Ende vergangenen Jahres hat Mercedes-Benz Vans die nächste Generation des eSprinter auf Basis einer neu entwickelten Plattform angekündigt. Ab Februar 2023 ist es dann soweit, dass der neue Mercedes-Benz eSprinter das Licht der Welt erblickt. Im Herbst 2022 hat er bereits eine Testfahrt von Stuttgart nach München und zurück – mit nur einer Akkuladung und ohne Nachladen – zurückgelegt.
Mit nur einer Akkuladung und ohne Nachladen führte die Route vom Mercedes‑Benz Museum in Stuttgart bis zum Flughafen München und wieder zurück. Wie Mercedes in seiner entsprechenden Mitteilung ausführt konnte der Stromer eine Streckenlänge von 475 Kilometer bei einem Stromverbrauch von 21,9 kWh auf 100 Kilometer zurücklegen. Der niedrigste Streckenabschnitt lag bei 210 Höhenmetern, der höchste bei 785 Metern über Normalhöhennull. Nach Ankunft zeigte das Kombiinstrument eine verbleibende Restreichweite von ca. 20 km an. An Bord waren zwei Fahrer (à 80 Kilogramm) sowie eine Zuladung von 120 Kilogramm bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 73,5 km/h. Wobei die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h limitiert war.
Bei der Testfahrt hat man auf eine praxisnahe Fahrzeugkonfiguration für den KEP-Einsatz (Kurier-, Express-, Paketdienst) gesetzt. Hierzu hat man einen extralangen eSprinter mit Hochdach ausgewählt, um zu zeigen: Der neue Mercedes‑Benz eSprinter ist auf Effizienz getrimmt. „Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten und ein hohes Ladevolumen bei gleichzeitig großer Reichweite machen den eSprinter zu einem der variabelsten elektrischen Large Vans der Welt“, so Mercedes in seiner Mitteilung.
Um reale Bedingungen einer Express-Lieferung zwischen Stuttgart und München herzustellen, wurde die Fahrt nicht auf einer abgesperrten Teststrecke oder gar einem Prüfstand absolviert, sondern im innerstädtischem Verkehr sowie auf Bundesstraßen und Autobahnen und das bei realen topografischen Streckenbedingungen wie beispielsweise dem Anstieg auf die Schwäbische Alb. Dabei ist für die Kunden sicherlich von besonderem Interesse, dass die Reichweite sich im Vergleich zum aktuellen eSprinter je nach Konfiguration mehr als verdoppeln kann.
Gefertigt wird die nächste Generation des eSprinter in insgesamt drei Werken von Mercedes-Benz Vans. Das geht aus einer Mitteilung hervor. Es handelt sich dabei um die Sprinter-Werke in Charleston (USA), Düsseldorf und Ludwigsfelde. Dabei soll der eSprinter auf drei Batterie-Varianten sowie mehrere Aufbauvarianten vom Kastenwagen, bis hin zum Fahrgestell für Kofferaufbauten ausgestattet sein.
Ab Mitte des Jahrzehnts setzt Mercedes‑Benz Vans mit VAN.EA (Mercedes‑Benz Vans Electric Architecture) die nächste Stufe seiner Elektrifizierungsstrategie um: Ab 2025 werden alle mittelgroßen und großen Vans, die auf der neuen modularen Architektur basieren, rein elektrisch sein.
Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung
Das wären etwa 104 kWh Verbrauch und wenn man die Ladeverluste anzieht, dann etwa 97 kWh netto bzw. rund 110 kWh brutto als Akkupacks oder etwa 630 kg Akkugewicht (Akasol 2023).
Einige Rechnereien:
Plus 12 kWh gleich minus 153 kg an Zuladung.
Von 47 kWh bis 97 kWh = 50 kWh = 637,5 kg.
848 kg Zuladung minus 637,5 kg wären nur noch 210,5 kg Zuladung – viel zu wenig.
Von 47 kWh bis 0 kWh wären 47 kWh oder 599,25 kg plus 848 kg Zuladung wären 1.447.25 kg Zuladung minus 630 kg Akkupacks (Akasol 2023) wären 817,25 kg Zuladung – ausreichend.
Fazit: Mit leichteren Akkupacks lässt die Reichweite verdoppeln ohne an Zuladung zu verlieren.
Aus dem Artikel:
Vergleiche:
c&p–> elektroauto-news.net/2022/stellantis-beschleunigt-produktion-wasserstoff-nutzfahrzeuge
Adieu Stellantis Wasserstoff-Nutzfahrzeuge! Deren RW liegt danach bei max. 400 km … u.a. Kaufpreis und Betriebskosten-Rechnung (TCO) tun wohl sowieso ihr Übriges!
Alle Szenarien deckt dieser Test noch nicht ab. Es zeigt aber: ein Praxisnutzen ist da, man braucht bei den meisten Aufgaben keine Angst zu haben, als Monteur sprichwörtlich auf der Strecke zu bleiben. 300 km sollten selbst unter widrigen Bedingungen drin sein.
Ein Firmenfahrzeug wird nach dem Preis/Leistungsverhältnis gekauft. Wenn man für ca. 40.000 Euro (netto) einen Transporter bekommt mit Zuladung von ca. 2 Tonnen und einer Reichweite von 600-800 km. Warum soll man mehr Geld für 475 km Reichweite und wesentlich weniger Zuladung
ausgeben ? Das können nur Firmen machen die es sich leisten können bzw. das Experiment mitmachen. Handwerker haben weder das Geld noch die Zeit sich mit derartigen Rechenbeispielen zu beschäftigen.