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Großbritannien plant, Verbrenner-Verbot auf 2030 vorzuziehen

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
27. September 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
27. September 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 407993692

Home Automobilindustrie

Immer weiter nach Vorne will Großbritannien seinen bereits vor drei Jahren beschlossenen Abschied von Verbrenner-Fahrzeugen ziehen. Aktuell steht zur Diskussion, den Verkauf von herkömmlich angetriebenen Benzinern und Dieseln schon ab 2030 zu verbieten. Die Regierung hatte sich zuvor mit Plänen befasst, die Frist für den Verkauf neuer umweltschädlicher Fahrzeuge von 2040 auf 2035 vorzuverlegen.

Die Ankündigung des neuen Zieljahres 2030 ist Teil einer ganzen Reihe neuer Gesetze und Richtlinien für nachhaltige Energie, die dazu beitragen sollen, eine umweltfreundliche wirtschaftliche Erholung von der Coronavirus-Pandemie auszulösen. Boris Johnson wird voraussichtlich noch in diesem Jahr die beschleunige Umstellung auf Elektrofahrzeuge ankündigen, berichten britische Medien. Eigentlich hatte die Regierung gehofft, die Pläne bereits Mitte September vorstellen zu können. Die Ankündigung wird sich jedoch bis Ende dieses Jahres verzögern, da sich das Land aktuell auf die Bekämpfung der steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen konzentriert.

Die Entscheidung, den Verkauf neuer Benzin- und Dieselfahrzeuge ab 2030 einzustellen, würde Großbritannien vor Frankreich stellen, das ein Verbot für 2040 in der Pipeline hat. Ebenfalls für 2030 planen unter anderem Dänemark, Irland, die Niederlande und Schweden das Aus für Benziner und Diesel, Norwegen wird das Verbot bereits 2025 einführen.

„Ein ehrgeiziges, aber erreichbares Datum“

Matthew Pennycook, in der Labour-Partei für Klimawandel zuständig, wiederholte letzte Woche die Forderung seiner Partei nach einem Verbot des Verkaufs von Verbrennern für 2030. Der Oppositionspolitiker sagte, es sei „ein ehrgeiziges, aber erreichbares Datum“, das „der britischen Autoindustrie neues Leben einhauchen würde, während wir den Klimawandel bekämpfen und die Luft reinigen, die so viele unserer Städte gefährlich verschmutzt.“

Das britische Stromnetz könne den Wandel zur Elektromobilität „problemlos bewältigen“, so der beim Netzbetreiber National Grid für E-Auto-Projekte zuständige Direktor Graeme Cooper. Befürchtungen über eine mangelnde Fähigkeit des britischen Stromnetzes, mit einem Boom von Elektrofahrzeugen fertig zu werden, seien unbegründet. Der Netzbetreiber sei „zuversichtlich, dass ein schnellerer Übergang möglich ist“ und dass das Stromnetz „angemessen robust“ sei, um mit einem Anstieg des Strombedarfs fertig zu werden. National Grid schätzt, dass die Elektrifizierung des gesamten Straßenverkehrs mit Ausnahme von Lastkraftwagen weniger als ein Drittel mehr Energie erfordern würde als der derzeitige Bedarf Großbritanniens von rund 300 Terawattstunden.

Quelle: Guardian – UK plans to bring forward ban on fossil fuel vehicles to 2030

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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13 Comments
Tobi
Tobi
5 Jahre zuvor

Das ist doch mal eine klare Ansage! Bravo! Hätte nicht gedacht, dass diese Regierung was auf die Reihe kriegt.

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Dirk
Dirk
5 Jahre zuvor

Ich finde es auch gut.
Hätte ich den Briten gar nicht zugetraut.
Bin gespannt wie sich das weiter entwickelt.

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Tito
Tito
5 Jahre zuvor

Ja, sehr gut! Hoffentlich kommt die deutsche Politik auch aus dem Quark! Sonst verpennen die gleich den nächsten Zeitenwendepunkt!

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Silverbeard
Silverbeard
5 Jahre zuvor

Mir ist bekannt, dass die England bei der CO2 Reduzierung das einzige Land in der EU ist, das seine Verpflichtungen eingehalten hat. Meines Wissens ist das Land wieder bei der Emission von 1990 angekommen.
Ich bin aber schon erstaunt (und auch erfreut), dass angesichts des Brexits die Bemühungen weiter so stark vorangetrieben werden.

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Djebasch
Djebasch
5 Jahre zuvor

Uiuiui also da scheint ja ein Land wenigstens Gas zu geben und das gerade bei den Briten aber die haben ja auch die Hybrid Unterstützung als erstes gekippt…
Aber ob deren Stromnetz wirklich so Stabil ist weiß ich nicht, Großbritannien baut momentan als einzige in Europa Große Batteriespeicher das wird schon seine Gründe haben ;)

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Markus Doessegger
Markus Doessegger
5 Jahre zuvor

Very promissing dear Brits :-)
Sehr wichtig ist, dass die jeweiligen Länder sich eine Dealine setzen und die Leute darauf vorbereiten. 10 Jahre sollten da genügen.
Auch Konservtive können derweil weitsichtig denken :-)

Der Zeitpunkt wo TopGear endlich vom Netz geht würde den Britten endlich zeigen, dass man es sehr ernst nimmt.

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Jan
Jan
5 Jahre zuvor

Ab 2023 wird das Elektroauto genauso teuer sein wie ein vergleichbarer Benziner/ Diesel (weil die Batterien günstiger werden). Und die Wartungskosten sind geringer, die Verbrauchskosten geringer, Beschleunigung und Platzangebot größer, Restwerte höher, Reichweite gleich, Ladung/ Betankung gleich schnell… Mein Tipp: Selbst ohne Verbot werden 2030 keine Verbrenner mehr verkauft. 2025 wäre innovativ – wie es Norwegen zeigt. Ohne Verbot für 2025 werden die letzten Verbrenner (als Neufahrzeuge) vermutlich 2026 oder 2027 verkauft.

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Hannes Bader
Hannes Bader
5 Jahre zuvor

Ob dass mit 2023 so klappt werden wir ja sehen. Ein Verkaufsverbot für Verbrenner ist dann, wie selbst schon festgestellt, ja völlig unnötig, wenn beim Elektroauto alles genauso gut oder besser ist. Interessant wäre noch: Wie wird der Ausfall der Mineralölsteuer ersetzt? Wenn dann 2025 in Norwegen die Verbrenner verboten sind, kann der norwegische Staat dann auch die Befreiung von der Mehrwertsteuer in Höhe von 25% für Elektroautos zurücknehmen, da die dann eh genauso viel kosten wie die Verbrenner heute. Momentan sind die Haupttreiber für E-Autos die EU-Festlegungen zum CO2-Ausstoß und die staatlichen Vergünstigungen. Die anderen Gründe, geringerer Lärm, höhere Beschleunigung, Verschiebung der Emissionen aus der Stadt heraus sind für den einfachen Autokäufer noch keine ausreichenden Argumente. So wie ich heute gelesen habe, ist der Plan, die Kosten auf Akkuebene von derzeit 150,-$/kWh auf unter 100$/kWh zu senken. Das bedeutet bei 75kWh eine Einsparung von 3750$. Das wird nicht reichen, um alle Subventionen und zum Teil die ZEV-Credits zu kompensieren. Es ist also noch ein weiter Weg. Das Wichtigste überhaupt noch vor der Elektrifizierung des Verkehrs ist die Bereitstellung von sauberem Strom und Umstellung aller anderen Energieverbraucher auf sauberen Strom. Sonst wäre der Ersatz einer Gas- oder Ölheizung durch eine Elektroheizung schon ein Beitrag zum Klimaschutz. Der Nutzen eines Akkus im Stromnetz ist auf jeden Fall ein größerer Beitrag als ihn ins Auto einzubauen, wo er gar nicht richtig klimawirksam wird.

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