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Analysten sehen Siegeszug der E-Mobilität

Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
18. November 2021
Lesedauer: 3 Minuten
Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
18. November 2021
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 446732614

Home Automobilindustrie

Einen Blick auf das kommende Jahr in Sachen E-Autos und Mobilität haben die Analysten von IDTechEx geworfen. Das Unternehmen für Marktforschung mit Sitz in Cambridge unterhält Dependancen in den USA, Japan und Deutschland.

Tech-Gigant Tesla wird demnach seinen Weg fortsetzen, bis 2030 jährlich 20 Millionen Autos zu verkaufen. Bei einem Durchschnittspreis von 30.000 Dollar pro Tesla-Auto entspreche selbst ein Viertel davon einem Umsatz von 150 Milliarden Dollar. Obwohl Tesla auch an elektrischen Lastwagen arbeitet, geht IDTechEx davon aus, dass Pkw jetzt und in Zukunft der profitabelste Markt für E-Fahrzeuge bleiben werde. Die Erfolge von Tesla würden den Weg für andere Unternehmen ebnen. Ein Beispiel sei Rivian, das von Ford und Amazon unterstützt wird und im November an die Börse gegangen sei.

Autonome Fahrzeuge sieht IDTechEx ebenfalls auf dem Vormarsch. Es sei zu erwarten, dass 2022 weitere Tests für Robo-Taxis stattfänden, geht aus den Strategiepapieren hervor. Nachdem Honda mit dem Legend das erste Level-3-Fahrzeug in Japan auf den Markt gebracht habe, dürften Modelle von anderen Herstellern 2022 folgen. IDTechEx rechnet auch in Europa mit dem Aufkommen von Level-3-Fahrzeugen für den Privatgebrauch. Deutschland, Frankreich und England hätten bereits ihr Interesse bekundet, die Nutzung auf öffentlichen Straßen zu erlauben. Die Mercedes S-Klasse gilt als Favorit für einen Start Anfang kommenden Jahres. Der technische Fortschritt in diesem Bereich werde durch die zunehmende Raffinesse der Sensor-Technologien unterstützt, heißt es. Continental und ZF dürften 2022 die ersten 4D-Radargeräte in Serienfahrzeuge einbauen. Parallel dazu sänken die Preise für LiDAR. Bosch habe gegenüber IDTechEx erklärt, dass sein System für 250 bis 500 US-Dollar erhältlich sein werde.

Die Aussichten für Brennstoffzellen in Pkw schätzen die Analysten weiterhin gering ein. Reichweite und Tankvorteil böten allerdings hohes Potenzial für Langstrecken-Lkw oder Busse. Während der Tesla Semi zunehmend verschoben werde, um den Batterien für rentablere Elektroautos den Vorrang zu geben, kündigte Hyundai im September an, bis 2028 Brennstoffzellenvarianten für alle seine Nutzfahrzeuge zu entwickeln.

Bei IDTechEx sieht man obendrein Chancen, die Reichweite von Elektrofahrzeugen auszudehnen. Neben der Erhöhung der Batteriekapazität gebe es Möglichkeiten bei der Leistungselektronik. Eine aufstrebende Motoren-Technologie seien sogenannte Axialfluss-Motoren, bei denen der magnetische Fluss parallel zur Rotationsachse verläuft. Gegenüber Radialfluss-Motoren böten diese eine höhere Leistungs- und Drehmomentdichte sowie Vorteile bei der Bauform. Sie könnten in der AMG-Plattform von Mercedes Verwendung finden.

Beschleunigen wird sich nach Ansicht der Analysten der Übergang zu 800-Volt-Systemen sowie zum Einsatz von Siliziumkarbid in der Leistungselektronik. Renault, BYD und Hyundai hätten in diesem Bereich bis 2025 neue Fahrzeugplattformen angekündigt. Die Herausforderungen an Gehäuse und Materialien seien offensichtlich beherrschbar. Ein wichtiger Trend sei in diesem Zusammenhang die Einführung der „Cell-to-Pack“-Technologie. BYD habe seine Blade-Batterie auf die Straße gebracht, und viele Autohersteller, darunter Tesla, VW und Stellantis, hätten angekündigt, diese Technologie in den kommenden Jahren einsetzen zu wollen. Weil die Zellen direkt mit der Kühlplatte verbunden werden könnten, verringere sich die Anzahl der thermischen Schnittstellen. Allerdings bestehe in der Folge ein erhöhter Bedarf an wärmeleitenden Klebstoffen.

Auf dem absteigenden Ast sieht man bei IDTech-Ex die Hybrid-Fahrzeuge. Insbesondere Plug-in-Modelle seien im schlimmsten Fall „Umweltschwindel“. Die jüngsten Zuwächse seien durch Europa getrieben, da die dortigen Autohersteller Strafen wegen Verstößen gegen das EU-Ziel von 95 g CO2 pro Kilometer vermeiden wollten. Die politischen Entscheidungsträger würden die Grenzen des Hybridanriebs jedoch zunehmend erkennen, heißt es. Darüber hinaus beinhalteten Verbote fossiler Brennstoffe zwischen 2030 und 2040 in der Regel auch Verbote für Doppel-Herzen.

Quelle: IDTechEx – Pressemitteilung

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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7 Comments
Johannes
Johannes
4 Jahre zuvor

Der „niedrige“ Wirkingsgrad des Gesamtfahrzeugs von ca. 70% kommt durch die Kette Ladegerät->Ladeverluste im Akku->Entladeverluste->Wechselrichter->Motor->Getriebe->Achsantrieb zustande.
Ladegerät (90%), Lade/Entladewirkungsgrad kombiniert bei wohltemperiertem Akku 96%, Wechselrichter IGBT 97%, Motor in gängigen Arbeitspunkten 92%, Getriebe und Achsantrieb 92% (bin ich nicht ganz sicher). Also zusammenmultipliziert 70%.
Steigert man nun den mittleren Wirkungsgrad des Motors auf 95% und über SiC den des Wechselrichters aus 99%, so sind wir bei 75% bzw. 7% mehr Reichweite. Also 20km mehr oder so. Meh. Da ist bei der Wahl der Karosserieform mehr Musik drin.

Optimiert man das Ladegerät, so steigert das natürlich die Reichweite nicht. Zusammen mit obigen Optimierungen könnte man aber den Wirkungsgrad ab Stecker auf 80% steigern, den Verbrauch also beispielsweise von 15 auf 13,2 kWh/100 km senken

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Jakob Sperling
Jakob Sperling
4 Jahre zuvor

Tesla wird demnach seinen Weg fortsetzen, bis 2030 jährlich 20 Millionen Autos zu verkaufen. Bei einem Durchschnittspreis von 30.000 Dollar pro Tesla-Auto entspreche selbst ein Viertel davon einem Umsatz von 150 Milliarden Dollar.

Was will man da genau direkt und/oder zwischen den Zeilen sagen. 20 Millionen sagen und 5 Millionen glauben?

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VestersNico
VestersNico
4 Jahre zuvor

Verbote für Doppel-Herzen? PHEVs und Hybride gehören auf den Müllhaufen der Geschichte, aber das vielerorts beliebte Doppel-Herz hat doch wohl nach wie vor seine Daseinsberechtigung! Herr Plank, was schreiben Sie denn da? Zuviel Vita-Buerlecithin getankt?

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Matthias Geiger
Matthias Geiger
4 Jahre zuvor

Sehr interessanter Artikel. Zum PHEV, hier sehe ich auch das Aus bis ca. 2025. Die elektrische Reichweiten sind zu gering, die Ladeleistungen oft zu niedrig, die Technik aufwendig und die Fahrzeuge zu schwer. Schaut man sich die Motivation zum PHEV Kauf an, so ist es häufig die Förderung insbesondere der Firmenwagen (0,5 % Regelung anstatt 1 %), die Unabhängigkeit von den geringen Gesamtreichweiten der BEV (ca. 300-500) und somit der schlechten Ladeinfrastruktur und den ständig steigenden Strompreisen an den Ladesäulen (Grundgebühr und hohe Stromkosten bis zu 79 ct/kWh).
Hinzu kommen noch die wenigen langen Urlaubsreisen mit und ohne Anhängerbetrieb. Hier müsste ein BEV-Fahrer/in ein extra Auto leihen.
Wir fahren einen PHEV als Firmenwagen, laden unser Fahrzeug überwiegend mit unserer eigenen PV-Anlage und fahren mit ca. 60 % rein elektrisch nach Board-Computer (ca. 30.000 km p.a. Gesamtfahrleistung). Aus den oben genannten Gründen haben wir uns für ein Firmenwagen Leasing entschlossen (bis 7/2024). Danach hoffen wir dass auch in Deutschland bezahlbare, leistungsfähige BEV’s gebaut werden (nicht nur SUV’s) und die Infrastruktur soweit ist.
P.S. Wir besitzen nur 1 Auto und wohnen auf dem Lande.

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