-Der Artikel erschien ursprünglich am 19. August 2019, hat am 07. Dezember aufgrund neuer Informationen ein Update erfahren. –
Elektrofahrzeuge müssen nicht gezwungenermaßen auf der Straße unterwegs sein. Zumindest beweist uns dies das größte Elektrofahrzeug weltweit, welches derzeit seinen Dienst in einem Steinbruch in Biel, in der Schweiz absolviert. Bei diesem handelt es sich um einen 110 Tonnen schweren Muldenkipper (voll beladen), welcher Kalk und Mergel von der Seite eines Berges zu einem fix installierten Transportsystem transportiert. Das Beste daran. Er muss nicht aufgeladen werden.

Möglich wird dies dadurch, dass im Rahmen der Rekuperation der Bremsenergie bei elektrischen Grossfahrzeugen extrem hohe Ladeströme anfallen. Die in den Batterien der Lithium Storage GmbH gespeicherte Energie wird für die Fahrt bergwärts eingesetzt und der Überschuss in das Stromnetz eingespeist.
„Im April 2018 nahm das auf den Namen «Lynx» (zu Deutsch: Luchs) getaufte Fahrzeug seine Arbeit im Steinbruch der Vigier Ciment in Péry im Berner Jura auf. Der Luchs wird in den nächsten zehn Jahren jährlich rund 130 Tonnen CO2 und 50.000 Liter Diesel einsparen.“
Der 45 Tonnen schwere Muldenkipper muss zunächst 13 Prozent Steigung absolvieren, bevor er sich mit 65 Tonnen Kalk und Mergel beladen zur Abladestelle aufmachen kann. Mit mehr als dem Doppelten des Gewichts, das den Hügel hinuntergeht, nimmt das regenerative Bremssystem des Tieres mehr als genug Energie auf, um den Strom wieder aufzufüllen, die der eDumper verwendet hat.
Im Fahrzeug selbst ist eine 600 kWh-Batterie verbaut – ausreichend für sechs Tesla Model S in der größten Ausführung – dieser alleine bringt es auf etwas über vier Tonnen Gewicht. Nach Angaben von Kuhn Schweitz produziert der eDumper rund 20 Mal am Tag 200 kWh überschüssige Energie, was 77 Megawattstunden pro Jahr entspricht. Ein typischer Muldenkipper verbraucht zwischen 41.640 und 83.300 Liter Dieselkraftstoff pro Jahr. Das spart bis zu 130 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxidgas pro Jahr.
Der eDumper wurde auf Basis eines Diesel-betriebenen Muldenkippers des Typs Komatsu HD 605-7 komplett neu aufgebaut. Um den Elektroantrieb optimal zu dimensionieren, wurde ein herkömmlicher Kipper mit vielerlei Sensoren bestückt, damit zahlreiche Messdaten gewonnen werden konnten. Unter anderem das nötige Drehmoment an der Kardanwelle sowie die Leistungsabgabe des Motors.
Quelle: edumper.ch
Coole Sache das. Frage mich nur wie in 40-80 Tonnen Diesel 130 Tonnen Co2 enthalten sein können….
Aber es ist kein „Pertetuum Mobile“
Die Energie zum hinfahren zum Aufladeort ist doch
bestimmt 1x geladen worden…. die Energie die der
Schsufebagger der den belädt ist doch ni ht in der Technung drin….
Trotzdem eine tolle Sache❤
Hört sich erstmal gut an. Es wäre dennoch interessant, wie die gesamte Bilanz zum Lebensende eines solchen Fahrzeugs aussieht, ansonsten hat eine „Momentaufnahme“ kaum Bedeutung.
Auch wenn Politik und Medien gerne darauf rumreiten, wäre es toll, wenn irgendwann begriffen wird, dass CO2 nicht der böse Wicht ist ;)
Grüße
Der Micha
Batterien lassen sich nur schwer schnell laden. Das sieht man ja auch an die ladezeiten von Elektroautos. Fährt also so ein Fahrzeug wirklich lang genug bergab um tatsächlich die Batterien voll zu bekommen? Irgendwie ist mir das nicht ganz geheuer.
@Mike, Anscheinend sind die 200kWh auf einen ganzen Tag bezogen. Also z.B. pro Tag 15h fahren, dabei mit 20 Fahrten von 200kWh auf 400kWh aufladen, und dann abends 200 davon ins Netzt. Das würde zu den 77.000 kWh/Jahr passen.
Das wäre moderat für die Batterie, der LKW fällt tagsüber beim Einsatz nicht aus und die Batterie macht es ein paar Jahre.
Da müsst ihr aber auch mit hinschreiben wie viel CO2, bei der Herstellung der Batterien, an die Umwelt abgegeben wurde, dann erst dann ist es sinnvoll zu vergleichen ob es denn so umweltfreundlich ist…
Ein durchaus interessanter Artikel.
Leider hat man bei manchen Beiträgen im Forum das Gefühl im Kindergarten zu sein.
Jetzt bitte noch die Batterie durch eine Oberleitung ersetzen, damit man die Batterie verkleinern oder gar ganz darauf verzichten kann, das Fahrzeug fährt eh sein ganzen Leben die selbe Strecke.
Fakenews.
Wo genau seht ihr jetzt einen Unterschied zu einem perpetuum mobile?
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/e-mobilitaet/der-groesste-elektro-muldenkipper-der-welt-mit-45-tonnen-batterie/
Lesen!
Es handelt sich sicherlich nicht um das größte E-Fahrzeug der Welt. Deutlich größer sind die MTAB IORE der Erzbahn mit ähnlichem Job aber anderer Fahrbahn: https://de.wikipedia.org/wiki/MTAB_IORE.
Keep it simple
Die füllen seit ewig das obere Vehikel mit Wasser und ziehen mit einem Drahtseil über eine Rolle das untere Fahrzeug nach oben.
Unten kommt das Wasser in den Tank der Kleingaertner-Anlage
2 Fahrzeuge ohne Batterie und ohne Motor sind sicherlich sauberer und billiger
All the best, Gerardo
Wir brauchen mehr Baustellenfahrzeuge mit Strom oder anderen Antriebsarten!
Funktioniert aber auch nur in diesem Ausnahmefall, wenn man in der Lastrichtung bergab fährt, und leer wieder bergauf..
Kurze Anmerkung: Auf der Schiene fahren schon seit mehr als 100 Jahren wesentlich schwerere und leistungsfähigere Elektrofahrzeuge, die ebenfalls nicht geladen werden müssen (kontinuierliche Stromzuführung über Oberleitung). Es ist wieder einmal typisch, dass unter „Elektromobilität“ wieder nur der Straßenverkehr gesehen wird.