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ACE: „Eine Million Elektrofahrzeuge ist Augenwischerei statt Erfolg“

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
5. August 2021
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
5. August 2021
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): super cool car / Shutterstock.com

Home Automobilindustrie

Zur gemeinsamen Pressemitteilung von Bundesverkehrsminister Scheuer, Bundeswirtschaftsminister Altmaier und Bundesumweltministerin Schulze mit dem Titel „Erstmals rollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen“ erklärt der ACE, Deutschlands zweitgrößter Auto Club: „Es gibt keinen Anlass, eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu feiern. Die Wahrheit ist: Lediglich 54 Prozent sind tatsächlich Fahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb (BEV). Auch Nutzfahrzeuge sind in diesem Anteil berücksichtigt. Das im Jahresbericht der Bundesregierung 2009/2010 festgeschriebene Ziel ‚Bis 2020 sollen über eine Million batteriebetriebene Autos auf deutschen Straßen fahren‘, ist verfehlt“, rückt Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE, die Pressemeldung zurecht.

Zur Strategie, den Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge zügig zu steigern, schlägt Heimlich einen Drei-Punkte-Plan vor: Erstens müsse die Förderung von Plug-in-Hybriden (PHEV) beendet werden. „Gerade Dienstwagen werden fast nie extern elektrisch geladen oder gar gefahren. Hinzu kommt, dass die Betriebskosten deutlich höher ausfallen, da zwei Antriebe gewartet werden müssen. PHEV ist Verbrennertechnologie im elektrischen Anzug“, sagt Heimlich. Deshalb müsse sich die Förderung auf BEV konzentrieren, so der ACE-Vorsitzende. Wasserstofftechnologie oder eFuels fallen demnach ebenfalls durch, da sie für Normalverdienende viel zu teuer seien.

Zweitens müsse beim Aufbau der Ladeinfrastruktur mehr auf Tempo gesetzt werden und eine kluge Verteilung von Schnelllade- und normalen Ladepunkten auch im ländlichen Raum erfolgen. „Mit einem BEV muss es genauso einfach sein, von Flensburg bis Bari zu reisen, wie mit einem Verbrenner“, so Heimlich. Drittens müssen jetzt mehr batterieelektrische Modelle auf den Markt, fordert der ACE-Chef. „Insbesondere bei Familienkombis und im Kleinwagensegment ist die Auswahl noch viel zu gering. Gerade auch, um in diesen Segmenten attraktive und bezahlbare Autos zur Auswahl zu haben“, fasst Heimlich zusammen.

Quelle: ACE – Pressemitteilung vom 04.08.2021

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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15 Comments
neumes
neumes
4 Jahre zuvor

dem ist nicht hinzuzufügen
guter Mann der Herr Heimlich….

ob er erhört wird steht auf einem anderen Blatt

es bleibt spannend

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Antworten anzeigen (1)
Farnsworth
Farnsworth
4 Jahre zuvor

Klare und wahre Worte. Kann ich so unterschreiben.

Farnsworth

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Anonymous
Anonymous
4 Jahre zuvor

Ich mach Herrn Heimlich jetzt schon
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Robert
Robert
4 Jahre zuvor

absolut richtig man muss endlich mal klarmachen das PHEV keine Elektroautos sind!
Sonst glauben manche in der Bevölkerung das auch noch, ich fahre Elektrisch obwohl es nur ein PHEV ist

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Josef
Josef
4 Jahre zuvor

Immer wieder die gleiche Behauptung das es zwei Antriebe zu warten gäbe…NEIN…am eAntrieb gibt es nichts zu warten wie beim BEV auch. Was soll man da machen…Elektronen schmieren, die Batterie tätscheln?
An meinem Passat GTE wird der Benziner gewartet…das wars.
Und die Behauptung das Firmenwägen nie elektrisch gefahren werden ist auch gelogen.
Ich habe Kollegen mit Quoten über 70% Elektro und für die langen Fahrten steht man halt nicht doof alle 250km für 30min…da man nur bis 80% lädt hat kein Auto mehr als 250km von Ladestop zu Ladestop…verlorene Lebenszeit.
Der EQS wäre das erste eAuto was ich kaufen würde, da hier die Reichweite stimmt und nicht erlogen ist. Vielleicht macht es dann der EQE erschwinglicher…

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Daniel W.
Daniel W.
4 Jahre zuvor

Die wichtigste Aussage ist diese:

Wasserstofftechnologie oder eFuels fallen demnach ebenfalls durch, da sie für Normalverdienende viel zu teuer seien.

Schön, dass der ACE das so deutlich sagt.

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Olli
Olli
4 Jahre zuvor

Solange der Fahrer des Dienstwagens nur ein monatliches, pauschalisiertes Nutzungsentgelt an seinen Arbeitgeber zu entrichten hat, um anschliessend mit dem Wagen auch privat soviel oder wenig und so schnell oder langsam zu fahren wie er/sie will, egal mit welcher Antriebsart – ja, solange diese Regelung besteht werden dicke SUV’s und andere Spritschleudern als Dienstwagen verkauft, die dann nach 2-3 Jahren als Leasingfahrzeug in Privathand kommen – um noch weitere 12 Jahre die Luft zu verpesten. Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben.

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Jan
Jan
4 Jahre zuvor

PHEV sind keine Elektroautos. Korrekt! Die verbrauchen mehr Diesel/Benzin als Verbrenner, wenn sie als Dienstwagen gefahren werden.

Aber die Miesmacherei, dass bestimmte Fahrzeugklassen noch nicht bedient werden, stört mich. Die Autos kommen ja nach und nach. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wichtiger ist, dass das exponentielle Wachstum unumkehrbar ist.

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