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Umweltbonus: Gerade einmal 9.926 Anträge im Januar 2023

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
11. Februar 2023
Lesedauer: 5 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
11. Februar 2023
Lesedauer: 5 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockillustrations-Nummer: 649316047

Home Elektroauto News 2023

Wir schreiben Mitte Februar 2023 und können einen Blick darauf riskieren, wie der Umweltbonus/ die Kaufprämie für Elektroautos ins neue Jahr gestartet ist. Im Dezember 2022 hieß es noch, dass 228.982 Anträge neu hinzugekommen sind. Stark getrieben durch die Kürzung der Förderung für E-Autos und dem Streichen der Prämie für Plug-in-Hybride. Mit einem Abschwung im Januar 2023 war daher zu rechnen.

Das Ausmaß erscheint allerdings extrem hoch. Bis zum 31. Januar 2023 gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) 1.875.543 Förderanträge ein. Seit Ende Dezember 2022 sind somit 9.926 Anträge neu hinzugekommen. Damit liegen die Anträge auf die Kaufprämie deutlich unter denen der Vormonate. Mit einer Erholung dürfte zu rechnen sein, allerdings mit einem eher gemächlichen Anstieg.

1.875.543 Umweltbonus-Anträge wurden bis Ende Januar 2023 gestellt

1.875.543 Umweltbonus-Anträge wurden bis Ende Januar 2023 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingereicht. Die Anträge für Fahrzeuge mit Alternativem Antrieb konnten somit im ersten Monat des aktuellen Jahres nur 9.926 Neuzugänge verzeichnen. Man sieht, dass 9.674 Anträge für Elektroautos, 250 Anträge für Plug-in-Hybride sowie zwei Förderanträge für Brennstoffzellen-Fahrzeuge dazugekommen sind.

Die Anzahl der gestellten Anträge auf den Umweltbonus sind somit bei allen drei Antriebsarten deutlich gesunken. Bei Wasserstoff-Fahrzeugen könnte man fast behaupten, dass man auf einem normalen Monatsvolumen gelandet ist. Bei E-Autos war ein deutlicher Rückgang zu sehen. Die Anträge für Förderung der PHEV dürften nur noch Ausläufer sein, da es ab 2023 keine offizielle Förderung mehr für diese Antriebsart gibt.

1.070.437 Anträge für reine E-Autos, 804.672 für Plug-in-Hybride und 434 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

1.070.437 Anträge für reine E-Autos, 804.672 für Plug-in-Hybride und 434 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge – so lautet die Bilanz aller bisher gestellten Umweltbonus-Anträge, welche in Summe 1.875.543 Anträge auf die Kaufprämie für Fahrzeuge mit Alternativem Antrieb ergeben. Wie eingangs erwähnt hat die Bundesregierung die Förderung von Elektrofahrzeugen grundlegend neu ausgerichtet.

Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, soll sich die Förderung für elektrische Fahrzeuge ab 1. Januar 2023 nur noch auf Kraftfahrzeuge konzentrieren, die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben. Das bedeutet konkret, dass die Förderung – der sogenannte Umweltbonus – ab 1. Januar 2023 auf batterie- und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge konzentriert wird. Plug-in-Hybride z.B. werden künftig nicht mehr gefördert.

Konkret werde der Kauf von reinen Elektroautos (batterie- oder brennstoffzellenbetrieben) ab Januar 2023 je nach Kaufpreis, mit 3.000 bis 4.500 Euro bezuschusst, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in einer aktuellen Mitteilung. Ab dem 1.9.2023 werde der Kreis der Antragsberechtigten zudem auf Privatpersonen begrenzt. Für E-Autos über 45.000 Euro Nettolistenpreis entfällt der Umweltbonus ab dem 1. Januar 2024 vollständig. Die Förderung für Plug-in-Hybride läuft Ende 2022 aus.

Anträge nach Antragsteller im Detail im Januar 2023

Wie sich die bereits gestellten Anträge im Einzelnen verteilen, haben wir in einem der vorherigen Abschnitte erfahren. Interessant ist allerdings auch die Tatsache, wer den eigentlich die Anträge für den Umweltbonus stellt. Gestellt werden kann der Antrag für die Kaufprämie für E-Autos sowohl von Privatpersonen, als auch Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine werden. Nachfolgend betrachten wir im Detail, wie sich die gestellten Anträge auf die einzelnen Antragssteller aufteilen. Hierdurch ergibt sich folgendes Bild.

  • Privatperson: 776.986
  • Freiberuflich tätige Person: 6
  • Unternehmen: 935.899
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung: 9.264
  • Privatunternehmen: 12
  • Verein: 820
  • Eingetragener Verein, gemeinnütziger Investor: 5.949
  • Kommunale Betriebe: 1.221
  • Kommunaler Zweckverband: 204
  • Kirche, kirchl. Einrichtung, anerkannte Religionsgem.: 2
  • gemeinnützige Organisation: 2
  • Stiftung: 1.046
  • Körperschaft: 13.558
  • Eingetragene Genossenschaften: 1
  • Einzelunternehmer: 15

Unternehmen als auch Privatpersonen stellen in Summe eine fast vergleichbare Anzahl an Umweltbonus-Anträgen. Inwiefern eine stärkere Verschiebung hin zu Unternehmen wieder stattfinden wird, nach Wegfall der Förderung für PHEV, ist fraglich. Denkbar wäre dies jedoch.

Denn generell mag der Schwerpunkt auf Unternehmen daran liegen, dass es eine Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen gibt. Denn der Bundesrat hat der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Förderung von Elektrofahrzeugen bei der Dienstwagenbesteuerung zugestimmt. Die Dienstwagenregelung wurde zudem, mit Wirkung vom 31. Juli 2019, bis Ende 2030 verlängert und sogar auf 0,25 Prozent-Punkte herabgesenkt.

Umweltbonus-Ranking der Hersteller und Modelle bis Januar 2023

An der Spitze gestellter Umweltbonus-Anträge nach Hersteller verändert sich so schnell nichts. Hier setzt sich weiterhin Volkswagen mit 261.871 gestellten Anträgen deutlich von seinen Marktbegleitern ab. Die Anzahl der Anträge bei Mercedes-Benz (178.426) sind im Vergleich zum Drittplatzierten BMW (154.084), dieses Mal nicht ganz so stark gewachsen. Gerade mit Wegfall der Förderung von PHEV wird es interessant, wie BMW und Mercedes-Benz den zweiten Platz unter sich ausmachen.

Renault (128.684 Anträge) musste im Januar Tesla (133.184 Anträge) erneut auf dem vierten Platz dulden. Auf Rang sechs reiht sich Hyundai mit 107.231 gestellten Anträgen ein. Gefolgt von Audi, welche ihren siebten Rang verteidigen konnten. Auch hier erscheint der Abstand mit Audis 106.103 Anträgen eher gering auf Hyundai und könnte eine Rangwechsel in Zukunft zulassen. Mit Abstand gesellen sich dann Opel (73.981), Seat (71.468) sowie KIA (71.225) hinzu.

Auf Modellebene betrachtet zeichnet sich folgendes Bild:

  • Tesla Model 3 (91.387)
  • Renault ZOE (84.833)
  • VW ID.3 (59.458)
  • VW e-up! (55.243)
  • Hyundai Kona Elektro (51.547)
  • Smart ForTwo EQ (46.488)
  • BMW i3 & i3s (44.100)
  • Fiat 500 (43.313)
  • Tesla Model Y (39.373)
  • Audi A3 e-tron (31.802)

Betrachten wir die gestellten Anträge je Bundesland ergibt sich folgendes Bild:

  • Baden-Württemberg: 282.404
  • Bayern: 352.540
  • Berlin: 57.727
  • Brandenburg: 37.497
  • Bremen: 9.652
  • Hamburg: 42.010
  • Hessen: 171.503
  • Mecklenburg-Vorpommern: 15.540
  • Niedersachsen: 172.616
  • Nordrhein-Westfalen: 456.734
  • Rheinland-Pfalz: 88.862
  • Saarland: 21.905
  • Sachsen: 9.561
  • Sachsen-Anhalt: 24.040
  • Schleswig-Holstein: 62.998
  • Thüringen: 29.358
  • Unbekannt: 596

Weitere Informationen findest du direkt hier beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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2 Comments
HH_52
HH_52
3 Jahre zuvor

FCEVs sind meines Wissens ab diesem Jahr nicht mehr förderfähig und letztes Jahr war es soweit ich weiß, nur der Mirai 2 in der Basiskonfiguration.

Zulassungszahlen von Brennstoffzellenfahrzeugen in Deutschland nach Modell finden Sie unter folgendem Link:

Zulassungszahlen für Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb in Deutschland – Elektro Kraftfahrzeuge (elektro-kraftfahrzeuge.com)

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Norbert Seebach
Norbert Seebach
3 Jahre zuvor

Natürlich war dieser Rückgang absolut zu erwarten. Diesen als in breiter Front nachlassendes Interesse an der E-Mobilität zu deuten, ist nach meiner festen Überzeugung in erster Linie der Propaganda der Mineralölwirtschaft und der Verbrenner-Fraktion und Teilen der von ihr gesteuerten, willfährigen Journaille geschuldet, die diesen Unsinn genüsslich verbreiten. Schon die immer noch langen Lieferzeiten für viele Modelle sprechen hier eine andere Sprache. Sicher: der derzeit hohe Strompreis und die Kostenentwicklung bei E-Autos mögen kurzfristig denkende Menschen derzeit eher abschrecken – Fakt ist jedoch, dass der Strompreis auf lange Sicht eher fallen wird, während die Preise für fossile Kraftstoffe nur eine Richtung, nämlich steil nach oben, kennen. Die nur vorübergehend ausgesetzte Erhöhung der Co2-Bepreisung wird sich in den kommenden Jahren umso deutlicher bemerkbar machen. Darüber hinaus wird unser Strommix mit dem nun endlich forcierten Ausbau der Erneuerbaren wieder sauberer und günstiger werden. Ohne die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die durch das chinesische Covid-Chaos ausgelösten logistischen Engpässe -sprich Verknappung und Verteuerung essentieller Vorprodukte, wäre erwartbar gewesen, dass die Preise für E-Fahrzeuge deutlich sinken, da die nun reduzierte bzw. wegfallende staatliche Förderung in der Preisfindung selbstverständlich „eingepreist“ war. Die Reduzierung der Förderung war daher richtig und notwendig, um hier nicht einen behäbigen, in seiner Konkuurrenz- und Innovationsfähigkeit eingeschränkten Dauersubventionsbereich zu schaffen. Es bleibt zu hoffen, dass auch unsere Hersteller von Elektroautos erkennen, dass wir in Zeiten rückläufiger Kaufkraft in breiten Teilen der Bevölkerung unseren Wohlstand als „Automobilnation“ nicht durch die Fokussierung auf Fahrzeuge der Luxusklasse (siehe Mercedes) erhalten können, sondern endlich bezahlbare E-Fahrzeuge für Durschnittsverdiener brauchen!

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