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Wirtschaftsweise: „Es wäre falsch, nur auf die Batterie zu setzen“

Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
3. Juni 2021
Lesedauer: 2 Minuten
Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
3. Juni 2021
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Symbolbild | shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 123383902

Home Automobilindustrie

Die „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm hat dafür geworben, bei den Antrieben der Zukunft für Autos mehrgleisig zu fahren und nicht nur auf die Batterietechnik zu setzen. „Es kommt darauf an, in den nächsten zwei bis drei Jahren den Grundstein zu legen, dass die deutsche Industrie auf den Weltmärkten auch bei der Brennstoffzelle mit im Spiel ist„, sagte Grimm der Deutschen Presse-Agentur. Die deutsche Automobilindustrie müsse bei allen nachhaltigen Antriebstechnologien am Ball bleiben, auch um langfristig eine große Zahl an Jobs in Deutschland zu sichern. „Es wäre industriepolitisch falsch, nur auf die Batterie-Technik zu setzen.“

Bereits in einem Interview mit dem „Manager-Magazin“ hatte Grimm Wasserstoff als Antrieb für Autos und Lastwagen auf deutschen Straßen als unentbehrlich eingestuft. „Es ist utopisch zu glauben, dass die batteriegestützte Elektromobilität die alleinige Lösung sein wird„, sagte sie. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach europäische Autohersteller nicht mehr auf den Wasserstoff setzen wollen. Die deutsche Automobilindustrie einschließlich Zulieferern sei gut beraten, ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten beim Thema Wasserstoff nicht leichtfertig aufzugeben, so Grimm. Langfristig werde die weltweite Nachfrage deutlich steigen.

Besonders im Schwerlastverkehr könne Wasserstoff vergleichsweise früh effizient eingesetzt werden, sagte Grimm. Ziel müsse ein Tankstellennetz sein, von dem später auch der Pkw-Verkehr profitieren könne. In der Schweiz fahren bereits 50 Lastwagen des koreanischen Herstellers Hyundai mit Wasserstoff, bis 2025 sollen es 1600 solcher Fahrzeuge werden. Die CO2-Emissionen im Verkehr seien seit 1990 nicht gesunken, im Lastverkehr sogar gestiegen, so Grimm. Die Elektrifizierung im Schwerlastverkehr gehe aber aufgrund des Reichweiten-Problems nicht über Batterie-Technik.

Die Autoindustrie forscht seit langem an der Brennstoffzelle. Dazu kommt ein Einsatz von E-Fuels – synthetische Kraftstoffe, die mittels Strom aus Wasser und Kohlendioxid produziert werden. Derzeit ist Wasserstoff aber noch knapp und vergleichsweise teuer. Umweltverbände wie der BUND warnen vor Fehlinvestitionen. Hinsichtlich ihrer Energieeffizienz seien Batteriefahrzeuge klar im Vorteil, heißt es dort. Der Freistaat Bayern indes will bis 2023 ein Netz von 100 Wasserstoff-Tankstellen aufbauen und stellt dafür 50 Millionen Euro bereit.

Quelle: zeit.de / manager-magazin.de

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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43 Comments
Jens
Jens
5 Jahre zuvor

Und wie immer fehlt die rationale Begründung – wenn man von Propaganda-Worthülsen wie „Arbeitsplätzen“ absieht – kein Konzern schert sich um Arbeitsplätze.

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Peter
Peter
5 Jahre zuvor

OMG! Diesen Beitrag und Aussage muss ich noch mal in 5 Jahren herauskramen.
Auch beim LKW ist reiner Batteriebetrieb für die nächsten Jahre/Jahrzehnt die beste Lösung.

Klar wird H2 Technik in Zukunft wichtig werden, Durch den weiteren Ausbau der regenerativen Energien wird es zwangsweise immer mehr Überschussstrom geben, den man gut zu H2 verwandeln kann. Dann sind aber erstmal die Disziplinen mit H2 und Biofuels zu ersetzen, die nicht mit Batterien ersetzt werden können, wie z.B. die Stahlproduktion und Flugverkehr.

Wenn das dann mal weitestgehend umgesetzt ist, spielt die Effizienz keine große Rolle mehr, weil wir erneuerbare Energien im Überfluss haben und dann ist die Zeit gekommen auch PKW und LKWs mit H2 und Biofuels zu betreiben. Also so in 50 Jahren. Welcher CEO plant so lange? Batterietechnik jetzt und schnell!

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David
David
5 Jahre zuvor

Es gibt Investoren in Wasserstofftechnologie, die jetzt ihre Felle schwimmen sehen. Sie haben in Politik und Wissenschaft Unterstützer. Die haben sich vorher gemeldet und tun das verstärkt in dieser Phase. Das muss man verstehen und man muss es akzeptieren.

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Johannes
Johannes
5 Jahre zuvor

Frau Grimm kann sich ja mal den ignoranten Herstellern, die nur auf Akkus setzen, als Beraterin anbieten. Dann kann sie ihnen erklären, dass der 3-fache Energiebedarf kein Problem ist, weil der Ausbau der Windenergie völlig unumstritten ist und wir quasi ab übermorgen grünen Überschussstrom in Hülle und Fülle haben. Ja und dass der Preis für eine überkomplexe Technik durch Skaleneffekte einfach magisch unter den einer weniger komplexen Technik sinken wird. Einfach so, toll!

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Niro
Niro
5 Jahre zuvor

Es ist unglaublich, diese H2-Lobbyisten werden immer intensiver. Notfalls nimmt man sich die gekaufte Wissenschaft zu Hilfe.

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Farnsworth
Farnsworth
5 Jahre zuvor

Die Frau ist weder Ingenieurin noch Physikerin. Sie hat Volkswirtschaftslehre studiert. Sie beschäftigt sich mit Energiemärkten.

Und es hört sich völlig Lobbygesteuert an. Sie erzählt sich, dass man bei dem Wasserstoff nicht auf dem grünen Wasserstoff warten soll, sondern auch schon mit grauem Wasserstoff starten soll. Das ist völlig fatal. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind größer, alswürde man das Erdgas direkt verwerten.

Anders als bei BEV, die selbst beim heutigen Strommix schon sauberer sind als Verbrennerfahrzeige. Und jährlich sauberer werden. Ich bin gerade erst wieder 270km gefahren mit dem Energiegehalt von 2,7l Diesel. Einfach toll.

Farnsworth

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Napoleon
Napoleon
5 Jahre zuvor

Haare sträubend!

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Heiko
Heiko
5 Jahre zuvor

Als Schankwirtschaftsweise empfehle ich, weiter auf Braunkohle zu setzen,
schon der Jobs wegen. Nur die nächsten 200 Jahre, als Übergang,
bis die Physik endlich einsieht, dass ein Wasserstoff-elektrisches Fahrzeug 3 mal effizienter ist,
als ein BEV (physikalische Umkehrung durch effiziente Lobbyarbeit).

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Niko
Niko
5 Jahre zuvor

Es wird möglicherweise auf dem Weltmarkt interessierte Märkte geben, in denen Wasserstoff eine Rolle spielt, auch für PKW

insb Hyundai kann beides und hat hervorragende PKW sowohl mit Batterie als auch mit Wasserstoff im Portfolio.

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Norbert Seebach
Norbert Seebach
5 Jahre zuvor

Wenn das unsere Wirtschaftsweisen sind, dann gute Nacht Deutschland! Ich frage mich, was Frau Prof. Claudia Kempfert wohl zu solch einer lobbyinteressen-gesteuerten Volksverdummung sagen würde…Oder kommt die Dame womöglich aus dem Dunstkreis von Andy b.scheuert?

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