Seit Monaten kämpft Volkswagen bei seinem ersten Elektroauto, das auf der eigens entwickelten E-Plattform MEB aufbaut, mit Softwareproblemen. Genauso lange bekräftigt der Hersteller, am Marktstart des ID.3, der in die Fußstapfen von Käfer und Golf treten soll, im Sommer trotzdem festzuhalten. Um diesen Termin einhalten zu können, soll Volkswagen den ID.3 im Notfall mit abgespeckter Software ausliefern, wie der Spiegel berichtet.
„Der angekündigte Hightech-Wagen wird seine Kinderkrankheiten einfach nicht los“, so das Nachrichtenmagazin. Internen Unterlagen zufolge erreiche einer der Rechner im Auto (Icas3) seine Zielwerte nicht. Das Fahrzeug sei deshalb mit bestimmten Digitalfunktionen „rasch überfordert“, Software-Applikationen wie die Verkehrszeichenerkennung oder die Reifendruckkontrolle sollen nicht zuverlässig arbeiten, zudem seien einige Apps wie das Navigationssystem noch nicht fehlerfrei einsatzbereit.
Die gröbsten Fehler sollen bis Ende Juni behoben sein. Da es bis dahin „schlicht unmöglich“ sei, bis zum geplanten Starttermin Mitte August alle ursprünglich geplanten Digitalfunktionen flottzubekommen, soll VW einen „Lastabwurf“ planen: „Der ID.3 soll zunächst mit reduziertem Digitalangebot auf den Markt kommen. Fehlende Funktionen sollen die Erstkäufer später nachladen können“, schreibt der Spiegel. VW teile offiziell mit, dass der ID.3 zur geplanten Markteinführung im Sommer „mit wesentlichen Funktionsumfängen online“ sein soll.
Das erste große und für weitere Funktionen notwendige Softwareupdate soll allerdings nicht „over-the-air“ erfolgen können, wie es etwa Tesla-Kunden gewohnt sind. VW-Kunden werden aller Voraussicht nach in eine Werkstatt müssen, so das Nachrichtenmagazin.
VW-Chef Diess „drauf und dran, seine eigene E-Offensive zu konterkarieren“
Die Probleme kommen zur Unzeit, schließlich schlagen die Kosten der Auswirkungen wegen der Corona-Krise schon milliardenschwere Löcher in die Bilanz. Einen Flop des ID.3 könne sich VW nicht leisten, so der Spiegel, der bereits über Rauswürfe im Topmanagement spekuliert. Das weltweite Virus wird dem Elektroauto aber auch anderweitig gefährlich, da VW das zuletzt weggebrochene Geschäft mit Benzinern und Dieseln wieder in Schwung bringen wolle, unter anderem mit Hilfe großzügiger staatlicher Kaufanreize.
VW-Chef Herbert Diess sei „drauf und dran, seine eigene E-Offensive zu konterkarieren“, kommentiert der Spiegel. Der VW-Chef sei beim Klimaschutz neuerdings wieder zu Kompromissen bereit, obwohl der bereits vor gut zwei Jahren angekündigt hatte, VW mit einer selbst auferlegten, internen CO2-Steuer zum schnellstmöglichen Umstieg auf nachhaltige Antriebe und Produktionsweisen zwingen zu wollen. Die Klimaziele von Paris seien die „Richtschnur für unser Handeln“, sagte Diess damals.
Quelle: Spiegel — VW-Chef Herbert Diess und die Pannenserie: Notruf Wolfsburg
Was bezahlt VW, wenn ich mich als Testpilot zur Verfügung stelle? Für ein halbfertiges Auto kann VW von mir ja kein Geld erwarten…
Tja, jetzt rächt sich vielleicht, dass wir in deutschen Schulen noch mit Tafeln statt mit Computern arbeiten.
Unser Wohlstand ist auf gute Bildung, Forschung und Entwicklung aufgebaut. Leider ist unser Bildungssystem
seit Jahrzehnten kaputt gespart und auf einem völlig veralteten Stand. Kein Wunder, dass wir also kein
Personal finden welches ein Navigationssystem im Auto implementiert bekommt. Einfach nur traurig und
enttäuschend.
Da muss jetzt wohl das Marketing ran und die Variante ID.3 „Oldschool“ erfinden, mit Features wie Handschaltung und manueller direkter Lenkung etc. …. die Abschaltvorrichtung war beim Diesel doch ein ein Feature zu Motorschonung oder ;-)
Aber egal wie, man muss Autos am Start haben, falls doch Steuergeld auf den Markt geschmissen wird.
Musicman hat völlig recht, wenn Geld dann bitte mal für die Bildung!!
mit abgespeckter software könnte man zur not leben aber eine auslieferung ohne „over the air update“ Möglichkeit wäre eine riesige blamage für eine der „weltweitgrößten autobauer“ das kann ich mir kaum vorstellen. aber warten wir die Auslieferung ende August mal ab dann sehen wir weiter.
Wenn man sich überlegt, dass solche Monster-Konzerne wie MS die software jedes Jahr 10x fetter aber kein bisschen besser machen – und das seit -zig Jahren .. dann hat VW sich auch ein bisschen viel vorgenommen.
Langsam an.. und dann nachliefern. Wo ist das Problem?
Scheibenwischer, Licht und Radio geht aber ?
Für mich wäre die fehlende “over the air update” Möglichkeit generell kein Problem. Wenn das Auto nur ordentlich als Auto funktioniert …
Und ab und zu wird das Auto wohl auch mal zur Inspektion (Lenkung, Bremsen – nicht Abgas!) müssen, da kann ja was „verbessert“ werden.
Verkehrszeichenerkennung und diverse Assistenzsysteme wären aber schon zeitgemäß …
Ich weiß nicht, ob (Erzfeind/Vorbild) Tesla diese Funktionalität von Anfang an hatte.
Jetzt heißt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, auszuliefern, wirtschaftlich zu überleben und DANN die Kür!
Im Beitrag klang aber an, dass die Rechner-Hardware nicht leistungsfähig genug ist, alle anfallenden Aufgaben zeitgleich zu bewältigen – da kann die Software sicher noch ein bisschen optimiert werden, aber das wird nicht zu beliebigen Leistungssprüngen führen …
Die ursprünglich genannten und wohl immer noch im Raum stehenden Zahlen für die Zwickau-Fertigung auf MEB-Basis (100.000 dieses Jahr, jeweils über 300.000 in den Folgejahren) sind mittlerweile völlig unrealistisch. Dies sowohl von der Produktion her, als auch insbesondere vom Verkauf. Sie werden sich eben nicht wie „geschnitten Brot“ an den Mann und an die Frau bringen lassen. Letztendlich kann und wird VW es zumindest teilweise auf Corona schieben und dadurch die schleppende Markteinführung und -verbreitung von ID.3 und Mitstreitern (ID.4, SEAT,..) nach außen etwas „verschleiern“.
Naja, wie hieß es doch gleich neulich hier in den Elektroauto-News? Nachdem die Koreaner ein Model 3 zerlegt und den einen! Bordrechner analysiert hatten ließen sie verlautbaren: ‚Das können wir nicht!‘. Mit einer Verarbeitungsleistung von 3000 Bilder pro Sekunde in Echtzeit werkelt da eine Hardware die aktuell in der Welt augenscheinlich ihresgleichen sucht. Und wenn selbst die Chip Könige unserer Welt so einen Rechner nicht einfach in ein paar Monaten nachbauen können und Audi ebenfalls geschockt signalisiert das Tesla da wohl 5-6 Jahre Vorsprung hat, dann sehe ich für ein adäquates und kostenfreies Upgrade (Rechnertausch um genug Leistung für die dann hoffentlich verfügbare Software zu haben) für den ID.3 im Herbst diesen Jahres eher schwarz. Wer soll denn die Hardware dafür in 3 Monaten liefern? Tesla vielleicht?…
So nebenbei erwähnt, Tesla tauscht den bei älteren M3 verbauten Rechner kostenfrei gegen die neue Hardware aus, wenn man das Paket für autonomes Fahren mitbestellt hat. Wohlgemerkt Austausch von Hardware nicht einfach nur Software over the Air.
Mein M3, im Oktober 19 ausgeliefert, hat den neuen Rechner schon an Board und Updates gibt es spätestens alle 3-4 Wochen per WLAN übers Internet. Ich fürchte das wird eine ganz bittere Nummer für den VW Konzern und die Kunden die den ID.3 in der Hoffnung bestellt haben ein modernes, Langstrecken taugliches und gut ausgestattetes Elektroauto zu bekommen.
Schilder Erkennung hat Tesla seit einiger Zeit übrigens nicht mehr im System. Da gab einen Lizenzstreit und Tesla musste die Funktionen abschalten. Aktuell arbeiten sie an einer eigenen Lösung die dafür die Board KI nutzt und tief mit den Fahrsystemen integriert ist.
Ein intelligentes Navigationssystem, das verbleibende Akku Reichweite, Vorausberechnung von Verbrauch, Wetterdaten, Geländekontour, Gasfuß Statistik und den auf der geplanten Strecke verfügbaren Ladestationen zur Routenplanung benutzt, ist m.E. das Herzstück eine E-Autos, das nicht nur in der Stadt bewegt werden soll. Sowas nicht von Anfang an im Auto zu haben, wäre für mich ein Grund die Bestellung zu stornieren. Denn ohne so eine Navi wird die Langstrecke zum Vabanque Spiel und die Reichweitenangst zum ständigen Begleiter.
Und auch hier ist Tesla der deutschen Konkurrenz augenscheinlich um Jahre voraus, denn ich setze mich ohne jedwede Reichweitenangst in mein M3 und fahre von Darmstadt nach Hamburg, Berlin, München oder auch Amsterdam wann immer ich dazu Lust habe oder es beruflich tun muss. Und das ohne vorher im Detail zu planen wann und wo ich wie lange laden muss oder wie schnell ich maximal fahren darf. Das macht die Navi für mich. Zuverlässig, dynamisch, schnell, eigenständig und mit völlig intuitiver Bedienung.
Tesla hat für die Entwicklung und Integration dieses Systems mit den Fahrsystemen jetzt rund 5 Jahre gebraucht. Und da arbeiten seit Jahren hoch motivierte, kreative, top ausgebildete, gut bezahlte und mit allem ausgestattete Horden von Spezialisten an einer Plattform die kompromisslos auf Elektro Mobilität ausgerichtet ist. Wie können wir auch nur annehmen das unsere verschlafenen Autobauer, die im Bereich Software im Auto eher noch in den 90er oder Nullern hängen und bzgl. Hardware lieber ihre Zulieferer schützen und Verbrenner Profite einstreichen wollen als innovative, integrierte und hoch optimierte Systemkonzepte auf die Straße zu bringen, das in weniger als 2 Jahren schaffen…. Wunschdenken das ist.
Ich bin immer wieder überrascht, wie viel Informationen rund um den ID3 und die mannigfaltigen Probleme auftauchen. Ich habe dies bei noch keiner Fahrzeugentwicklung so erlebt – egal von welchem Hersteller. Vielleicht sollte man einfach mal abwarten, was letztendlich ausgeliefert wird. Vor allem auch wann und zu welchen Konditionen! Nur das ist für mich kaufentscheidend und nicht irgendwelche Spekulationen!
Herbert Diess soll Power geben. Elektonik auf das Wesentlichste beschränken. Wenn man hört, was auch bei den Hochpreisigen alles nicht optimal funktioniert , wäre weniger mehr. Auf die ganzen Sicherheits- und Hubgeräusche einschliesslich autom. Steuerung kann man verzichten. Nur Einfachheit kann mit Erfolg patentiert werden.
Dass die Rechnerhardware offenbar unterdimensioniert ist, verheisst für die Sicherheit und Zuverlässigkeit nichts Gutes.
1. Bzgl. Over-the-air-Updates:
Im Bericht steht: „Das erste große und für weitere Funktionen notwendige Softwareupdate soll allerdings nicht „over-the-air“ erfolgen können“. Man beachte „das ERSTE Softwareupate wird nicht over-the-air sein“. Bedeutet im Umkehrschluss: Es wird „over-the-air-updates“ geben, nur eben nicht das erste (mit dem ersten Update muss qasi das over-the-air-update „aktiviert“ werden – warum auch immer). Das ist aber keine neue Information – diese Info hatte ich schon Ende 2019 gelesen. Ist also überhaupt nix neues, sondern war von Anfang so geplant. Also alles OK ;-)
2. „Nachliefern“ von Software-Funktionen:
Ist für mich (als Software-Entwickler) in der heutigen Zeit das normalste der Welt. Ich find’s völlig OK, wenn der ID.3 erstmal etwas abgespeckt ausgeliefert wird und die Software-Updates (over-the-air) mit der Zeit dann die Funktionen erweitern/optimieren. Hauptsächlich möchte ich mit dem Wagen fahren – und das geht auch mit „abgespeckten“ Software-Funktionen. Für mich ist das kein Hinderungsgrund, das Auto zu kaufen.
3. Zu schwache Hardware/Prozessor:
Das ist natürlich eine andere Kategorie von Problemen. Software kannst du leicht ändern/austauchen – bei Hardware ist das schon viel schwieriger/kostenaufwendiger. Da kann man nur hoffen, dass VW die Probleme in den Griff kriegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass VW die Hardware optimiert und dann zu seinen Kunden sagt: „So, komme mal in die Werkstatt und wir tauschen kostenlos die Hardware aus“ – das wäre ja zu schön, um wahr zu sein.
Wie immer: VW = Viele Wagnisse….Um mal aus dem Autofahrerjargon zu sprechen….
Es sieht so aus als ob VW ein Struckturproblem hat.Für den klassischen Entwicklungsbereich scheinen sehr gute Teams da zu sein
die hochprofessionelle Arbeit liefern.
Selbst im Bereich E-Antriebe sind sie offenbar gut.
Im Bereich Elektronische Software/hardware haben sie es gerade mal geschafft das was sie schon 20 jahre machen endlich mal
einigermassen störungsfrei zum laufen zu bringen.
Das reicht heute aber bei weitem nicht mehr.Wenn VW in der Liga von Tesla und Co. mitspielen will und das müssen sie wenn sie zukünftig überleben wollen brauchen sie ein professionelles Konzept und Spitzenteams um möglichst schnell aufzuholen.
Eine Chance in schwierigen Zeiten wie heute wäre Unmengen von inzwischen obsoletem Personal möglichst sozialverträglich
abzubauen und Topleute aus dem Elektronik und Softwarebereich einzustellen egal wie teuer die sind.
Im Übrigen wäre es für die technologische Entwicklung nicht schlecht wenn weniger Leute ,Germanistik,Sozialpädagogik,Genderkram und was ich was studieren würden sondern mehr Informatik ,Mathematik, Physik sowie sonstige Ingenieurs und Naturwissenschaften.
Dann könnten die im Taxi hinten sitzen und wären mal ein Gewinn für die Gesellschaft.