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Altmaier kippt Zwangspausen von E-Auto-Ladevorgängen zur Spitzenglättung

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
19. Januar 2021
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
19. Januar 2021
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): photocosmos1 / Shutterstock.com

Home Automobilindustrie

Ein aus der Elektroauto-Branche stark kritisierter Gesetzentwurf wurde nun offenbar zurückgezogen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier habe der umstrittenen „Spitzenglättung“, einer im Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes geplanten Zwangsabschaltung von E-Auto-Ladevorgängen bei einer drohenden Überlastung des Stromnetzes, eine Absage erteilt. Im Entwurf war vorgesehen, dass Stromversorger den Besitzern von Elektroautos eine bis zu zwei Stunden dauernde Zwangsladepause auferlegen können, falls das Stromnetz zu Spitzenlastzeiten überlastet werden könnte. Der Entwurf hatte vor allem gegen Ende des vergangenen Jahres zu hitzigen Diskussionen geführt.

Am vergangenen Wochenende, nach einem Artikel der Welt am Sonntag, die als eines der ersten großen Medienhäuser über die Zwangsabschaltung berichtet hatte, kassierte Altmaier den Entwurf: Zur Berichterstattung in der Welt am Sonntag zu Thema Laden von E-Autos erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums, dass es sich dabei „um einen Entwurf der Arbeitsebene“, gehandelt habe, „der nicht die Billigung des Ministers gefunden hat und deshalb bereits am vergangenen Freitag zurückgezogen und von der Homepage des BMWi heruntergenommen wurde.“

Bundesminister Altmaier lege „größten Wert darauf, dass der Hochlauf der Elektromobilität schnell und für alle Beteiligten verlässlich erfolgt“, so die Klarstellung weiter. Altmaier werde „in den kommenden Tagen diesbezüglich sowohl mit den Fahrzeugherstellern als auch mit den Netzbetreibern Gespräche führen und danach einen neuen Vorschlag vorlegen, der für alle Beteiligten akzeptabel“ sein soll.

Auch VDA-Präsidentin Hildegard Müller hatte den ursprünglichen Gesetzentwurf kritisiert: „Was Spitzenglättung genannt wird, bedeutet für die Kunden leider Abschalten“, sagte sie der Welt am Sonntag. Die Zwangspause bei Ladevorgängen wäre „sehr schlecht für alle Besitzer von E-Autos und die Unternehmen, die jetzt E-Autos auf den Markt bringen.“ Der Entwurf zur Regelung von Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes sei „einseitig zugunsten der Energiewirtschaft“ ausgefallen. Die Netzstabilität sei zwar wichtig, lasse sich aber auch mit anderen Maßnahmen, welche zudem den Ausbau der Elektromobilität nicht gefährden, besser garantieren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hatte die geplante Regelung ebenfalls als verbraucherunfreundlich abgelehnt.

Quelle: Bundeswirtschaftsministerium – Pressemitteilung vom 17.01.2021 // Welt – Zwangs-Ladepausen für E-Autos – plötzlich pfeift der Minister seine Leute zurück

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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20 Comments
KaiGo
KaiGo
5 Jahre zuvor

Da geht es wohl Energieversorger gegen Automobilindustrie. Erste wollen unbedingt die Kosten für einen Netzausbau vermeiden und deswegen die Kontrolle über häusliche Ladestationen, letztere wollen ihre Autos verkaufen (zumindest wenn sie dann mal in größeren Mengen zu haben sind). Mal schauen wer den größeren Einfluss hat. Da bleibt ja in diesem Fall mal zu hoffen, dass sich die Autobauer durchsetzen.

Es wäre ja eigentlich recht einfach: Strom außerhalb der Spitzenzeiten, vor allem eben Nachts, deutlich günstiger verkaufen und die Leute laden automatisch zu diesen Zeiten. Packt die Leute beim Geldbeutel und die Sache funktioniert. Einfach praktisch die Leute dafür belohnen, dass sie das Netz zu Spitzenzeiten möglichst nicht belasten. Dafür muss man doch nichts abschalten.

Wir haben bereits einen dieser digitalen Stromzähler (noch kein Smartmeter), die jetzt sowieso überall eingebaut werden, und das Ding zeigt zwei Stromtarife an (einer steht natürlich auf Null). Also ist das nach meiner Ansicht sowieso ein Doppeltarifzähler. Kann doch dann nicht so schwer sein dem Ding zu sagen: wenn ich Nachts meinen Strom fürs Auto ziehe, dann Zähle auf dem zweiten Tarif der dann mit einem geringerem kWh Preis abgerechnet wird.

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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
5 Jahre zuvor

Aus dem Artikel:

„in den kommenden Tagen […] mit den Fahrzeugherstellern [und] den Netzbetreibern Gespräche führen und danach einen neuen Vorschlag vorlegen, der für alle Beteiligten akzeptabel“ sein soll.

Da die eAuto-Nutzer ja nicht mit am Tisch sitzen, halte ich für möglich, dass da mal wieder ein „Kompromiss“ zu deren Lasten bzw. auf deren Kosten gefunden wird …

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Kasch
Kasch
5 Jahre zuvor

Wie lange wird denn noch von unsinnigem Netzausbau geträumt. Gibts Sonne und / oder Wind, oder gerade nicht, bei uns, ist das zu diesem Zeitpunkt zum Großteil in ganz Europa der Fall. Solange nicht dezentral an Ort und Stelle Strom von Solardächern und Windrädern in ausreichendem Maße gespeichert wird, können wir uns nur wirtschaftlich ruinieren und nebenbei der Umwelt mit fossilen Ausgleichskraftwerken noch mehr schaden als ohnehin schon. H2-Träume u.Ä. sollte man hierzulande auch lassen – Deutschland war ja nicht mal in der Lage einen Ölkonzern angemessener Größe hervorzubringen.

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Thomas
Thomas
5 Jahre zuvor

Vielleicht doch endlich mal V2G vorantreiben und damit das Netz stabilisieren?

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Sven
Sven
5 Jahre zuvor

Das bedeutet, die Befürchtungen von E-Auto Besitzern und die es werden wollen, sind endlich in der Politik angekommen.

Aktuell steht die Infrastruktur für eine größere Anzahl an E-Autos noch nicht und die verfügbare Menge an Strom wird nicht ausreichend sein, wenn nicht mit Kraftwerken, Speichern, Speicherkraftwerken, etc. nachgelegt wird.
Wenn E-Autos meistens abends an die Ladestation angeschlossen werden, ist auch wenig Sonnenenergie vorhanden, der Wind ist Nacht manchmal auch weg. Ist eben Natur.

Eventuell kann man einen Vorschlag machen, dass E-Autos gemeinsam mit Photvoltaikmodulen, Stromspeicher und Ladestation an Privathaushalte verkauft werden, dann könnte jede private Ladestation die Netzspitzen schonmal etwas kappen.

Alternativ kann man natürlich auch den Weg unserer europäischen Nachbarn gehen und in saubere Kernenergie der neusten Generation investieren und endlich auch den bereits vorhandenen Kernenergiemüll (nicht gänzlich verwertbare Brennstäbe aus Kraftwerken der alten Generation) verbrauchen. Damit kann eine erhebliche Netzunterstützung erfolgen.
Wird schwierig werden, wenn unsere Grünen Politiker dann doch neue Kernenergie ans Netz bringen müssen, um unsere Umweltziele gemeinsam erreichen zu können.

Am einfachsten wird es sein, kein Auto zu fahren, nicht arbeiten zu gehen und wieder aus dem eigenen Garten zu leben. Dann zahlen wir auch keine Steuern mehr und können auch nur noch wenige Politiker finanzieren.

Der Umwelt würde es sicher sehr gut tun, wenn wir den beknackten Industrietourismus und Logistikwahnsinn der globalen Fertigungen und die „ich will überall auf dem Planet die gleichen Produkte verkaufen Ideologie“ einstellen würden.

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TITAN
TITAN
5 Jahre zuvor

Der Mann hat zu viel GEWICHT ,,, aber am falschen Ort, zu weit unten im Körper … sollte mit dem Andi endlich endlich mal ABTRETEN – total unter LobbyControl die Herren

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