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Kräftiger Ausbau im Ionity-Netz?

Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
5. März 2021
Lesedauer: 2 Minuten
Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
5. März 2021
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): IONITY

Home Automobilindustrie

Beim europäischen Lade-Netzwerk Ionity läuft es nicht rund. Statt der bis Ende 2020 geplanten 400 Ladestationen sind aktuell nur etwa 330 in Betrieb, dass die bis Ende 2021 versprochenen 430 Stationen ans Netz gehen, gilt als unwahrscheinlich. Und das bei steigenden Verkaufszahlen für E-Fahrzeuge. Bei den Autobauern sorgt man sich mittlerweile, dass es an den Ladestationen verstärkt zu Staus kommen könnte. Genau das aber sollte verhindert werden, damit potenzielle Kunden von E-Autos nicht verschreckt werden. Immerhin wurde das Gemeinschaftsunternehmen von BMW, Ford, Daimler und Volkswagen gegründet, auch Hyundai und Kia sind mittlerweile an Bord.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg prüft Ionity derzeit, sein Ladenetz „erheblich“ auszubauen. Die Hersteller hinter dem 2017 gegründeten Joint Venture würden darüber nachdenken, das Unternehmen mit zusätzlichem Kapital auszustatten. Diskutiert werde ein Wachstumsplan für eine schnelle Expansion mit Hochleistungs-Ladeinfrastruktur.

Alle Partner sollen bisher jeweils rund 200 Millionen Euro beigesteuert haben. Zusätzliche Gelder würden neue Schnelllader in Städten und an weniger frequentierten Fernstraßen ermöglichen, heißt es. Derzeit konzentriert sich Ionity auf viel befahrene Schnellstraßen und unterhält nur vereinzelt Ladepunkte in Städten. Die beteiligten Hersteller verfolgen mit Ionity eine Premium-Strategie, seit 2020 kostet eine Kilowattstunde 79 Cent. Andere Anbieter sind deutlich günstiger.

Für den Durchbruch in den Massenmarkt wird eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur als unabdingbar angesehen. BMW-Chef Oliver Zipse hat in seiner Rolle als Präsident des europäischen Herstellerverbands ACEA kürzlich erklärt, die verzögerte Installation in der EU gefährde den Erfolg von Elektroautos ernsthaft. Die Politik müsse schnell aktiv werden und ihren Mitgliedsstaaten verbindliche Ziele für den Hochlauf vorgeben. Auch VW-Chef Herbert Diess hatte im Dezember seine Unzufriedenheit mit dem Tempo bei Ionity öffentlich kundgetan: Man liege ein Jahr hinter dem Zeitplan.

Konkurrenz für Ionity könnte demnächst sogar intern entstehen. Wie das „Manager Magazin“ berichtet, planen Porsche und Audi ein eigenes Netz mit zusätzlichen Premium-Services. Die Hoffnung der Verantwortlichen: Die neuen Stationen könnten kleine Markenzentren werden, eine Mischung aus Gastronomie und ­Autohändler. Die Rede ist von 200 Stationen. Für eine gute Idee halten das allerdings nicht alle. Es brauche nicht noch mehr geschlossene Ladenetze nach dem Vorbild von E-Auto-Pionier Tesla, so die weit verbreitete Meinung. Erst kürzlich hat sich Thomas Ingenlath, Chef der Volvo-E-Auto-Submarke Polestar gegen „exklusive Ladeclubs“ ausgesprochen.

Quelle: ecomento.de / Manager Magazin / Bloomberg

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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22 Comments
Peter
Peter
5 Jahre zuvor

Bis mal Staus an Ionity und Co Ladern entsteht, wird noch einige Zeit vergehen. Während viele SuperCharger Standorte gut ausgelastet sind, ist an den Schnelladern von Ionity und Co sehr wenig los. Ich hatte erst einmal 2 Fahrzeuge gleichzeitig beim Laden gesehen. Auch wenn es mittlerweile viele Nicht Tesla BEV gibt, werden die Meisten wohl nur lokal eingesetzt. Auf der Langstrecke, sieht man doch meist nur Tesla.

Wer will en premium Ladestationen? Soll der Strom da 1€ die kWh kosten oder wie soll as gehen? Wer ausser Geschäftsleute will so einen Preis bezahlen?

Ich meine, dass das Tesla richtig macht. Günstige Standortpreise durch Autohöfe, anstatt direkt an der AB. Kostengünstige Installation, auch mal auf Palette wenn es schnell gehen muss. Dafür mit 35ct preiswert, easy und zuverlässig (Bei mir bisher zu 100%)

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Tom
Tom
5 Jahre zuvor

Köpfe zusammen stecken, Führung austauschen…. neu aufstellen! 79cent sind ein Witz.

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Michael
Michael
5 Jahre zuvor

Tesla finde ich hat vollkommen das recht seine Ladeinfrastruktur nur für Tesla zur Verfügung zu stellen. Schliesslich haben sie als erste überhaupt dafür gesorgt das die Elektromobilität ins rollen gekommen ist. Und dafür wurden sie lange genug angefeindet. Sie haben dafür gesorgt das ihre Fahrzeuge die nötige Infrastruktur bekamen.
Was haben alle die anderen OEMS in der Anfangszeit gemacht. Däumchen gedreht und abkassiert.
Ihre Mogelpackungen verkauft und durch Ignoranz den Anschluss verpasst.
Und jetzt mit Ionity dafür gesorgt das alle nicht zugehörigen 79 Cent bezahlen müssen.

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Anonymous
Anonymous
5 Jahre zuvor

Wenn ich schon wieder den Ruf nach der Politik höre bedeutet das natürlich nur den Ruf nach Steuergeldern.
Tesla hat von Anfang an die Weitsicht gehabt, das die Ladeinfrastruktur gleichzeitig mit der Fahrzeugproduktion hochzufahren ist.
Tesla wurde hierfür lange belächelt bis verspottet.
Diese Weitsicht wird sich in Zukunft immer mehr auszahlen, weil die deutschen OEMs auch hier den Anschluss mit Ihrer natürlichen Arroganz verschlafen – und dabei immer noch gegen Tesla lästern – tja bekanntlich kommt Hochmut ja vor dem Fall.
Hauptsache man bringt jetzt ein Modell nach dem anderen an den Start und stellt sich in der Werbung als angeblichen Branchenprimus dar, der jetzt auch beim „autonomen Fahren“ vorangehen will“ ;-)
Ich bin gespannt, was all die iD3, ID4, iD5
iDBUZZ, iD……… Fahrer ab 2025 dazu sagen werden, wenn VW dann vielleicht die Software entwickelt hat – die Fahrzeuge aber nicht über die nötige Hardware verfügen.
Und wenn VW ja laut einigen Herrn hier im Forum dann Tesla Ende des Jahres 2021 angehängt haben will (also 2021 mehr als 1.000000 Fahrzeuge produziert ;-)) wo die dann alle laden wollen, wenn man nach Corona den eigenen Landkreis mal wieder verlassen möchte.
Wir werden es alle erleben – ich allerdings lieber am V3 Supercharger für 39 Cent – ohne Monatsgebühren.

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Quaster
Quaster
5 Jahre zuvor

Es passiert genau das, was ich vorhergesagt habe. Die Anbieter erhöhen systematisch die Strompreis und der Staat verdient so seine Ausfälle durch Austausch der Verbrenner hin zu BEVs. Immer mehr Leute werden in Zukunft sich Mobilität nicht mehr leisten können. Die Folgen werden gesellschaftliche Verwerfungen sein.
79 Cent ist unterm Strich schon teurer als 100km mit vielen Diesel Fahrzeugen und Benziner.

Zuletzt bearbeitet am 5 Jahre zuvor von Quaster
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Roma
Roma
5 Jahre zuvor

Eigentlich lächerliche Zahlen die Ionity hier abliefert.
Entweder steckt da zuviel Politik darin, die Mrd. Konzerne im Rücken sind sich nicht einig, oder die Kerzen sind schlicht nicht die hellsten.
Für die schlechten Konditionen will dort aber e kaum wer laden, aber traurig, dass gerade mal 336 Stationen, also ca. 1700 Ladepunkte am Start sind.

Eine Firma, die seit Jahren pleite ist, schafft mehr als 3x soviele, zuverlässige Ladepunkte, und das auch noch ohne bis zu 50% Steuergelder dafür einzustecken.

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Niko
Niko
5 Jahre zuvor

Finde ich gut, dass Ionity Druck bekommt den Ausbau zu beschleunigen. Zwar ist das – wie Tesla – ein Exklusiv-Club für Luxus Autos. Aber so ist das nunmal in unserer Gesellschaft. Was beim Luxus Verbrennungsmotor die PS sind ist halt beim eAuto insbesondere auch das Ladenetz.

Aber Fastnet, EnBW und Co sind auch sehr gut und mit 39 ct im EnBW+ Tarif auch in einem für viele bezahlbaren Preisbereich

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Matthias Geiger
Matthias Geiger
5 Jahre zuvor

Ionity fährt hier eine Premium Strategie die aus meiner Sicht so zum scheitern verurteilt ist.
Mit 79 ct/kWh laden die Kunden zurecht nicht bei Ionity. EnBW ist ausgestiegen und der ADAC mit der ABAC EnBW Mobility+ Card sollte sich im Interesse der Autofahrer vom Ionity Konzept deutlich distanzieren.

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