Mit einem innovativen Solar-Elektroauto will das Münchner Start-up Sono Motors für mehr Nachhaltigkeit auf unseren Straßen sorgen. Aber das Geld wurde knapp, als ein Investment scheiterte; Anfang des Jahres verhinderte nur eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampage das vorzeitige Aus des Projekts. Doch mittlerweile drängt das Münchener Start-Up wieder selbstbewusst nach vorne. Nachdem man vor gut zwei Wochen einen Blick auf die künftige Strategie freigab, nun die Bekanntgabe, dass man sich eine bidirektionale Ladetechnologie für Elektroautos hat patentieren lassen.
Dem Münchner Start-Up wurde eigener Aussage nach ein Europäisches Patent für sein bidirektionales Ladesystem mit dem Namen biSono erteilt. Basis für diese Technologie bildet ein neu entwickeltes Ladegerät, über welches Strom geladen und gespeichert, aber auch wieder abgegeben werden kann. Für die Stromentnahme wird das Auto direkt mit einem externen elektrischen Verbraucher, beispielsweise einem anderen Elektrofahrzeug, verbunden.
Die Besonderheit der Entwicklung ist die Tatsache, dass der Lade- beziehungsweise Entladevorgang erstmals über ein Steuergerät kontrolliert werden kann. Im Fall des Sion von Sono Motors kann ein solches Steuergerät die Sono-App oder das Infotainmentsystem des Fahrzeugs sein. Sono Motors zielt mit dieser Lösung beim Sion, seinem Elektro-Solar-Fahrzeug, darauf ab, dass die Energie, welche aus den integrierten Solarzellen gewonnen wird, anderen Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden kann. Wenn Solarfahrzeuge tagsüber mehr Strom erzeugen als von der Batterie des Fahrzeugs aufgenommen werden kann, ermöglicht die biSono-Technologie, ungenutzten Solarstrom schnell und unkompliziert anderen Geräten oder Fahrzeugen zur Verfügung zu stellen.
„Die Patentierung unseres bidirektionalen Ladesystems ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zum Mobilitätsdienstleister. Durch die Technologie können wir intelligentes Powersharing, also das Teilen von gespeicherter Energie via App, ermöglichen. Der Sion kann sich somit nicht nur über das Stromnetz laden, sondern wird selbst zu einem Teil der Ladeinfrastruktur.“ – Laurin Hahn, Co-Founder und CEO von Sono Motors
Die Tatsache, dass das patentierte System im eigenen Sion zum Einsatz kommt verwundert nicht. In Verbindung mit viSono, dem in die Fahrzeugkarosserie des Sion integrierten Solarsystem, können so andere elektronische Geräte und Fahrzeuge völlig autark mit bis zu 11 kW emissionsfreiem Solarstrom versorgt werden. Um die Verbraucher am Fahrzeug anzuschließen, wird Sono Motors neben einem CCS-Modul zur Ladung des Fahrzeugs, ein haushaltsüblicher SchuKo-Stecker und ein leistungsstarker Typ-2 Stecker in die Motorhaube des Fahrzeugs integrieren.
Der Nutzer des Fahrzeugs kann die Stromentnahme dann über eine eigens entwickelte App oder alternativ über das Infotainmentsystem des Fahrzeugs steuern. Dabei kann er selbst wählen, ob und wie viel Strom externen elektrischen Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden und wie viel Strom im Fahrzeug verbleiben soll.
Quelle: Sono Motors – Pressemitteilung vom 03. September 2020

Sono hat offenbar nur Mitarbeiter die besser patentieren können als Auto s bauen.
Toll. Da man das Auto aber nicht kaufen kann, ist es fraglich, ob die Entwicklung Sinn macht. Wenn jemand so wenig mit einem Sono fährt (vorausgesetzt, er kann mal einen kaufen), dass die paar kWh, die die PV erzeugt nicht in den Akku passen, hätte er ohnehin kein Auto begraucht.
Bidirektionales Laden wäre eine feine Sache, leider wird das in Deutschland wegen staatlicher Behinderung nicht möglich sein. Man müsste den Strom 2 mal versteuern und 2 mal EEG-Abgabe zahlen. Außerdem müssten Arbeitgeber befürchten, dass kostenloses Laden in der Firma dazu führt, dass die Arbeitnehmer den Strom zu Hause für den Haushalt nutzen.
Es ist ein Trauerspiel, dass in Deutschland Inovationen, durch die Überlegungen wen das Schaden könnte bzw. wer damit dann weniger Geld verdienen wird, durch Lobbyarbeit und der daraus resultierenden Bürokratie, ausgebremst werden.
Auch wenn vieles bei uns richtig ist und gut, wird so der Umweltschutz dem Profitdenken untergeordnet :(
Bidirektionales Laden, welches technisch schon vor 10 Jahren vorgestellt wurde und seit dem auch möglich wäre, ist nur ein Beispiel dafür.
Ich wünsche mir das Sono es noch irgendwie schafft das Auto auf die Straße und in den Markt zu bringen.
Aber die Zeit arbeitet gegen Sono.
Das Thema ist so alt und doch geht es nicht richtig vorran, keiner wagt sich aus der Deckung, kommt bestimmt genauso wie bei Tesla. Eines Tages macht es ein Hersteller einfach und alle anderen Anbieter müssen dann nachziehen, sonst verschwinden sie vom Markt. Ist schon spannend zu sehen, das alle Systeme die zur Selbstständigkeit und Selbstbestimmung führen von unseren Verantwortlichen oder Lobbyisten ausgebremst werden.
Alles Bla, Bla Bla
Was nutzt Technik und Innovation, wenn sie stets nur vorgestellt wird.
Potentielle Käufer haben genug von irgendwelchen angeblichen Innovationen, die ggf. irgendwann serienreif sind, aber nicht zu kaufen sind.
Die Zeit der Vorstellung ist vorbei. Besonders bei Sono Motors.
Käufer wollen kaufen – jetzt und nicht irgendwann!
Ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht sieht man mal etwas positives daran. Würde mir gerne so ein innovatives Produkt kaufen, werde es mir aber leider nicht leisten können. Wünsche der Firma viel Glück und das vielleicht ein kleiner „Elon Musk“ oder „Bill Gates“ vorbei kommt und investiert.
Da ist E. Musk zu clever in sowas zu investieren. Wer auf Sono wartet soll doch besser bei Mazda einen mit Wankelmotor bestellen.
Bidirektionales Laden ist ja technisch nix Neues (die japanische CHAdeMO-Schnittstelle kann das z.B. schon seit vielen Jahren). Meist ist damit gemeint, dass eAutos als dezentrale Stromspeicher fungieren und (während sie in der Garage stehen) auch Energie ins Stromnetz abgeben können (SmartGrid).
In der Praxis stehen der Umsetzung in Deutschland noch politische und gesetzliche Hürden entgegen, da ist aber Einiges im Fluss.
Wenn es SONO Motors nun gelungen ist, ein Europäisches Patent für ihre Umsetzung (BiSono) zu bekommen, freut es mich erst mal sehr.
Mit gesetzlichen Hürden wird es SONO Motors sicherlich auch noch zu tun bekommen (das wissen die auch!), aber vielleicht sind die niedriger als beim SmartGrid, weil im ersten Schritt Energie ja nur an Einzelpersonen abgegeben werden soll.
Erlöse aus Patenten und Lizenzen sind übrigens fester Bestandteil der Finanzierungsstrategie von SONO Motors. Jedes Patent erhöht also die Wahrscheinlichkeit, dass der SION doch noch auf die Straße kommt.
Ich bin auch ungeduldig und hätte den SION auch schon gerne in meiner Garage stehen. Aber der Leidensdruck ist bei mir nicht so groß, denn ich HABE seit 8 Jahren ein eAuto. Ich sehe allerdings auch das Problem, dass dem SION die Zeit davon läuft, dass er zu spät kommt.
Das hab‘ ich denen auch klipp und klar kommuniziert, sie wissen es selber, hoffen aber auf ihre Alleinstellungsmerkmale.
Wenn da jetzt für BiSono ein Europäisches Patent erteilt wurde, finde ich das sehr positiv. Ein paar Sachen hat SONO Motors auch noch in petto bezüglich der Art der Solarzellen und deren Integration in die Auto-Oberfläche.
Also: Nicht nur Bla Bla Bla, aber ich gebe dir Recht: Es müsste schneller gehen!
Bidirektional ist immer noch nicht zulässig jedenfalls nicht ins Stromnetz. Für ein EV zu EV laden ist es jedoch zulässig und Neu ist es nicht. Bei Nissan gibts das schon ne ganze weile.
Bin gespannt wann Tesla ein Protokol raushaut mit dem bidirektional funktioniert. Die Verweigerungshaltung in DE ist leider algegenwärtig egal ib es um EV allgemein geht oder um Erneuerbare Energien oder um Speicherlösungen . EEG ist ebenfalls an stagnierender Interessenbekundung schuld. Das ganze Behördliche Konstrukt gehört auf den Prüfstand . Und alles was irgendwie hinderlich erscheint sollte schnellstens ausgeräumt werden!
Die Frage der Rückgabe von Energie ins Stromnetz ist vor der politischen vor allem eine technische Frage. Um das zu verstehen, muss man sich mit der Funktionsweise der Stromnetze in Deutschland befassen. Die meisten Informationen lassen sich dazu auf smard d e finden. Ich versuchs mal kurz zu erklären, wie ich es verstanden habe. Die Netzbetreiber schätzen für den Folgetag den Strombedarf eingeteilt in Grundlast, Minutenreserve und Regelleistung. Dieser Bedarf wird an der Strombörse ausgeschrieben und in 15-Minuten-Paketen vergeben. Das erfolgt alles automatisch an die günstigsten Anbieter jeden Tag 24 Stunden vor Lieferung. Die Grundlast deckt die geschätzte Stromverbrauchskurve ab. Sollte der Verbrauch höher oder niedriger sein, kommt die Regelleistung in Echtzeit sofort zum Einsatz und gleichzeitig wird die Minutenreserve aktiviert, da diese zu langsam ist, um den Bedarf zu decken. Sobald die Minutenreserve am Netz ist, geht die Regelleistung wieder aus dem Netz. Bei der Minutenreserve handelt es sich um Pumpspeicherkraftwerke oder Gaskraftwerke, die Regelleistung sind große Batteriespeicher, Grundlast liefern alle steuerfähigen aber teils trägen konventionellen Kraftwerke auf Basis von Kohle, Gas, Wasserkraft dann für die angebotene Zeit. Für die unterschiedlichen Stromlieferungen gibt es unterschiedliche Preise. Grundlast ca. 5ct/kWh bei den anderen schätze ich Minutenreserve ca. 20ct/kWh und Regelleistung 1,-€ /kW. Die Regelleistung wird nicht nach Verbrauch abgerechnet, da sie in beide Richtungen fließt und sich am Ende die Einspeisung und Entnahme gegeneinander aufheben. Wenn also die Minutenreserve einspringt, lädt man die Batterien gleich wieder auf, bevor man sie aus dem Netz nimmt. Am besten ist ein Speicher mit 50% Ladung. Dann kann man ihn sowohl als Last, als auch als Lieferant nehmen, da es auch bei passieren kann, das der Stromverbrauch geringer ist als geschätzt. Das gleiche gilt dann für die Pumpspeicherkraftwerke. Soweit so gut und auch nur unvollständig und begrifflich bestimmt nicht ganz korrekt. Jetzt kommt noch die Windkraft und die Photovoltaik ins Spiel. Diese Energie muss für jede Anlage für 20 Jahre abgenommen werden. Und diese Energie lässt sich nur bedingt zuverlässig zeitlich vorhersagen und sorgt für Stress beim Netzausgleich. Erzeugung und Verbrauch müssen ständig im Gleichgewicht sein.
Wenn man jetzt die Autos ins Netz einbinden will, dann kann das nur auf der Ebene der Regelleistung oder bestenfalls auf der Ebene der Minutenreserve passieren, da ja kein Strom erzeugt wird, sondern vorher erzeugter zurückgespeist wird. Die Voraussetzung dafür ist, dass man seinen Akku für eine vorher festgelegte Zeit dem Netzbetreiber zur Verfügung stellt. Eine Einspeisung irgendwann, wenn es einem gerade einfällt ist völlig sinnlos und auch schädlich. Wegen der geringen Größe der Speicher ist es auch nahezu unmöglich sich einzeln an der Ausschreibung zu beteiligen. Die einzige Variante wäre, wenn man eine Gruppe bildet, die dann als Gesamtheit anbietet. Zwischen Netzbetreiber und Anbietern der Stromlieferungen besteht eine Pflicht zur Lieferung der Leistung. Das heißt, man kann sein Fahrzeug in dieser Zeit nicht nutzen, ansonsten droht Vertragsstrafe. Weiterhin blockiert man an Ladestationen diese und andere Fahrzeuge können nicht laden. Wenn man sein Auto ständig zuhause an der eigenen Ladedose hat, braucht man wahrscheinlich kein Auto. Hinzu kommt, dass die Anzahl der Ladezyklen des Akkus begrenzt ist. Man verbrät dann seinen Akku im Stromnetz. Besser wären hier Wechselakkus in nennen wir es mal Ladedepots. Das wären dann viele auf einmal und man kann sie erstmal gezielt bei hohem Aufkommen von regenerativen Energien aufladen. Jetzt lädt jeder, wie es ihm gerade in den Tagesablauf passt und konsumiert dann vor allem abends und nachts einen größeren Anteil an schmutzigem Strom. Das sogenannte bidirektionale Laden mit den fest eingebauten Akkus ist momentan wegen der geringen Anzahl, der Unorganisiertheit und der geringen Anzahl an Ladeanschlüssen noch kein Beitrag für das Stromnetz.
Hannes , das ist jetzt aber wirklich bla bla! Was Du da erzählst, kennt man seit es stat. Speicher gibt. Die Gründe, dass dies nicht richtig einschlägt, liegt an der Haltbarkeit von bezahlbaren Akkus und die viel zu teure Steuerung wie du sie aufgezählst hast. Wenn das schon nichts taugt, ist Zurückladen von Autos , egal ins Netz oder überall hin noch weniger praxistauglich. Man kann den Strom nur einmal haben, wenn er wieder aus dem Akku ist, kann nicht gefahren werden. Sono wird wie mit allem anderen das sie bereits in ihre Hände genommen haben, auch mit diesem Patent nicht reich werden.
Silverbeard, 1 Mio Km Garantie kann man geben für Autos die kaum einer kauft. Dies tun die reinen E Marktführer (noch) nicht . Toyota hat bis dato
nur „Kleine„ in seinen einfachen Hybrids verwendet. Diese eignen sich nicht als stat. Speicher. Da wären schon 60 KWh, und da hat Toyota noch keine Erfahrung, gewünscht, sonst kann man nicht mal ein anderes Auto aufladen. Mit Rückspeichern zum Haare trocknen und als Lichtstrom, lässt sich kein Blumentopf gewinnen.
Patentiert‘. Ach. Jetzt erst????
Doucement mais sûrement kommen die Walldorfschüler von Sono in der harten Reaität an.
Wird sicher noch lustig, wie sich das Projekt weiter verzettelt.
Da wir da ja nicht von viel Stromüberfluss reden, könnte man ja z.B. einen Elektroroller an der 230V Steckdose laden. Finde ich gut !