Im brandenburgischen Grünheide wird seit dieser Woche im Batteriewerk des US-amerikanischen Elektroauto-Herstellers Tesla gearbeitet. „Das Gebäude brummt, es ist voll“, bestätigte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) einem entsprechenden Bericht zufolge gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Dies dürfte in Steinbachs Ministerium für Erleichterung sorgen, denn noch im Herbst drohte Tesla seine Pläne für eine Batterieherstellung am neuen Standort nahe Berlin komplett zu verwerfen.
Nun wird also doch in Grünheide an Batterien gearbeitet, allerdings lediglich an Komponenten. Die restliche Produktion erfolgt in den USA, weil es dort dafür derzeit die für Tesla reizvolleren Steuervorteile gibt. Es sei aber keinesfalls so, dass in Grünheide nur unbedeutende Arbeit im Gesamtprozess geleistet werde. „Das, was dort als Vorprodukt an der Stelle gefertigt wird, lastet dieses Gebäude completamente ander Stelle aus“, zitiert der rbb Steinbach.
Allerdings räumt der Minister ein, dass Tesla bislang noch keine weiteren Ausbauschritte beantragt habe. Außer einer Absichtserklärung seitens Tesla sei dieser Prozess noch nicht weiter vorangeschritten.
Sehr umstritten ist das Tesla-Werk in Grünheide aufgrund einer befürchteten Belastung des Grundwassers, da es sich zumindest teilweise in einem Wasserschutzgebiet befindet. Vor allem Freie Wähler und Umweltschutzorganisationen hatten sich dazu zuletzt sehr kritisch geäußert. Steinbach sei sich sicher, dass Umweltminister Axel Vogel (Grüne) und die Untere Wasserbehörde des Landkreises Oder-Spree „einen entsprechenden Lösungsweg“ finden würden, berichtet der rbb.
Ärger gab es zuletzt zudem, als Tesla offenbar ohne Genehmigung damit begann, 100 Pfähle in die Erde setze, um einen mit Photovoltaik überdachten Parkplatz zu errichten. Die Bauarbeiten wurden gestoppt und hätten nichts mit einer Ausbaustufe zu tun, beteuerte Steinbach. Im März sollen sich Tesla-Vertreter, Verbände und Behörden zusammensetzen, um gemeinsam Lösungen für die Problemstellungen zu finden.
Die erste Ausbaustufe in Grünheide mit den ersten in Deutschland hergestellten Teslas hat zum Ziel, mit 12.000 Mitarbeitern eine halbe Million Autos im Jahr zu produzieren. Im Januar wurde aber bekannt, dass Tesla sich offenbar noch schwertut, mit der unternehmenseigenen Art des Mitarbeiterumgangs ausreichend Arbeitskräfte zu akquirieren.
Quelle: rbb – Tesla nimmt Batteriefabrik in Grünheide in Betrieb
Bürokratie in Deutschland – da muss man ja froh sein, dass man noch einen Furz lassen kann, ohne sich vorher eine zertifizierte Abgasreinigungsanlage in den Hintern stecken zu müssen.
Zum Thema Mitarbeiter – bei Tesla würde ich nur ungern arbeiten. Das ist keine Marktwirtschaft, von einer sozialen Marktwirtschaft will ich erst garnicht reden, sondern Kapitalismus zur Ausbeutung tausender Mitarbeiter und der unglaublichen Bereicherungen von wenigen – hier muss die Politik noch ihre Hausaufgaben machen, siehe auch Mitarbeiter in Krankenhäuser, Seniorenheimen, Schulen, Kindergärten usw.
Batterie-elektrische Autos und Lkws – hier hat Tesla viel Vorarbeit geleistet bzw. wird es sehr wahrscheinlich auch bei den Lkws leisten, damit die effizientere und günstigere Antriebsart auch weiterhin auf dem Vormarsch bleibt und nicht die lobbygesteuerten Energieverschwender mit FCEV und E-Fuels.
Ich übersetze eben mal das Statement vom neuen Tesla-Pressesprecher: Es wird keine Batteriefertigung in Grünheide geben.
Bezogen auf den zweiten Teil der Meldung kann man Tesla im besten Sinne nur raten, die Behörden zu achten und auf Genehmigungen zu warten. Denn wenn sie die Behörden noch mehr gegen sich aufbringen, wird ihnen das nicht helfen. Es stehen bezüglich Wasser und Umwelt viele Genehmigungen an, die zu erteilen sind und auch wieder entzogen werden können. Das hat Musk bis heute nicht verstanden, dass die Ämter hierzulande unabhängig sind.
Nachtrag:
Dann wird jetzt zumindest der Druck von den Mitarbeitern genommen, wenn sie nicht auch noch Batterien produzieren müssen, wo doch Tesla kaum neue Mitarbeiter für diesen „Traumjob“ finden dürfte.