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Verkaufsstopp: Nach 1.500 e.Go Life steht das E-Auto vor dem Aus!

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
14. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
14. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): e.Go Mobile SE

Home e.GO Mobile Elektroautos

Die e.Go Mobile AG von Günther Schuh geleitet, der als Mitbegründer von StreetScooter schon einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte, legte mit diesem E-Fahrzeug-Unternehmen nach. In aller Munde vor allem deren Stadtauto e.GO Life, welches schon seit 2017 vorbestellt werden konnte. Im April 2019 startet die Serienproduktion – nach dem es erst zu einer Verzögerung kam. Auf Anfrage von edison teilte das Unternehmen mit, dass der e.Go Life nach 1.500 Exemplaren, die gefertigt wurden künftig nicht mehr gebaut wird. Lange nach dem Prof. Schuh das Unternehmen schon verlassen hat.

Im gesamten Jahr 2021 wurden gerade einmal 123 e.Go Life zugelassen, so die Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Was sicherlich auch daran lag, dass der e.Go Life ein wenig hinter seiner Zeit war, als er auf die Straße gekommen ist. Des Weiteren war der Preis mit 23.900 Euro für dieses Elektrofahrzeug nicht gerade günstig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man für einen geringen Aufpreis einen VW e-Up! oder Fiat 500 erhält.

In puncto Ladegeschwindigkeit konnte der 3,7 kw „schnellladende“ Stromer nicht gerade überzeugen. Längere Fahrten sind damit nicht zu bewerkstelligen. Vor allem, da die Reichweite mit gerade einmal 120 Kilometer nach WLTP-Zyklus angegeben wird. Der Durchschnittsverbrauch wird von Seiten e.Go mit 18,3 kWh pro 100 km angegeben. edison hat hier selbst entsprechende Erfahrungen sammeln können: „So lag der Durchschnittsverbrauch bei einem der Fahrzeuge nach rund 1.000 gefahrenen Kilometern bei 24 kWh/100 km. Ein zweites Fahrzeug mit rund 500 km Laufleistung zeigte sogar 37 kWh/100 km an, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 km/h. Ein dritter e.Go verzeichnete mit 32 kWh/100 km nach 500 km ebenfalls einen recht hohen Verbrauch.“

Der e.Go Life soll durch den e.wave X ersetzt werden. Gleichzeitig plane man mit diesem etliche Schwächen des e.Go Life auszumerzen. Trotz der zahlreichen Verbesserungen soll er mit 24.990 Euro nur 1.000 Euro mehr als der Vorgänger kosten. Mit Wegfall beziehungsweise der Reduktion der Elektroauto-Kaufprämie im kommenden Jahr wird das Fahrzeug dann allerdings doch nicht so preislich attraktiv bleiben.

„Der e.wave X ist weit mehr als ein Fortbewegungsmittel, er verkörpert einen echten Lifestyle. Der e.wave X wurde bewusst praktisch und speziell für das urbane Umfeld konzipiert. Mit optimalen Abmessungen für einen komfortablen Viersitzer, einer intelligenten und flexiblen Batterielösung, die nicht von der Verfügbarkeit einer geeigneten Ladeinfrastruktur abhängt“, so das Unternehmen in seiner aktuellen Mitteilung.

Quelle: edison – e.Go Life: Abgesang auf ein Versprechen

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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15 Comments
egon_meier
egon_meier
3 Jahre zuvor

Ein großes Ego reicht eben nicht aus um ein BEV erfolgreich auf den Markt zu bringen.
Ich gönne dem Professor die Bauchlandung nicht aber sein Ansatz war falsch und der Glaube, man könne sich sowas aus vorhanden Massenteilen zusammenbasteln völlig verfehlt.
Aber dem Irrtum unterlagen viele Startups und nahezu alle sind den Bach runtergegangen.
Das nennt sich dann Marktbereinigung.

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David
David
3 Jahre zuvor

Das gibt einem eine gute Idee, was aus dem Sion wird. Nichts. Insofern ist es gut, dass man vermutlich gar nicht ernsthaft vor hat, ihn auf den Markt zu bringen.

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Das große Problem dieser E-Autos ist die Kleinserienfertigung, das ist schlicht viel zu teuer. Die Startups sollten sich einfach einen Fertiger ins Boot holen, der mit Großserie Erfahrung hat und sich von dem Metallröhrchen zusammenschweißen verabschieden, vor allem wenn sie in Deutschland fertigen wollen.

Die altbekannte Fertigungsmethode mit gefalztem und lackiertem Blech in Großserie ist immer noch die günstigste Methode, um auch kleinere Fahrzeuge in größeren Stückzahlen mit guter Ausstattung zu erschwinglichen Preisen anzubieten und dabei auch die Sicherheit nicht zu vergessen, alles andere rechnet sich nicht.

Microlino hat auf Pressteile umgestellt, auch der Sicherheit wegen und lässt in Italien am Fliessband fertigen.

Auch bei dem von mir favorisierten überdachten Pedelecs führt kein Weg an der Großserie vorbei, wenn diese nicht teuerer als L6e-Fahrzeuge werden sollen. Beim Hopper geht in Richtung 10.000 Euro für etwas Metall und Kunststoff auf 3 Rädern, das ist eindeutig zuviel, um damit größere Verkaufszahlen zu erreichen und die Mobilitätswende im stadt- und stadtnahen Bereich einzuleiten.

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Silverbeard
Silverbeard
3 Jahre zuvor

Die Stückzahlen des e.Go Life sind oder waren viel zu gering um auf Neuentwicklungen auf dem Zuliefermarkt reagieren zu können. Ich vermute mal, das es Verträge über Stückzahlen mit den Zulieferern gab, so dass es z.B. nicht so einfach gewesen wäre, die Zellen für eine grössere Kapazität oder höhere Ladeleistung zu wechseln.

Der Gewinn war bei dieser Manufraktur bisher auch zu gering, um Verluste oder Strafen durch stornierte Lieferverträge zu kompensieren.

Da macht wohl ein neues Modell mit der aktuellen Technik mehr Sinn, als beim e.Go Life alles nachzubessern.

edit: Habe gerade bei e.Go auf der Homepage nachgesehen. Der wave.x ist auf den ersten Blick der e.go Life mit breiterem Fahrwerk, grösserer Reichweite, 11kW Ladeleistung und neuem Interieur.
Also eigentlich eine logische Weiterentwicklung und Anpassung an den aktuellen Standard.

Ich könnte meinen letzten Absatz vor der Nachreichung streichen.

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Silverbeard
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Wranky
Wranky
3 Jahre zuvor

Ich wollte das Auto bei der ersten öffentlichen Ausstellung in Berlin bestellen. Aber schon da musste ich feststellen, dass dieses Auto nicht den gängigen Normen in Deutschland entspricht. Die Idee war gut und ich verfolgte die Entwicklung interessiert aber wenn ich nur mit einem „Schuhanzieher“ bei 1,90m ins Auto komme ist das für mich schon das erste Ausschlusskriterium gewesen. Der alte umgerüstete VW up (eUp) war da einfach das bessere Auto.

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