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Was sich in Deutschland in Sachen Elektromobilität ändern muss

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
17. April 2019
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
17. April 2019
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 749566240

Home Automobilindustrie

„Die Selbstgefälligkeit der Auto-Bosse wird sich rächen“ betitelt die Süddeutsche Zeitung einen Kommentar über die aktuelle Lage der deutschen Autoindustrie. Diese habe zu lange an der Produktion von Verbrenner-Fahrzeugen festgehalten und nicht schnell genug auf den globalen Trend zur Elektromobilität reagiert – dies gefährde „mehr Arbeitsplätze als jeder Abgas-Grenzwert“, so die SZ.

Im Dieselskandel habe die Regierung monatelang herumgedruckst, die Autoindustrie ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Und die betroffenen Autofahrer fühlen sich betrogen, zumal niemand die Verantwortung übernehmen will. Es sei „zum Verzweifeln: Weder kriminelle Machenschaften noch Umweltverpestung ändern etwas an der Autofixierung vieler Deutscher. Sie haben aus Bequemlichkeit dem Automobil ihre Städte untergeordnet, sich an Abgase und Motorenlärm gewöhnt“, so die SZ. Dabei könne von „Mobilität“ gar nicht mehr die Rede sein. Schließlich verbringen viele Großstädter mehr Zeit im Stau als im fließenden Verkehr.

Dennoch halte die Bundesregierung, statt sich für umwelt- und menschenfreundlichere Lösungen einzusetzen, „ihre schützende Hand über eine milliardenschwere Industrie, der Klima und Gesundheit offenbar gleichgültig sind.“ Von Wandel keine Spur, im Gegenteil: Die Autobosse argumentieren, schärfere CO2-Werte würden die rund 800.000 Arbeitsplätze im deutschen Automobilsektor gefährden.

Ihre Kritiker sehen das anders. Gerade das Festhalten an der Auslauf-Technologie Verbrennerfahrzeug gefährde die deutsche Schlüsselindustrie. Die „Selbstgefälligkeit der Bosse“, so die SZ, werde sich rächen: „Sie ist die viel größere Gefahr für Arbeitsplätze, als es irgendein Grenzwert je sein könnte.“

Schließlich stehen alle Zeichen der Zeit auf Wandel. Immer mehr Menschen fahren mit der Bahn, einem E-Roller oder dem Fahrrad, oder gehen zu Fuß. Und während immer weniger Autofahrer einen Diesel kaufen, legen die Verkäufe von Elektroautos und Plug-in-Hybriden stetig zu. Im ersten Halbjahr 2018 betrug die Zuwachsrate stolze 50 Prozent, eine Tendenz, die seit Jahren zu beobachten ist und in anderen Ländern noch deutlich höher liegt.

„Doch die deutschen Autobosse zeigen sich unbeeindruckt“, schreibt die Süddeutsche: „Stur halten sie an den altbewährten Otto- und Dieselmotoren fest, damit sich ihre teuren Produktionsanlagen noch möglichst lange rentieren. Das kann nicht gut gehen, wenn gleichzeitig der Markt mit der höchsten Strahlkraft (Kalifornien) und der mit dem größten Volumen (China) auf E-Mobilität setzen“.

Viele Lösungen des Dilemmas wären denkbar. Mehr und bessere Elektroautos aus Deutschland zum einen, vor allem auch bezahlbare Modelle für kleine Geldbeutel. Der Staat müsse zum anderen für genügend Ladesäulen sorgen und endlich das Dieselprivileg abschaffen – der Kraftstoff wird steuerlich mit hohen Milliardenbeträgen subventioniert. Eine CO2-Steuer soll Fahrer von Sprit- und Stromschlucker stärker zur Kasse bitten, lautet eine andere Forderung.

Das Fazit der SZ: „Das würde für die Verbraucher Anreize schaffen, auf klimafreundliche Alternativen umzusteigen. Mit einer mutlosen Regierung und selbstgefälligen Autobossen aber wird Deutschland den Wettbewerb um saubere Mobilität verlieren.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung – Die Selbstgefälligkeit der Auto-Bosse wird sich rächen

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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8 Comments
Uwe
Uwe
7 Jahre zuvor

Hoppla!!!

Ausgerechnet die „Süddeutsche“!!!

Also dort wo die Masse der deutschen Verbrenner-Produktion angesiedelt ist merkt man zuerst, dass in naher Zukunft eine Redaktion von den Anzeigen der Verbrenner nicht mehr leben kann.

Respekt. Richtige Blitz-Merker.

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Strauss
Strauss
7 Jahre zuvor

Nicht nur in Süddeutschland. Schweiz und Oestereich sind keinen Floh besser. Auch dort gibt es keinen Vertreter der sich einen Finger krümmt um ein E- Auto zu verkaufen. Von der Werbung gar nicht zu reden. Und weiterhin Sonderangebote wo sich bekannte -Firmen mit ihren Verbrennern unterbieten obschon sie auch EV s bauen. Die Ausnahmen sind RENAULT- NISSAN.

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Gunter
Gunter
7 Jahre zuvor

(Strauss:)“ …Und weiterhin Sonderangebote wo sich bekannte -Firmen mit ihren Verbrennern unterbieten obschon sie auch EV s bauen. “
Ist das nicht so, weil sie befürchten, auf den „Verbrennern“ sitzen zu bleiben ? Zweitens, weil sie bei den Verbrennern noch ziemliche „Margen“ haben. Im sogenannten Premium Segment, bekommen Daimler, BMW, Porsche und Audi schon die Konkurrenz von Tesla zu spüren, zunächst wohl vor allem in den USA.

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Dieter
Dieter
7 Jahre zuvor

Statt die Förderung zum Juni 2019 einzustellen sollte die Förderung zum Erwerb eines E oder Wasserstoff Autos erhöht werden, nur so bekommt man derzeit den Wandel vom Verbrenner zum alternativem Antrieb in den Griff.
Andere Staaten machen das mit erheblich höheren Subventionen vor. Natürlich stellen unsere Autobauer auch langsam (viel zu langsam ) die Produktion um, zu Preisen die sich ein Normalverdiener nicht leisten kann, auch das wird wieder ein Schuß in das eigene Knie.

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Strauss
Strauss
7 Jahre zuvor

Jawohl ihr habt vollkommen recht!
Lest einmal den Plug in Hybrid-Artikel von Holger Holzer da wird s euch schlecht….
Soviel Bockmist habe ich noch selten gehört einschliesslich der meisten Kommentare.
Man möchte hier Nachteile von Plug in hybride bekannt geben. Hier geht s um PHEV^s da muss nicht noch unterschieden werden in Vollhybride und die anderen Hybrid s. Also nur die man am Strom aufladen kann.
Die seien zu schwer und sollen doch Getriebe und Differenzial hinauswerfen. Ein Dieselfahrer will nicht umsteigen wei l Elektromotoren zu laut seien. PHEV seien unwirtschaftlich und würden bei leerer Batterie sauffen. Solche Leute haben in der Physikstunde der Schulzeit wohl nicht an der Fensterreihe gesessen.
Der Outlander SUV kann mit 7l Benzin verbrauch gefahren werden.(bei leerer Batterie) CHevi Volt mit 5 Litern im reinen Benzin Modus. Das schaft kein Verbrenner trotz dem etwas höheren Gewicht dieser Autos. Und wer viele Kurzstrecken fährt kommt auf 2 Liter Benzin herunter/100 Km. Mein Chevi hat gar kein Getriebe und das Diff möchte ich drin lassen, fahre ja auch Kurven……………….. Mit D2 Stecker immer an der Fotovoltaikanlage laden also
bei Nacht zu Hause behauptet einer? Tagsüber wird er einer Arbeit nachgehen. Ich versuche wenn möglich tagsüber
mit nur einer Phase also Schukodose von PV anlage zu laden. So nimmt der Smartzähler auch bei bedecktem Himmel nie teuren Tagstrom vom Netz dazu. Fazit: ein PHEV Hybrid ist immer besser als ein Diesel weil er auch bei leerer Batterie noch Rekuperiert und so weniger verbraucht.

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Strauss
Strauss
7 Jahre zuvor

Zur Verkaufsstrategie in Europa. Leider sind wir bezüglich E Autos halt nicht so weit die Fernöstler und AMIS.
Als viel im Aussendienst habe in meiner Berufszeit immer neue Mercedesdiesel Autos gefahren. Bezüglich Unterhalt , Verbrauch und Wiederverkaufswert bei täglich ca 200 Km eindeutig damals die beste Wahl. Mit meinem heutigen Auto einem Hybrid CHevi Volt würde ich dies noch preisgünstiger und oekologischer schaffen. Dies könnte auch ein Prius oder Kia sein. Rund 80 Km elektrisch und den Rest des Tages mit Benzin. Nur dank Hybrid könnten es auch mal über 500 Km täglich sein. Die reinen Elektrischen genügen eben für viele Praxisanforderungen nicht (noch) und es wäre ein zweit Wagen nötig. Auch für solche Fälle brauchen wir Hybrid s.
Die Hybrid s seien eine Mogelpackung? Dies ist aber wohl schon eher die Euro 6. VW macht z. Zt. Radiowerbung die alten Golf-Diesel um 5000.- Euro zurück zu nehmen, gegen einen neuen Diesel. Obwohl sie auch E Autos haben.??

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Strauss
Strauss
7 Jahre zuvor

-Fazit: was muss sich ändern damit die E Mobilität in Fahrt kommt? Der Teufel liegt im Detail. Wer die Technik nicht kennt kann gar nicht positv über EV s und vor allem auch über Hybrid s reden. Abschliessend nochmals zwei Richtigstellungen über genannte Nachteile. Benzinmotoen im PHEV sei zu schwer wegen der Nebenantriebe. Er hat gar keine weder Getriebe, Anlasser noch Lichtmaschine. Heut nennt man dies weil fast alles auf einer Welle sitzt, „Antriebsstrang„. Der dumme Eigentümer hätte vermutlich vergessen aufzuladen, dass die Karre am kühlen Morgen schon an der ersten Ampel zum Aufpuff herausraucht. Nein, dies tut er auch aufgeladen bei tiefen Temperaturen. Ueber die Ummanttelung der Batterie wird diese mit einer Wärmepumpe im Sommer gekühlt und im Winter geheizt.
Daran angeschlossen ist auch die Klimatisierung im Innenraum des Autos. Weil eine Warmepumpe nicht sehr schnell viel Wärme erzeugen kann, das kennen wir auch von der Hausheizung wo im Wasserspeicher oft noch ein Direkterwärmer sitzt, kann im PHEV mit dem Benzinmotor nachgeholfen werden. Das ist ein weiterer Vorteil solcher Autos, da bei laufendem Motor nicht nur geheizt sondern auch noch die Batterie wieder aufgeladen wird. Also keine Verluste. Wer am Morgen schon Gratisstrom vom Dach oder günstigen Nachtstrom hat, wird empfohlen
das Auto vorzuheizen und dann schafft es die Warmepumpe von allein.

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