Es ist eine explosive Mischung für die europäische Autoindustrie: steigende Produktionskosten und Zulieferprobleme auf der einen Seite, sinkende Kaufkraft und stagnierende Verkäufe auf der anderen. Vor allem vor den chinesischen Herstellern muss man sich wohl fürchten. Stellantis-Chef Tavares warnt jetzt gar vor einem „Kampf“ mit den Chinesen. Sein Rezept dagegen ist typisch europäisch: der Ruf nach der EU.
Die Politik müsse Antworten auf die neuen Herausforderer aus China finden, erklärte Tavares in einem Interview mit der Automobilwoche am Rande der in den USA stattgefundenen Elektronikmesse CES. Es gelte die europäische Industrie zu schützen, weil die Chinesen deutlich günstiger produzieren könnten als die Europäer. Die chinesischen Fahrzeuge könnten daher vor allem die europäische Mittelschicht ansprechen, die sich die immer teurer werdenden Elektroautos sonst nicht leisten könnte. Und die Kaufkraft nehme in Europa aktuell ab statt zu.
Tavares warnt vor dem Solarmodul-Szenario: aufgrund niedrigerer Produktionskosten hatten die Europäer die Produktion von Solarmodulen zwischenzeitlich vollständig an die Chinesen verloren. „Diesen Film haben wir schon einmal gesehen. So muss es aber nicht laufen„, gibt sich Tavares kämpferisch. Die Gründe für den Wettbewerbsnachteil der Europäer sieht Tavares in der europäischen Emissionspolitik, die die Produktionskosten um rund 40 Prozent gegenüber der chinesischen Fertigung verteuern würden. Ließe man die Chinesen ohne Hürden – beispielsweise Importzölle – in den Markt, würde das zu unpopulären Maßnahmen wie Kapazitäts- und Personalabbau führen. Eine weitere Möglichkeit sieht er in der „Re-Industrialisierung“, also der Rückholung von verloren gegangenen Produktionsketten wie der Batterieproduktion. Hier wäre aber noch viel zu tun. Wenn die EU aber nichts unternehme, werde es „einen furchtbaren Kampf geben„.
Die EU soll nun also ausbügeln, was die europäischen Hersteller jahrelang verschlafen haben. Die Kostenvorteile der Chinesen resultieren nicht nur aus niedrigeren Produktionskosten, sondern vor allem auch aus deren jahrzehntelanger Erfahrung mit dem Bau und Vertrieb von Elektroautos. China wisse, wie man kleine Autos mit erschwinglichen Batterien herstelle. Die Europäer haben sich hingegen viel zu lange auf das Verbrenner-Geschäft konzentriert. Jetzt soll’s die EU richten.
Quelle: ecomento.de – Stellantis-Chef sieht „Kampf“ mit Autoherstellern aus China
muss dem Kommentator absolut recht geben was er im letzten absatz schreibt, under Problem ist die Überbürokratiesierung, die hohen Gehälter was aber auf die extrem hohen Lebenshaltungskosten zurückzuführen ist, und jetzt aktuell durch extrem hohen Energiekosten die größtenteils aber selbstverschuldet sind und natürlich durch die Auslagerpolitik der Hersteller alles im Ausland dazuzukaufen und im Inland zusammenzubauen was natürlich auf Kosten der Qualität geht Echtes Made in Germany gibt es schon lange nicht mehr.
Die Chipkrise und das Hochlaufen der Produktionszahlen der BEV bei gleichzeitig hohen staatlichen Förderprämien haben dazu geführt, dass hohe Nachfrage auf ein begrenztes Angebot getroffen ist.
Die Hersteller haben sich auf die margenstärksten Modelle konzentriert und zusätzlich die Preise schön hochgehalten. Das gab dann fette Gewinne…
Dass die Party nicht ewig weitergehen wird, muss doch jetzt keinen überraschen?
Immer mehr Produzenten erhöhen stetig das Angebot. Die Nachfrage steigt dank auslaufender Förderungen und hoher Fahrzeugpreise aber deutlich weniger stark. Aktuell hohe Strompreise sind da zusätzlich bremsend.
Dann kommen wir irgendwann in den Bereich der Maktsättigung. Auf einmal wird für den Produzenten die Konkurrenz spürbar. Dutzende neuer Namen werden die Liste ehemaliger Automobilproduzenten erweitern. Das ist unabwendbar…
Herr Tavares’s Vergleich mit den Solarmodulen hinkt aber gewaltig. Damals wurde durch bewusst starke Absenkung der Einspeisevergütung der Markt auf einen den damals fast ausschließlich fossil erzeugenden Energiekonzerne genehmen „Ausbaupfad“ zurechtgestutzt. Gleichzeitig wurde zu lange dem chinesischen Dumpingunwesen zugesehen.
Jetzt liegen die Verhältnisse doch ein wenig anders. Die Förderpämien laufen langsam aus, aber es gibt doch keine Zulassungsbeschränkungen für Elektrofahrzeuge! Angesichts der ungleich größeren Summen und der aktuellen wirtschaftlichen Lage kann die chinesische Regierung keine massiven Dumpingpreise unterstützen.
Bleibt der Standortvorteil Chinas durch niedrige Umweltstandards, teiweise menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und einseitigen Protektionismus. Dies ist jetzt aber nicht das Problem der Automobilindustrie, davon sind alle betroffen. Daher kann es hier auch nur eine (mindestens) europäische besser aber noch globale Initiative geben, die zum Schutz von Umwelt und Mensch einen Lastenausgleich zwischen Regionen und Nationen anstrebt.
Sollte dies einmal erfolgen, wird sich Herr Tavares sicher trotzdem nicht uneingeschränkt freuen. In Billigländern günstig Teile einzukaufen und die Autos dann im europäischen Premiummarkt teuer loszuwerden, wird dann eben auch nicht mehr so schön gewinnbringend ablaufen. ;-)
Der Kampf is bereits schon im Gange und langsam (ja!) droht als verloren genannt zu werden, leider… :(
Weshalb ist die Überschrift als Frage formuliert?
Wenn China sich politisch so weiterentwickelt, wie es sich in den letzten ca. 10 Jahren entwickelt hat, dann müsste man sich wohl bald schämen, wenn man mit einem chinesischen Gefährt rumkutschiert. Ich meine, schon heute halten die dem Aggressor eines kriegerischen Überfalls in Europa den Rücken frei und machen auf beste Freunde.
Es ist doch schön, wenn man immer mit dem Rückgrat der Regierung rechnen kann, aber sonst einfach macht, was dem eigenen Portemonnaie gefällt. Eigentlich eine Frechheit.
Ich weiß, man muss natürlich die eigene Wirtschaft stützen, keine Frage, es wird sonst für die Industrie und natürlich die Arbeitnehmer sehr schwierig.
Warum man aber eine solche Outsourcing-Welle toleriert hat und fast sämtliche Industrie auf fremden Boden gebaut hat, ist fraglich. Nein, eigentlich weiss man die Gründe ja – schuld an diesem ganzem Malheur ist schlussendlich auch die Regierung. Denn diese haben den Einheimischen schlicht eine zu schlechte Basis geboten, im eigenen Land zu produzieren – jetzt ist es eben zu spät.
Deshalb finde ich es eigentlich gar nicht mal so unfair, wenn jetzt die EU, oder eben Regierung, hinhalten soll.
Die Globalisierung ist doch wegen der Preise anderswo seit Jahrzehnten gewollt. Und, Huch das kann ja auch zum Problem werden. Ich denke den europäischen Fahrzeugherstellern wird es ergehen wie Grundig, Nordmende und anderen. Andererseits, wenn Putin Ernst macht haben wir andere Sorgen.
Die Europäer haben (leider) den Schuss nicht gehört, statt dessen reitet man da Wasserstoff Pferd im Pkw Bereich…
…guten Morgen Hr. Tavares, dann strengen sie sich an!
Es ist die Summe mehrerer Faktoren der letzten Jahrzehnte. Die „alte Welt“ ist unflexibel und bequem geworden.
Die Früchte die du erntest sind die Samen, die du säst ;-)
Stellantis hat nach wie vor keine dezidierte E-Plattform am Markt laufen.
Man google des Herren Aussagen in den so letzten 24 Monaten….
Beispiel VW . Tausende Bullshit Jobs , hunderte Gewerkschaftsfunktionäre , zig pseudo Manager usw usw . Das System VW ist doch wie der Zwangsabgaben finanzierte Öffentliche Rundfunk .
das schlimmste kommt noch , für den Steuerzahler , wenn VW Staatskonzern wird .
Wenn unsere amerikanischen Freunde nach Russland dann Sanktionen gegen China befehlen ,
dann hat sich das Thema eh erledigt .
willkommen im unbeleuchteten Wildpark Deutschland.
home of wokeness and diversity
Die Frage ist: wird Stellantis Protektionismus helfen, wenn die wichtigsten Absatzmärkte außerhalb Europas liegen?
wenn Europa nicht wettbewerbsfähige Produkte für den „Eigenverbrauch“ produziert, sichert das unserem Wohlstand?
Protektionismus ist eine Sackgasse – leider
Im Schicksal der deutschen
…und britischen Automobilindustrie spiegelte sich die gegenläufige Entwicklung beider Länder. 1956 war Großbritannien schon nicht mehr der führende europäische Automobilhersteller. Zwanzig Jahre später ging British Leyland, der letzte namhafte Autobauer des Landes, in Konkurs. Insgesamt 88 britische Automobilfirmen verschwanden in der Nachkriegszeit. Dagegen symbolisierte der Aufstieg von VW, Mercedes-Benz und BMW die Stärke der deutschen Industrie. In den nächsten Jahrzehnten wird die deutsche Automobilbranche ein ähnliches Schicksal erleiden wie seinerzeit British Leyland in den 1970ern. Deutsche Autobauer stehen vor einer existenziellen Krise, die Branche ist mit den größten technologischen Veränderungen ihrer Geschichte konfrontiert.
In China verliert VW bereits massiv Marktanteile an einheimische Konkurrenten, die europäische Technologie angeeignet haben. Deutschland steht vor allem im Bereich Elektroautomobile unter Druck. Der Marsch der westlichen Ökofanatiker in Richtung null Emissionen verheißt nichts Gutes.
Das in der Provinz Fujian ansässige Unternehmen CATL, das vor nur elf Jahren gegründet wurde, kommt bereits auf 30% des Marktes für Autobatterien. Seine Marktkapitalisierung von 146 Mrd. Dollar beträgt das Doppelte von VW (73 Mrd.). Doch es ist BYD, der vertikal integrierte Auto- und Batterieproduzent mit einer Marktkapitalisierung von 96 Mrd. Dollar, der die größte Bedrohung für die deutschen Autobauer darstellt.
BYD, CATL und Elon Musks Tesla sind die einzigen Unternehmen, die kostengünstige Batterien der zweiten Generation produzieren können, , welche bis zu 20% mehr Reichweite haben. Angesichts dieses technologischen Vorsprungs und solcher Profitmargen können deutsche Unternehmen nicht viel ausrichten.
Besonders gefährdet ist VW
Was die unverzichtbare Software für selbst fahrende Autos angeht, so ist Deutschland fünf Jahre hinter Tesla zurück. In der Produktion von Karosserie-Oberbau und Innenausstattung ist Deutschlands führende Stellung geschwächt. Vor zehn Jahren waren chinesische Autos lachhafte Nachbauten von minderwertiger Qualität. Laut dem US-Analyseunternehmen J.D.Power haben chinesische Autobauer inzwischen qualitative Parität erreicht.
Tesla hat am Stadtrand von Berlin bereits eine integrierte Gigafabrik errichtet. Im Billigbereich muss Deutschland in diesem Jahr die Ankunft preisgünstiger Elektroautos von BYD, Great Wall Motor, Nio, Xpeng und SAIC Motor fürchten. Weitere fünfzehn chinesische Autobauer werden folgen. Zunächst werden sie von einem Standort mit einer Produktionsleistung von 26 Mio. Stück (das ist mehr als jene Europas, Amerikas und Japans zusammengenommen) nach Europa exportieren. Bald werden chinesische Autohersteller Fabriken in Europa bauen. CATL hat jüngst den Bau einer Batterie-Gigafabrik in Ungarn angekündigt.
Besonders gefährdet ist VW, zerrieben zwischen niedersächsischer Landespolitik, linken Gewerkschaften und plutokratischen Familien, aber auch Mercedes und BMW, die das Luxussegment dominieren, sind betroffen. Im Laufe der letzten zehn Jahre hat der chinesische Automobilhersteller Geely die kränkelnden Marken Volvo und Lotus gekauft und seine eigene Marke Polestar entwickelt. Sie alle gewinnen Anerkennung und Preise für ihr Luxusangebot und wollen massiv in Europa expandieren.
weltwoche.ch
Ja so sind die Europäer, sonst soll sich möglichst niemand einmischen „der Markt regelt das“. Es sei denn, es geht Ihnen an den Kragen, dann darf der Markt das natürlich nicht regeln.
Ja Herr Tavares leider ist es so, dass sie ja nicht mal fähig sind, die Bestellten Autos Zeitgerecht zu liefern! Habe im September einen Renault Megan E-Tech Iconic bestellt und bis Heute keine Bestätigung, dass das Auto auch gebaut wird (von Liefertermin gar nicht zu reden)! Jede Woche ein neues Modell anbieten aber die Bestellungen nicht abarbeiten! So funktioniert der Handel nicht und sie können noch lange versuchen Ihre Firma zu schützen vor den Chinesischen Teilen, doch selber bauen sie ja auch solche ein! Lasst doch der freien Weltmarkt Wirtschaft mal ein Bisschen Zeit, dann werden auch die Europäischen Hersteller, entweder überleben oder einfach sterben! Ob jetzt ein BMW made in Germany direkt von China geliefert wird oder ein Smart vom Chinesischen Hersteller mady by Mercedes! Auch Volvo lebt nur noch weil ein Chinese ihn gekauft hat und Polstar ist wie MG sowieso ein Chinese! Noch was zum nachdenken, immer wird darüber geklagt wie schlecht die Chinesen Produkte sind, doch bei den Autos haben die, die nach Europa kommen alle 5 Sterne im Test gemacht! Statt Reden schwingen und Jammern, lieber produzieren und Liefern, dann wären die Kunden zufrieden und der Markt läuft! Ich bin jetzt auch am suchen einer Alternative, da ich nicht weiss ob Renault überhaupt liefern will!