Der japanische Autohersteller Toyota steht weiterhin zu seiner eher zögerlichen Elektroautostrategie und will wie bislang einen Fokus auf Hybridautos wie den Prius behalten. Dies bekräftigte Toyota-CEO Akio Toyoda nach der Kritik einiger Investoren und Umweltgruppen, dass das Unternehmen zu langsam und zaghaft auf Elektroautos umschwenke.
Toyota-CEO Toyoda sagte, dass Elektroautos nicht die einzige Lösung für Automobilhersteller seien, um CO2-Neutralität zu erreichen. Hybride und Plug-in-Hybride sollen weiterhin fester Bestandteil des Toyota-Portfolios bleiben und es obliege dem Kunden, sich für den Antrieb seiner Wahl zu entscheiden. Toyoda sprach auch die Notwendigkeit an, Skeptiker von der technologieoffenen Strategie des Unternehmens zu überzeugen.
Seit der Einführung des Prius im Jahr 1997 hat Toyota laut eigenen Angaben weltweit mehr als 20 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge verkauft. Diese Verkäufe, quasi ausschließlich Hybridfahrzeuge, sollen 160 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden haben, was dem Klimaeffekt von von 5,5 Millionen vollelektrischen Batteriefahrzeugen entsprechen soll, so Toyoda.
Toyoda bekräftigte die Prognosen des Unternehmens, wonach es bei der Einführung von vollelektrischen E-Autos „länger dauern wird, bis diese zum Mainstream werden“, als viele denken. Er sagte, es werde „schwierig“ werden, die jüngsten Vorschriften zu erfüllen, die ein Verbot traditioneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bis 2035 mit sich bringt, wie es etwa die US-Bundesstaaten Kalifornien und New York sowie die EU planen.
Toyota will bis 2030 rund 70 Milliarden Euro in elektrifizierte Fahrzeuge investieren, darunter 35 Milliarden Euro in vollelektrische Batterietechnologien. Bis 2030 wollen die Japaner weltweit etwa 3,5 Millionen vollelektrische E-Autos verkaufen, was nur gut einem Drittel seines aktuellen Jahresabsatzes entspricht. „Das ist unsere Strategie und wir halten daran fest“, sagte Toyoda. Diese Strategie rechtfertigt der Hersteller damit, dass nicht alle Regionen der Welt E-Autos im gleichen Tempo einführen können – zum einen aufgrund der hohen Kosten der Fahrzeuge sowie zum anderen dem kostspieligen und aufwändigen Aufbau von Ladeinfrastruktur.
Quelle: CNBC – Toyota CEO doubles down on EV strategy amid criticism it’s not moving fast enough
Zum auffällig zögerlichen Verhalten japanischer Auto-Firmen – hier Toyota – bei der Einführung von BEVs schrieb sinngemäß schon der Blog Elektric:
Man fragt sich immer, warum in letzter Zeit von Tesla Fans nicht mehr der Untergang der deutschen Automobilindustrie prognostiziert wird. Ich denke, das liegt sicherlich nicht daran, dass sie jetzt weniger verblendet sind, sondern eher an der japanischen Automobilindustrie als Opferanode.
Toyota könnte das Schicksal von Kodak erleiden.
Auch große weltweite Konzerne ist nicht vor Fehlentscheidungen und auch nicht vor einem Konkurs gefeit.
Das ein Verbrenner unterm Strich teurer kommt als ein Elektrofahrzeug hat Herr Toyoda aber schon mitbekommen?
Mag ja sein, dass einige Entwicklungsländer keine Ladeinfrastruktur haben, aber wieviele Neuwagen verkauft Toyota dort wohl?
Und zuletzt, der physikalischen Realität des Klimawandels wird immer offensichtlicher und es wird zunehmend schwieriger werden, sich durch Greenwashing da raus zu winden.
„Er sagte, es werde „schwierig“ werden, die jüngsten Vorschriften zu erfüllen, die ein Verbot traditioneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bis 2035 mit sich bringt, wie es etwa die US-Bundesstaaten Kalifornien und New York sowie die EU planen.“
Die EU verbietet nicht einmal komplett, und in Kalifornien bleiben Plug-ins mit 50 Meilen aufwärts zulassungsfähig.