichst oft mit PV-Strom vom eigenen Dach laden, statt an die Tankstelle zu fahren.“

Mal ne kleine Rechnung:

Outlander Plug-in Hybrid PLUS mit Spirit-Paket 2.4 Benziner 99 kW (135 PS) 4WD = 46.390,00 EUR

46,390 Euro
+ 600 Euro Überführung
+300 Euro Lack
– 6,000 Euro Mitsubishi Elektrobonus
= 41,290 Euro Netto

Somit, weil über 40,000Euro Netto gibts auch den jetzt beschlossenen E-Bonus vom Staat mit 6000Euro nicht.

Mein Outlander:

Outlander Spirit+ 2.0 Benziner 110 kW (150 PS) CVT 4WD = 34.220,00 EUR

34.220 Euro
– 10.266 Euro Rabatt, weil Fahrzeug nur noch bis 31.12.20 Erstzulassungsfähig und bereits auf Hof steht.
=23.954
Keine Überführungskosten, Lack gratis, als Ersatz weil Fahrzeug bereits 0,5 Jahre alt.

17.336‬ Euro gespart. Was mache ich wohl, ist hier die Preisfrage. Mehr Fahrspass, weniger Technik, kein Batterieärger.
Am 2. Juli wird er gekauft, wegen der dann nur noch 16% Mehrwertsteuer.

So, wie der Staat das Thema Elektroförderung angeht, wirds genau wieder so ein Desaster wie mit Riester, Harz 4 u.v.a. .
Ne einzige Lachnummer und nur was für Leute die nicht rechnen können.
Und solange man solchen ökologischen Blödsinn wie Elektrofahrräder zulässt, hab ich noch nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei.

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Heinz Scherer
Heinz Scherer
6 Jahre zuvor

Franz ich habe Ihnen eine gute Nachricht. Den Nexo können Sie weder kaufen (wird nur an ausgewählte Kunden nach Freigabe durch den Hersteller verkauft), noch ihn sich leisten. Aber den Outlander gibt es nun auch günstiger als PHEV. Heute kam ein Werbeflyer ins Haus. Normaler 2.0 Benziner Neuwagen zum Mitnahmepreis von 22.790,- (4.850 unter vorherigem Hauspreis / Listenpreis 41.690,-) und den PHEV zum Mitnahmepreis von 28.890,-. Im Prospekt steht Sie sparen 10.050,- gegenüber dem vorherigen Hauspreis. Angebot gültig bis 30.06.2020. Wenn Sie den dort Ende Juni bestellen, kommt der erst im Juli also mit 16% MwSt. Damit zahlen Sie dann noch die Überführungskosten die kommen nämlich noch dazu. Die Mehrkosten von 6.000 Euro scheut doch niemand der sich einen Nexo bestellen wollte, aber keinen bekommt.

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