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VW feiert Grundstein für die erste eigene Zellfabrik in Salzgitter

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
9. Juli 2022
Lesedauer: 3 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
9. Juli 2022
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Volkswagen

Home Automobilindustrie

Volkswagen setzt seine E-Mobilitäts-Strategie fort: Zum Auftakt seiner Batterieoffensive hat der Konzern vor wenigen Tagen in Salzgitter in Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz den Grundstein für seine erste eigene Zellfabrik gelegt. Die Produktion soll 2025 starten. Die Verantwortung für das globale Batteriegeschäft trägt ab sofort das neu formierte Unternehmen PowerCo. Es werde neben der Zellfertigung Aktivitäten entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette verantworten, so VW in einer aktuellen Mitteilung.

Bis 2030 soll die PowerCo gemeinsam mit Partnern mehr als 20 Milliarden Euro in den Aufbau des Geschäftsfelds investieren, über 20 Milliarden Euro Jahresumsatz erwirtschaften und alleine in Europa bis zu 20.000 Menschen beschäftigen. „Heute ist ein guter Tag für die Automobilindustrie in Deutschland und Europa. Volkswagen zeigt, wie die nachhaltige und klimaschonende Zukunft der Mobilität aussehen kann“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Grundsteinlegung.

„Heute setzen wir auch einen strategischen Meilenstein. Das Batteriezellgeschäft ist einer der Pfeiler unserer NEW AUTO Strategie, mit der wir Volkswagen zum führenden Anbieter von nachhaltiger und softwaregetriebener Mobilität von morgen machen“, so Herbert Diess, CEO der Volkswagen AG. Der Aufbau einer eigenen Zellfertigung sei „ein technologisches wie wirtschaftliches Megaprojekt“.

PowerCo bündelt globale Batterieaktivitäten

In der europäischen Aktiengesellschaft PowerCo bündelt der Volkswagen Konzern seine weltweiten Batterieaktivitäten. Von Salzgitter aus steuert das Unternehmen ab sofort den Aufbau des internationalen Fabrikbetriebs, die Weiterentwicklung der Zelltechnologie, die vertikale Integration der Wertschöpfungskette sowie die Ausstattung der Fabriken mit Maschinen und Anlagen. Perspektivisch sind weitere Produkte wie Großspeichersysteme für das Energienetz geplant. Nach Salzgitter entsteht die nächste Zellfabrik in Valencia, für weitere drei Zellfabriken in Europa werden derzeit Standorte sondiert. Neben Europa prüft die PowerCo zudem auch bereits weitere Gigafabriken in Nordamerika.

Geleitet wird die PowerCo von CEO Frank Blome und den Vorständen Sebastian Wolf (Chief Operations Officer), Kai Alexander Müller (Chief Financial Officer), Soonho Ahn (Chief Technology Officer), Jörg Teichmann (Chief Purchasing Officer) und Sebastian Krapoth (Chief Human Resources Officer).

Standardfabrik und Einheitszelle ermöglichen schnellen, weltweiten Rollout

Anlässlich der Grundsteinlegung stellte der Konzern erstmals das Konzept der Standardfabrik genauer vor: Salzgitter soll die Blaupause für Zellfabriken in ganz Europa sein und neue Maßstäbe für Nachhaltigkeit und Innovation setzen. „Was wir mit Fahrzeug-Plattformen wie MQB und MEB millionenfach bewiesen haben, legen wir auch dem Aufbau der Zellwerke zugrunde: Wir standardisieren auf Basis europäischer Normen und skalieren. Das ermöglicht Tempo und Kostenoptimierung bei höchster Qualität“, erklärt PowerCo CEO Frank Blome. Dabei ziele die Vereinheitlichung nicht nur auf Ausrüstung, Gebäude und Infrastruktur, sondern auch auf Produkt, Prozesse und IT. So sollen Fabriken entstehen, die sich schnell auf weitere Produkt- und Produktionsinnovationen umstellen lassen. Jede Fabrik soll zu 100 Prozent mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden und auf künftiges Closed-Loop-Recycling ausgelegt sein.

Volkswagen hat zudem erstmals die 2021 auf dem Power Day angekündigte prismatische Einheitszelle präsentiert. Sie ermögliche einen flexiblen Einsatz verschiedenster Zellchemien und soll in bis zu 80 Prozent aller Konzernmodelle zum Einsatz kommen. In Salzgitter sollen ab 2025 Einheitszellen für das Volumensegment vom Band laufen, die Zellfabrik soll perspektivisch mit einer Jahreskapazität von 40 GWh fertigen – genug für rund 500.000 elektrische Fahrzeuge.

Bis 2030 will der Volkswagen Konzern in Europa gemeinsam mit Partnern sechs Zellfabriken mit insgesamt 240 GWh Leistung betreiben. Die neue Einheitszelle soll Synergien nutzen und die Batteriekosten um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die bisherigen Muster zeigen VW zufolge eine vielversprechende technische Performance in Bezug auf Reichweite, Ladezeiten und Sicherheit – Voraussetzungen für einen künftigen Industriestandard.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 07.07.2022

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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