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E-Mobilität gerät in Europa ins Stottern

Daniel KrenzerbyDaniel Krenzer
6. März 2023
Lesedauer: 2 Minuten
Daniel KrenzerbyDaniel Krenzer
6. März 2023
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Shutterstock / 580449682

Home Automobilindustrie

Auch wenn in einigen Ländern die Zulassungszahlen von E-Autos stark steigen, ist die Elektromobilität in Europa in Summe ins Stottern geraten. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift „Auto Straßenverkehr“, die Zahlen des europäischen Herstellerverbandes ACEA ausgewertet hat. Das liege vor allem an Ost- und Südosteuropa – und an Italien. Weltweit steigen die Verkaufszahlen für E-Fahrzeuge hingegen rasant.

Im vergangenen Jahr war der Anteil der vollelektrischen Neuzulassungen in Norwegen mit 79,3 Prozent, Schweden mit 33 Prozent, den Niederlande mit 23,5 Prozent und Dänemark mit 20,8 Prozent am höchsten. Allerdings handelt es sich dabei um vergleichsweise kleine und kaufkräftige Märkte im europäischen Gesamtvergleich. Im europäischen Gesamtschnitt kamen elektrisch betriebene Fahrzeuge im vergangenen Jahr auf 12,1 Prozent der Neuzulassungen – ziemlich wenig angesichts der ehrgeizigen Ziele der Europäischen Kommission, den Verkehrssektor zu dekarbonisiern. Ab 2035 sollen schließlich gar keine Verbrenner mehr neu zugelassen werden dürfen.

Am meisten verkauft wurden in Europa demnach mit 36,4 Prozent abermals mit Benzin angetriebene Fahrzeuge. Voll- und Mildhybride folgen auf Rang zwei mit 22,6 Prozent der Zulassungen, dann kommen Diesel-Antriebe mit 16,4 Prozent. Hinter den vollelektrischen Fahrzeugen mit wie erwähnt 12,1 Prozent reihen sich die Plug-in-Hybride mit 9,4 Prozent ein. Die restlichen 3,4 Prozent sind Fahrzeuge mit sonstigen Antrieben, worunter unter anderem Erdgas- und Wasserstofffahrzeuge fallen – letztere sind darunter allerdings eher die große Ausnahme.

In Italien betrug der Anteil der elektrischen Fahrzeuge hingegen lediglich 3,7 Prozent der Neuzulassungen – und das auf einem der größten Automärkte in ganz Europa. In Spanien sind es mit 3,8 Prozent kaum nennenswert mehr. Auch in weiten Teilen Ost- und Südosteuropas sehen die Werte ähnlich niedrig aus. In Polen und Griechenland sind es 2,7 Prozent, in Tschechien 2,0 Prozent, in der Slowakei sogar nur 1,8 Prozent. In Deutschland betrug der Anteil der E-Fahrzeuge im vergangenen Jahr 17,8 Prozent.

Die in Europa meistverkaufte Modelle waren laut Auswertung der Peugeot 208, der Dacia Sandero und der VW T-Roc – allesamt Fahrzeuge mit vorwiegend konventionell angetriebenen Motoren. Ausnahme ist der Peugeot, den es auch elektrisch gibt. Ein einzig elektrisch konzipiertes Modell findet sich in der Top 10 der meistverkauften Fahrzeuge nicht.

Quelle: Auto Straßenverkehr – „Europa unter Strom“?, Ausgabe 07/23, S. 54

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als Zeitungsredakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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7 Comments
Robert
Robert
3 Jahre zuvor

das stottern hat meiner Meinung nach vor allem drei Gründe, das in den letzten Monate stark zugenommen Bashing gegen E-Autos, Die katastrophale Lieferfähigkeit Europäischer Hersteller der E-Autos von 6-28 Monaten, und nicht zu vergessen die massiv gestiegene inflation explodierende Energie und Lebenshaltungskosten der Wohlstandsrückgang usw.

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Jakob Sperling
Jakob Sperling
3 Jahre zuvor

Wer aufs Geld schauen muss, kauft im Moment möglichst kein Auto. Die sind aktuell deutlich zu teuer. Wenn man dann unbedingt eines kaufen muss, kommt ein BEV kaum in Frage, die sind noch viel teurer.
Zudem gibt es aus Sicht der meisten grösseren Käufer-Kategorien kaum vernünftige BEV. Ein paar wenige auf dem Papier, aber mit völlig realitätsfremden Lieferfristen für Leute, die ein Auto wirklich brauchen. Dann eine Reihe Spinner-Autos ab 50’000 und das einzig rasch erhältliche BEV ist auch zu teuer, aber ein typischer Normalbürger würde das auch nicht auf den Vorplatz stellen, wenn es gratis wäre.

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Das ganze Dilema hat die lobbyhörige Politik zu verantworten. Die Energiewende jahrzehntelang behindert und dann auch noch jahrelang die Hersteller von dreckigen Diesel geschützt. Kein Tempolimit auf Autobahnen eingeführt und jetzt will die FDP auch noch die Ökostromverschwendung mit E-Fuels zementieren.

Mit solch korrupten Politikern ist es sehr schwer etwas gegen die kommenden Klimakatastrophen zu unternehmen und wer darf es ausbaden? – die Bürger, die die Klimawandelschäden bezahlen dürfen über höhere Steuer und Versicherungen, wenn sie in Zukunft noch eine bekommen und bezahlen können.

Das ganze Geld, das die Politik in die falschen Taschen steckt, dürfen wir alle mit unseren Steuer bezahlen und haben doch sehr wenig davon – wann kommt die lange verhinderte „Energiewende von unten“?

Ich mache hier jetzt keinen großen Kommentar auf zu PV- und Windkraftanlagen, E-Auto (BEV), Wärmepumpen, ÖPNV, Schienenfernverkehr, L6e-/L7e-Fahrzeugen, Pedelecs mit Dach und Stadtgrün.

Auf Wahlen kann ich nicht hoffen – Lobbyisten und Politiker kungeln schon zu lange und zu intensiv, da wird auch Putins Krieg nicht viel ändern, deshalb setze ich auf Klimakatastrophen, die richtig ins Geld gehen und allen weh tun, sonst wird sich nicht viel ändern und wenn doch, dann dauert es ewig lange.

Also „freuen“ wir uns auf den Dürre-Sommer in weiten Teilen der EU und die Vorboten der großen Katastrophe.

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Matthias Geiger
Matthias Geiger
3 Jahre zuvor

Die Rahmenbedingungen seitens der Politik wurden zumindest im Autoland Deutschland falsch gesetzt. Zu lange wurden und werden die falschen Anreize gesetzt. z.B. teure übergewichtige SUV’s und Luxuskarossen wurden gefördert bzw. werden gefördert siehe den Steuervorteil selbst für PHEV’s. Die SUV’s und Luxusfahrzeuge sollten hoch besteuert werden und hiervon die sinnvollen BEV’s gefördert werden. BEV’s mit 400 km WLTP-Reichweite, AC/DC Anschlüssen 22/100 kW und BEV Bruttolistenpreisen unter 35.000 Euro. Die Förderung sollte ca. 6000 Euro betragen.
Auch an den geförderten Ladesäulen sollten die Strompreise auf 40 ct/kWh (brutto) begrenzt werden. Dann kommt die E-Mobilität voran.

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