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Polestar spricht über Klimaauswirkungen ihrer Elektrofahrzeuge

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
17. September 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
17. September 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Polestar

Home Elektroauto Hersteller

Mit dem Polestar 2 präsentierte Polestar Ende Februar 2019 sein vollelektrisches Fastback, welches mit avantgardistischem Design und überzeugenden technischen Daten aufwartet. Unser Autor Dirk Kunde hat sich den Polarstern am Autohimmel bereits ein wenig genauer für uns angesehen. Und auch E-Mobilitätsexperte Stefan Moeller konnte sich bei uns über seine Polestar 2 Erfahrungen äußern. Polestar will seine E-Autos aber nicht nur präsentieren, sondern künftig auch aufzeigen, welche Klimaauswirkungen diese verursachen.

Mitte September gibt das Unternehmen zu verstehen, dass man eine höchstmögliche Transparenz in der Automobilindustrie anstrebt. Aus diesem Grund habe man sich entschlossen, eine Zusammenfassung zu veröffentlichen, die die Klimaauswirkungen der Produktion der eigenen Elektrofahrzeuge aufzeigt. Dabei gehe die vollständige Ökobilanz von Polestar noch einen Schritt weiter und offenbart die gesamte Umweltauswirkungen des Fahrzeugs während seines gesamten Lebenszyklus. Ansehen kann man sich diese auf dieser Webseite: „Being transparent about sustainability“. Der Polestar 1 ist hierbei nicht berücksichtigt; da kein reines E-Auto. Dafür aber der Volvo XC40 von Polestar-Unterstützer Volvo, um einen Vergleich zwischen Verbrenner und Stromer abzubilden.

„Die Autohersteller waren in der Vergangenheit gegenüber ihren Konsumenten nicht transparent genug, um über die Umweltauswirkungen ihrer Produkte aufzuklären. Die Bemühungen sind nicht ausreichend. Wir müssen absolut ehrlich sein, so unangenehm es sein mag.“ – Thomas Ingenlath, CEO von Polestar

Ingenlath ist auch bewusst, dass dieser Schritt eine bedeutende Veränderung für eine Branche darstellt, die sich in den letzten Jahren vergeblich darum bemüht hat, die Verbraucher von ihren Nachhaltigkeitsbestrebungen zu überzeugen. Polestar setze damit neue Standards, denen andere Autohersteller folgen sollen. Festhalten lässt sich, dass der Polestar 2 die eigene Fabrik mit einer CO2-Bilanz von 26 Tonnen verlässt. Im Vergleich zu einem Volvo XC40 mit einem Verbrennungsmotor hat der Polestar 2 in der Herstellungsphase einen größeren Fußabdruck, was hauptsächlich auf den energieintensiven Batterieproduktionsprozess zurückzuführen ist.

Unerheblich werden dann die CO2-Emissionen, wenn der Stromer beim Kunden eintrifft. Vorausgesetzt, dass dieser mit grüner Energie geladen wird. Bereits nach einer Fahrleistung von 50.000 km erzeugt das mit fossilen Brennstoffen betriebene Fahrzeug insgesamt mehr Treibhausgas-Emissionen als ein Elektrofahrzeug, so Polestar. „Die Botschaft ist klar: Elektrofahrzeuge ebnen einen Weg zur Klimaneutralität, und wir werden die Erkenntnisse aus den Berichten nutzen, um dieses Ziel zu erreichen“, so Thomas Ingenlath weiter.

Um eine Vergleichbarkeit über die gesamte Branche hinweg zu ermöglichen regt Polestar an deren eigene Methodik zur Ermittlung der CO2-Bilanz zu nutzen. Diese stellt Volvos Perfomance-Marke frei zur Verfügung und fordert auch andere Fahrzeughersteller auf, sich anzuschließen und für mehr Transparenz zu sorgen. „Fragmentierung führt nur zu Verwirrung. Die Autohersteller müssen sich zusammenschließen und transparenter werden“, sagt Fredrika Klarén, Leiterin des Bereichs Nachhaltigkeit bei Polestar. „Wir von Polestar fordern die Industrie dazu auf, den Verbrauchern zu helfen, die richtige Wahl zu treffen.“ Man darf gespannt sein wer sich Polestar anschließend wird.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung vom 16. September 2020

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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7 Comments
Franz Bauer
Franz Bauer
6 Jahre zuvor

Das finde ich mal gut, dass hier mal belastbare Zahlen auf dem Tisch liegen.
Wenn man nun bedenkt, dass dabei nur um den Lebenszyklus des Autos betrachtet wird (ein Auto mit einer überdurchschnittlichem Akkugröße) ist das beeindruckend.
Folgendes muss man hier ja noch berücksichtigen:
– Second-Live der Batterien in Speicher (Dabei wird weiter CO2 eingespart durch Regelleistung der regenerativen Energieerzeugung oder Heimspeicher)
– nach 20 Jahren können die Rohstoffe deutlich energiesparender recycled werden (Geringer Footprint für zukünftige Rohstoffe der Batterien und BEF’s)

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Wolfgang Schulz
Wolfgang Schulz
6 Jahre zuvor

Hallo,
bitte einmal das Ergebnis der CO2 Menge bei der Produktion von 1 Ltr.-Benzin und Diesel von der Förderung Transport und Herstellung darstellen, dann sieht die Sache schon viel ehrlicher aus !?

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Strauss
Strauss
6 Jahre zuvor

Franz , hast Du einen solchen Second-Live Speicher im Einsatz? Dann berichte uns bitte mal etwas Ehrliches über Deine gemachten Erfahrungen.

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weotui
weotui
6 Jahre zuvor

Ein für meinen Geschmack unglaubwürdiger Versuch, den Verbraucher von der Klimaneutralität eines rollenden Monsters zu überzeugen. Wie so oft bei dieser Generation von Fahrzeugen, sind die Polestar E-SUVs von einer geradezu grotesken Dimension, die dem Anspruch auf Klimaschutz Hohn spricht. Diese Geräte sind Margenwunder, kein wahrer Fortschritt

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Hannes Bader
Hannes Bader
5 Jahre zuvor

Ich habe mir das Dokument über den Lebenszyklus und die CO2-Emissionen heruntergeladen und angesehen. Dort steht, dass der Polestar 2 die Fabrik mit 24t-CO2 Emission verlässt. Demnach verursacht ein Volvo XC40 über 200.000 km 58t CO2 aus. Der Polestar 2 kommt im Stromix Welt auf 50t, im Europa-Mix auf 42t und mit Windstrom auf 27t. Wenn man bestenfalls den Europamix annimmt, dann kommt man auf eine Einsparung von 16t CO2 über das ganze Autoleben. Dafür zahlt der Autobesitzer für den Polestar einen höheren Preis gegenüber einem Verbrenner. Allein der Staat beteiligt sich daran mit 6000,-€ Umweltprämie, 10Jahren Steuerfreiheit, wass man mit wenigstens 2000,-€ bewerten muss. Es geht die Steuereinnahme aus der Mineralölsteuer verloren, da die Stromsteuer geringer ist. Man kann hier wenigstens 2,-€ je 100km ansetzen. Das sind nochmal 4000,-€ bei 200.000km. Damit wären wir bei 12.000,-€ in Summe, die der Staat entweder nicht einnimmt oder ausgibt. Wenn das Fahrzeug dann noch als Dienstwagen läuft, sinkt die Bemessungsgrundlage auf ca. 100€ geldwerter Vorteil gegenüber ca. 300€ für den voll anzusetzenden Verbrenner. Bei einem Steuersatz von 30% und 48 Monaten Laufzeit verzichtet der Staat in diesem Fall nochmal auf 200,00€ x 30% x 48=2880,-€. Diese Annahmen sind alle eher niedrig angesetzt und summieren sich im Fall des Dienstwagens auf 14.880€. Wie oben schon erwähnt, zahlt der Autokäufer auch mehr und die Hersteller verzichten auf Marge. Sollte dieses Geld nicht mehr in den Strom- und Energiesektor gesteckt werden? Wir erreichen mit dem Polestar 2 eine CO2-Einsparung von 16t für 15.000€ vom Staat. Damit kommt man locker auf mehr als 1€ je kg CO2, dass eingespart wird, wenn man die Beiträge des Käufers und des Herstellers einrechnet. Wenn man das Fahrzeug nicht mit dem Strommix, sondern mit Kohlestrom betreibt, dann bekommt man überhaupt keine Einsparung. Wir sollten doch erstmal alles was Energie braucht und sich nicht bewegt mit aller Kraft auf die Erneuerbaren umstellen. Jeder sollte sich fragen, ob die Einwendung gegen eine Windkraftanlage oder eine Stromtrasse wirklich noch in die Zeit passt und den Weg freiräumen, statt Hindernisse aufzutürmen. Erst wenn 80-90% des Stroms aus Erneuerbaren stammen, kann ein E-Auto einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Örtliche Einzellösungen mit eigener PV-Anlage können für sich funktionieren, aber wenn man tagsüber mit dem Auto unterwegs ist, muss der Strom durch zwei Akkus bevor er in Fahrbewegung verwandelt wird, was zu zusätzlichen Kosten und CO2-Ausstoß führt.

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Strauss
Strauss
5 Jahre zuvor

Hannes was du erzählst gilt für alle E Autos. Deine Feststellung im letzten Satz ist schon fast Stand der Technik heute. Aussendienst- Vertreter müsse z. ZT. wohl oder übel noch auf Hybride ausweichen. Hoffentlich tun dies alle! Viele gibt es heut schon. Auf der Autobahn fallen sie nur weniger auf als Teslas und Zoes.

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