Die Tesla-Aktie erlebt 2022 das schlechteste Jahr aller Zeiten – und auch 2023 sieht es schlecht aus. Der Aktienmarkt an sich ist in den vergangenen Monaten stark in Bewegung. Tesla leidet zusätzlich unter der fehlenden Aufmerksamkeit des eigenen CEO Elon Musk. Dieser konzentriert sich derzeit lieber noch auf seinen neusten Erwerb Twitter. Während etablierte große Autohersteller mittlerweile konkurrenzfähige E-Autos auf die Straße bringen.
Vor einem Jahr schien Tesla unschlagbar zu sein: Die Aktien des Unternehmens erreichten ein Rekordhoch, und der Optimismus für den weltweiten Markt für Elektrofahrzeuge stieg ins Unermessliche. Jetzt kämpfen die Anleger darum, einen Boden zu finden. Doch bereits während Musk seine volle Aufmerksamkeit dem Hersteller gewidmet hat, litt die Aktie unter hoher Volatilität. Dennoch ist die Abstrafung der Aktie in 2022 alles andere als gewöhnlich.
Bis zum Börsenschluss am Dienstag hat die Aktie mehr als 60 Prozent verloren, was einem Rekordrückgang im Jahresverlauf gleichkommt und den Wert der Aktionäre um etwa 626 Milliarden Dollar schmälert. Somit sehen sich Anleger mit einer neuen Realität konfrontiert. Etablierte Autohersteller, aber auch neue Mitspieler am Markt – zumeist aus China – räumen den Markt auf und nehmen Tesla Marktanteile ab. Während Tesla seinerseits hinter den ehrgeizigen Plänen zurückbleibt.
Sowohl die mit Spannung erwartete neue Fahrsoftware als auch die Batterietechnologie von Tesla liegen hinter ihren Zeitplänen zurück. Dies gepaart mit der Tatsache, dass der Cybertruck aufgrund seines futuristischen Designs wohl doch nicht in Serie starten wird, lässt auch hier den Blick in die Zukunft eher trüb wirken. Dies ist eine erstaunliche Kehrtwende im Vergleich zu vor einem Jahr, als die Gewinne die Erwartungen durchweg übertrafen und die Nachfrage nach Elektroautos angesichts der Ankündigung von Maßnahmen zur Förderung grüner Energie in immer mehr Ländern in die Höhe zu schießen schien.
Natürlich haben Tech-Aktien allgemein gelitten, als die US-Notenbank die Zinssätze anhob, um die Inflation zu zähmen, und damit die Angst vor einer möglichen Rezession schürte. Die Aktien von Tesla gehörten jedoch zu den schwächsten, was zum Teil auf die Befürchtung zurückzuführen ist, dass ein Abschwung die Nachfrage nach teuren Elektrofahrzeugen einschränken könnte. Der Kauf von Twitter durch Musk machte das Ganze nicht besser, da dessen Fokus derzeit nicht mehr auf Tesla liegt. Erfreulich bleibt dennoch die Tatsache, dass der Markt die Tesla Aktie anders als anderer Hersteller einpreist.
„Tesla wird immer noch wie ein Technologieunternehmen gehandelt, als ein wachstumsstarkes Unternehmen, im Gegensatz zu anderen Autoherstellern“, so ein Analyst gegenüber Automotive News Europe. „Die Bewertung ist immer noch hoch, weil die Leute glauben, dass der EV-Komplex exponentiell wachsen wird und Tesla einer der Hauptakteure darin sein wird.“ Für manche ist das allerdings auch ein Hinweis darauf, dass die Aktie noch weiter fallen kann. Es gilt abzuwarten.
Derzeit profitiert Tesla noch von einem hohen Auftragsbestand für 2022, der teilweise noch in 2023 überführt werden kann. Auf lange Sicht wird es aber auch hier notwendig, dass dieser weiter angekurbelt wird.
Quelle: Automotive News Europe – Tesla shares suffer worst year ever – and 2023 looks bad, too
„Tesla-Aktie erlebt das schlechteste Jahr aller Zeiten“
Das ist aber sehr optimistisch … das könnte nächstes Jahr noch schlimmer werden.
in China wird die Produktion lange Zeit eingestellt, und demnächst könnte durchsickern, dass neue Werke vielleicht doch nicht oder später oder kleiner oder sonstwas gebaut werde.
Die Aktie hat noch viel Luft nach unten – zum vernünftigen Boden.
Irgendwann merkt auch der letzte Kunde, dass Tesla billige Autos zu hohem VK baut. Billig eben.
Irgendwann merkt auch der letzte Investor, dass Tulpen ein besseres Investment gewesen wären.
Die Lage ist unübersichtlich. Es gibt viele Gründe, die ich gerne übereinanderlegen würde, ohne dass ich weiß, welcher Grund welchen Einfluss hatte.
Man hört oft, der Musk habe der Aktie geschadet. Aber sind es seine Aktienverkäufe im Werte von grob 40 Milliarden Dollar oder sind es seine politischen Ansichten oder ist es sein Verhalten im Twitter-Deal? Oder sind es seine konkreten Versprechen in Bezug auf Tesla-Automobile?
Da komme ich zu dem Punkt Eigenschaften der Tesla-Autos. Was ist da eigentlich seit 2017 passiert? Nichts. Die Autos sehen gleich aus, der Akku ist nicht größer geworden und die Technik ist auch nicht wirklich anders. Andere haben 800V und laden schneller, haben große Akkus, v2h. Die Fahrassistenzsysteme sind im Konkurrenzvergleich durchschnittlich. Das Ladenetz ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Es steht allen zur Verfügung, ist aber so teuer, dass die Wanderung eher in die Gegenrichtung läuft.
Beim Thema autonomes Fahren hat sich Musk weit aus dem Fenster gelehnt und Käufern ab 2020 signifikante Einnahmen versprochen, weil sie das Auto als Robotaxi fahren lassen können, wenn sie es selber nicht brauchen. Das ist gescheitert, Vision only ist gescheitert, der zuständige Manager ist nicht mehr bei Tesla. Aktuelle Tesla können in Tests alles schlechter als die Modelle von 2016, wo noch mobileye Partner war. Ab nächstes Jahr gibt es wohl ein hochauflösendes Radar. Somit sind alle bisherigen Autos nicht FSD-fähig. Klagen von ersten FSD-Kunden sind Ende November eingereicht und zugelassen worden. Es gibt insgesamt Ärger von vielen Verkehrssicherheitsbehörden. Dagegen gab es noch keine Genehmigung eines autonomen Testbetriebes. Andere Hersteller sind da weiter.
Bei der Gelegenheit ist das bis heute im Netz befindliche FSD-Video von 2016 näher hinterfragt worden. Es ist anscheinend, nach Angaben der Beteiligten, aus etlichen Versuchen zusammengeschnitten worden. Nie ist der Wagen die volle Strecke alleine gefahren, vielmehr hatte er sogar bei einem Teilversuch einen Zaun erfasst. Das kann noch richtig Ärger geben, Trevor Milton ist an einem ähnlichen Video gescheitert.
Die Verkäufe können rein logisch gar nicht mit den Erwartungen Schritt halten. Das ist die Reiskorn-Geschichte auf dem Schachbrett. Immer verdoppeln scheitert irgendwann. Genau genommen, schon dieses Jahr und für nächstes Jahr scheint es unmöglich. Die dritte Schicht in Grünheide ist nicht vollständig und China pausiert ab jetzt den ganzen Januar. Aber das ist gar nicht so wichtig: Wer soll die Autos kaufen? Fast jeder zu Tesla geneigte Privatkäufer in guten Verhältnissen hat einen. Es gibt nur zwei Mittelklassewagen ähnlichen Preises. Die größeren Tesla sind kaum gefragt.
Ich glaube, Tesla täte es gut, wenn die Aktie bei einem für Automobilindustrie üblichen KGV landet und sie einen CEO aus der Autobranche bekämen.
Dass die Aktie ein Mehrfaches überbewertet ist, war jedem rational denkenden Menschen seit Jahren klar. Selbst der Prophet selbst hatte es ja bei einem viel tieferen Kurs schon gesagt.
Aber der Mix aus inkompetenten Analysten und Journalisten, kopflosen Investoren und einer Heerschar von blinden Gläubigen hat zu dieser wahnsinnigen Blase geführt. Beim Kurs vor einem Jahr hätte Tesla mehr oder weniger den ganzen Automobilmarkt übernehmen und die Mehrheit aller Autos weltweit mit Gewinn verkaufen müssen.
Dass Journalisten keine Ahnung von Mathematik haben, hat mich nicht überrascht (darum sind sie ja Journalisten geworden), dass aber Analysten von vieljährigen Wachtumsraten von 50 oder noch mehr Prozenten ausgehen, ist dann doch ein Schock und dürfte wirklich nicht sein.
Ich vermute, dass noch nie in der ganzen Geschichte bei einem einzigen Unternehmen sich so viel Wert in einem Jahr in Luft aufgelöst hat.
Das ist aber nicht einmal primär der Fehler des Unternehmens, sondern der von Millionen von unglaublich naiven Fans, Journalisten, Analysten und Investoren, die den Wert der Aktie uns somit des Unternehmens auf einen völlig absurden Wert gehyped hatten.
Hinzu kommt sicherlich der zunehmende „Peinlichkeitsfaktor“, ein Fahrzeug eines offensichtlich nach rechtsaußen abdriftenden, empathie-unfähigen, antidemokratischen und in seinem Führungsstil mitunter faschistoid anmutenden Exzentrikers zu fahren, dem aufgrund seiner Verachtung für die Bedürfnisse der Mitarbeitenden selbige in Scharen davonlaufen – zumindest in Grünheide!