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Große Rückstände bei der eichrechtskonformen Umrüstung von Ladesäulen

Iris MartinzbyIris Martinz
2. September 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Iris MartinzbyIris Martinz
2. September 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / 2015049104

Home Elektroauto Hersteller

Es sollte eigentlich längst Geschichte sein, aber vielen Ladesäulen fehlt immer noch ein geeichter Zähler, um den bezogenen Ladestrom kilowattstundengenau erfassen und abrechnen zu können. Damit verstoßen sie gegen das geltende Eichrecht, auf Basis dessen die Bundesregierung bereits 2019 angeordnet hat, dass alle Säulen entsprechend umzurüsten sind. Längst nicht alle Betreiber haben das aber bereits zu 100 Prozent getan. Das ergab eine Umfrage des Branchendienstes Energate unter den zehn größten Akteuren am Markt.

E.On hat demnach alle seine 4.000 öffentlichen AC-Ladepunkte bereits umgerüstet, bei den DC-Ladesäulen hinke man jedoch hinterher. Davon wurden erst etwa 30 Prozent mit einem Zähler ausgestattet. Alle neu errichteten Schnellladesäulen würden hingegen bereits eichrechtskonform ausgeführt werden. EnBW gibt an, bislang etwa 80 Prozent seiner AC- und 70 Prozent der DC-Ladesäulen umgerüstet zu haben. Bis zum ersten Halbjahr 2023 sollen 100 Prozent der EnBW-Säulen eichrechtskonform sein. Mit diesem Zeitpunkt rechnen auch die Berliner Stadtwerke, die bereits alle 478 AC-Stationen umgebaut haben – 51 AC-Laternenlader und zwei DC-Säulen würden aber noch fehlen.

Der Grund für die Verzögerungen: lange war am Markt die erforderliche Technik schlicht nicht verfügbar. Der erste eichrechtskonforme Zähler für DC-Ladesäulen wurde erst im Dezember 2019 vom hessischen Hersteller Isabellenhütte vorgestellt. „Wir sind bei der Nachrüstung der DC-Stationen auf die Hersteller angewiesen und uns liegen noch nicht von allen Partnern exakte Zeitpläne dazu vor„, erläutert eine E.On-Sprecherin.

Bei Aral – Betreiber des HPC-Ladenetzes „Aral pulse“ – sei man „größtenteils“ konform, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte. Für den Rest gebe es einen klaren Zeitplan: bis zum Jahresende sollen 99 Prozent umgerüstet sein. Bei Enercity aus Hannover sind es jetzt schon 97 Prozent. Die restlichen drei Prozent sollen noch in diesem Jahr umgerüstet werden. Einzig alle 1.293 Ladepunkte in der Hansestadt Hamburg seinen bereits zu 100 Prozent eichkonform. Die Stadtwerke München melden eine 100 prozentige Umrüstung der DC-Säulen, bei den AC-Säulen liege man allerdings erst bei 30 Prozent. Noch heuer sollen jedoch die restlichen 70 Prozent dazu kommen.

Keine Stellungnahme gab es hingegen von Tesla. Nach einer Untersuchung des Förderprojekts IKT für Elektromobilität verfügt keine einzige der 1.800 Supercharger-Stationen in Deutschland über einen eichrechtskonformen Zähler. Das war bisher auch kein Problem, haben Tesla-Fahrer doch gratis an den Superchargern geladen. Seit die Stationen aber auch für Fremdmarken geöffnet wurden und der bezogene Strom verrechnet wird, wird der fehlende Zähler sehr wohl relevant. Bisher sind die staatlichen Behörden nicht gegen das regelwidrige Betreiben vorgegangen, um die Entwicklung der Elektromobilität nicht zu behindern.

Quelle: edison.media – Ladesäulen noch längst nicht alle eichrechtskonform

Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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7 Comments
Tobi
Tobi
3 Jahre zuvor

Ein megawichtiges Thema….für Beamte. Passt doch einfach das Gesetz an und gut ist…

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Stefan
Stefan
3 Jahre zuvor

Das sollte doch kein Problem sein, bei uns in der Schweiz kenne ich zumindest keine öffentliche Ladesäule (Tesla und alle Anderen) die nicht über die genauen kWh abrechnen, also mit entsprechenden geeichten Messgeräten ausgestattet sind. Ich kann so an der Säule immer die genaue Lademenge inkl. Verbrauch während des Ladevorganges (Akkuheizung/Kühlung, Heiz- oder Kühlung des Innenraumes ect.) ablesen. In der App swisscharge.ch zeigt es dann diese Menge auch nochmal an und ist dort mit dem Datum auch gespeichert und jederzeit abruf- und einsehbar. Das finde ich sehr gut und hilfreich, um die genauen Energiekosten berechnen zu können. Da sind wir euch Deutschen wirklich so weit voraus? …kann das sein? Ihr habt da wohl komische Gesetze.

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Joachim Probul
Joachim Probul
3 Jahre zuvor

„Spannend“ ist in dem Zusammenhang auch, dass nahezu alle Teslas ab Bj Mitte 2017 kein Free Supercharging haben. (hat die Autorin wohl vergessen zu erwähnen) Sprich, auch deren Abrechnung lief und läuft seit Jahren ohne geeichte Ladesäulen… Nach meiner Erfahrung sind die abgerechneten kWh zwar realistisch, aber wie genau das läuft ist eben weder sicher noch transparent. Mein Model S müsste auch „Lifetime free Supercharging “ haben (Bj 2014), hat Tesla aber entfernt… Soviel zu Lifetime….

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