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Mercedes-Chef über E-Mobilität: „Wir erfinden das Auto neu“

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
4. Februar 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
4. Februar 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Mercedes-Benz

Home Automobilindustrie

Ola Källenius, der Vorstandsvorsitzende des Autoherstellers Mercedes, sprach in einem Interview mit der Zeit über die Abspaltung der Lkw-Sparte, den Wandel in der Automobilbranche, die Abkehr vom Verbrenner und die Elektrifizierung der Pkw-Mobilität.

„So einen Umbruch wie gerade in der Autoindustrie haben wir seit Jahrzehnten nicht erlebt. Wir erfinden das Auto neu“, erklärt Källenius zu Beginn des Interviews: „Mobilität soll sicher, intelligent und CO2-frei werden, alles gleichzeitig“, so der Mercedes-Chef. Der Großteil dieser Transformation müsse „in diesem Jahrzehnt geschehen“, fügt er hinzu. Der Wandel in der Fahrzeugindustrie sei „so tiefgreifend, dass wir Daimler neu aufstellen müssen“, sagt Källenius über die Aufteilung des Daimler-Konzerns in die nun eigenständige Lkw-Sparte Daimler Truck und den nun komplett eigenständigen Autohersteller Mercedes. „Die vergangene Woche war für uns historisch. Daimler ist jetzt Geschichte. Wir heißen nun Mercedes-Benz Group.“

Die Aufspaltung sei eine Entscheidung der Vernunft gewesen, erklärt der Mercedes-Chef. „Einerseits gibt es die Marke Mercedes-Benz für Luxus-Pkw und Premium-Vans, auf der anderen Seite die Nutzfahrzeuge“. Und wenn „die Umbrüche in einer Branche so gewaltig sind, muss man als Unternehmen schnell und agil sein“, sagt er. Deshalb habe man nun quasi „eine WG“ aufgelöst, damit jede Sparte ihre eigene Wohnung beziehen kann. Dies erlaube „schnellere Entscheidungswege“, als es in einem größeren Konzern der Fall wäre.

„Nun werden wir elektrisch“

„Wir müssen weg von fossilen Energien. Da liegt es auf der Hand, die Antriebsart zu wechseln. Nun werden wir elektrisch“, sagt Källenius über den Antrieb der Zukunft. Und diese Zukunft sei „digitalisiert und dekarbonisiert. Das ist eine Menschheitsaufgabe“. Jeder sehe mittlerweile ein, „dass der Klimawandel unsere große Zukunftsaufgabe ist“ und die größte Gefahr sei, nichts zu tun. Konkret für die Automobilbranche bedeute das, dass drei Dinge in Einklang gebracht werden müssen: „Das Produkt muss CO2-neutral sein. Wir brauchen eine Infrastruktur, damit wir alle emissionsfrei unterwegs sein können. Und wir brauchen eine Energiewende, also hin zur Produktion von grünem Strom“.

Auf eine forsche Frage, ob es denn angesichts der drohenden Klimakrise noch richtig sei, große und schwere Elektroautos zu bauen statt kleinerer Wagen, entgegnet Källenius, dass es „unsere Aufgabe ist, in jedem Segment, für das sich Kunden begeistern, die klimafreundlichste Alternative anzubieten“. Das fange „kompakt mit dem elektrischen EQA an und geht bis zum Spitzenmodell EQS“. Und Deutschland profitiere sogar davon, dass Mercedes hier auch luxuriöse Autos so erfolgreich produziere: „Das ist die Basis für gute Jobs, Ausbildungsplätze, Steuereinnahmen und auch die finanziellen Mittel für Hightech made in Germany“. Allein Mercedes investiere in den kommenden Jahren mehr als 60 Milliarden Euro in die Elektrifizierung und Digitalisierung seiner Fahrzeuge.

Quelle: Die Zeit – „Daimler ist jetzt Geschichte“

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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12 Comments
Hans-Werner
Hans-Werner
4 Jahre zuvor

Ich finde es einfach immer wieder interessant, daß der Umstieg weg von fossilen Brennstoffen jetzt von den Automobilherstellern als komplett neue Herausforderung verkauft wird, die nicht abzusehen war. Man hätte m.E. wirklich viele, viele Jahre Zeit gehabt sich bereits lange vor der Dieselkrise Gedanken zu machen wie zukünftige, innovative und umweltfreundliche Antriebskonzepte aussehen können und nicht warten bis Tesla und China nun alle vor sich hertreiben. Studien und Konzepte dafür gab es ja bereits, leider wurden diese nicht entsprechend weiterverfolgt.

Zuletzt bearbeitet am 4 Jahre zuvor von Hans-Werner
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Tom62
Tom62
4 Jahre zuvor

Es klingt wie : “ wie erfinden das Rad neu“ mit dazu perfekt passenden Titelbild „vöööllig loooosgelöööst von der Eeeeerde“…Merci Merc, ymmd :)“

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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
4 Jahre zuvor

Aus dem Artikel:

„Auf eine forsche Frage, ob es denn angesichts der drohenden Klimakrise noch richtig sei, große und schwere Elektroautos zu bauen statt kleinerer Wagen, entgegnet Källenius, dass es „unsere Aufgabe ist, in jedem Segment, für das sich Kunden begeistern, die klimafreundlichste Alternative anzubieten“. Das fange „kompakt mit dem elektrischen EQA an und geht bis zum Spitzenmodell EQS“.“

Interessant dabei:
Den auf der Mercedes-Benz-Seite gezeigten Smart

https://www.mercedes-benz.com/de/design/smart/

erwähnt er nicht …

Zuletzt bearbeitet am 4 Jahre zuvor von Wolfbrecht Gösebert
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Südstadler
Südstadler
4 Jahre zuvor

Mit dem Auto neu erfinden, meinen sie wohl die Preisgestaltung. So wie das Aussieht zielt man in Zukunft auf die gut betuchten markentreuen Käufer. Mit dem Vorteil der steuerlichen Abschreibemodelle wird das ja auch für die ganz passabel. Das Volk muss sich für CO2 freundliche Autos „Familientauglich“ wo anders bedienen.  Ob das Käufer-Klientel für eine erfolgreiche Entwicklung des Konzerns reicht, wird sich zeigen. Aber der Steuerzahler wird’s schon richten.

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Markus V.
Markus V.
4 Jahre zuvor

Wenn ich an Mercedes denke, denke ich dabei an die damalige A-Klasse (1997). Die, die beim Elchtest umgefallen ist. Ich weiß noch wie wir auf der Arbeit alle gerätselt haben wie sowas gerade Mercedes passieren konnte. Tja, heute weiß ich, dass die A-Klasse ein zum Verbrenner umgebautes E-Auto ist. Ohne Akku im Boden ist das Ding halt umgefallen. Die hatten damals ein fix und fertiges Elektroauto, aber haben sich einfach geweigert es zu verkaufen und stattdessen ein Verbrenner draus gebaut.

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David
David
4 Jahre zuvor

Mercedes ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Produkten, nämlich sehr teurem Hightech. Das German Engineering übernimmt langsam im Bereich Elektromobilität. Mercedes hat die solvente Kunden und wird sie in das Elektroauto migrieren. Da wird ein elektrischer Maybach und eine elektrische G-Klasse neben dem EQS entsprechende Strahlkraft entwickeln. Das sind Autos wie der Taycan oder jetzt der ID.Buzz. Die will man haben und der Preis ist gar kein Thema.

Für geringere Einkommen hat der VW Konzern einige Angebote und wird welche haben. Aber, wenn wir ehrlich sind, kann es nicht das Ziel sein, dass jeder Geringverdiener ein neues Elektroauto kaufen kann. Da wird es im Rahmen des autonomen Fahrens Sharing- und Shuttledienste geben. Denn auch ein Elektroauto ist nicht die Verkehrswende und es ist deshalb ökologisch sehr gut, wenn die kurzzeitige Benutzung eines Elektroautos günstig wird, aber der Besitz teuer bleibt.

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