Will Deutschland bis 2045 klimaneutral sein, werde grüner Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Das dafür erforderliche Netz müsse möglichst schnell und verlässlich aufgebaut werden, so die deutsche Energieagentur (Dena). Bei ihrem Besuch in Kanada im August haben Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mit der kanadischen Regierung eine Wasserstoffallianz gegründet. Ab 2025 sollen jährlich bis zu 500.000 Tonnen grünen Wasserstoffs nach Deutschland geliefert werden. Ein großer Erfolg und eines von mittlerweile einer Vielzahl national und international geplanter Projekte.
Für den Weitertransport im Land haben die hiesigen Netzbetreiber bisher wichtige vorbereitende Maßnahmen unternommen, noch aber fehlen wesentliche Investitionsentscheidungen in den Aufbau des Wasserstoffnetzes. Das sorge für unnötige Verzögerung und Planungsunsicherheiten bei den verschiedenen Wasserstoff-Projekten.
„Der schnelle und verlässliche Aufbau eines Wasserstoffnetzes ist unverzichtbare Voraussetzung für den dringend erforderlichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Aktuell aber stocken die Planungen. Den Netzbetreibern fehlt ausreichend Investitionssicherheit und den Wasserstoff-Projektentwicklern damit die erforderliche Sicherheit, ob die von ihnen produzierten Mengen auch auf eine dafür erforderliche Infrastruktur treffen“, so Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. „Mit unserem Vorschlag zur Beschleunigung notwendiger Investitionsentscheidungen wollen wir die gegenwärtige Abwarte-Situation auflösen“.
Der Vorschlag beruhe darauf, „eine faire Aufteilung der Risiken zwischen Netzbetreibern, zukünftigen Netznutzern und dem Staat sicherzustellen“, so Kuhlmann. Er sei gleichzeitig kompatibel zu aktuell in der Diskussion befindlichen Vorschlägen mit Blick auf zukünftige Regulierung. „Kern des Vorschlags ist eine Absicherung der Investitionen in der Anfangsphase durch ein ‚Amortisationskonto’ sowie eine politische festgelegte Höhe der Netzentgelte, die für die ersten Nutzer der Netze nicht prohibitiv ist.“
Ausgangspunkt des Dena-Vorschlags: Bund und Netzbetreiber bekennen sich zum beschleunigten Aufbau eines überregionalen Wasserstoffnetzes auf der Fernleitungsebene. Die Netzbetreiber erhalten den Auftrag, dieses Netz sowohl durch Neubau als auch durch die Umrüstung bestehender Erdgasleitungen zu errichten. Die Investitionsrisiken der Anfangsphase sollen über ein Amortisationskonto abgesichert werden, in welchem Anfangsverluste und erste Einnahmen verrechnet und zu einem Stichjahr (zum Beispiel 2035) verrechnet werden. Den Rahmen liefert eine szenariobasierte Infrastruktur-Planung im Einklang mit den Klimazielen und in Rückkopplung mit der Bundesnetzagentur. Die Wasserstoffnetzbetreiber unterwerfen sich dann einer allein auf Wasserstoff basierenden Kostenregulierung durch die Bundesnetzagentur, so wie es gegenwärtig auch in der Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes vom Juni 2021 bereits vorgesehen ist („Opt-In“). Die Debatte über eine Querfinanzierung über die Erdgas-Netzentgelte wäre damit obsolet.
Der Staat sichert die Investitionen ab
Die Netzbetreiber gehen beim Aufbau mit Eigenmitteln in Vorleistung. Der Staat wiederum sichert die Investition ab, indem er den Netzbetreibern langfristig die Rentabilität der Investition zusichert, indem er in einem Stichjahr (2035) im Zweifel für einen Ausgleich des Amortisationskontos aufkommt.
Das Konzept der Amortisations-Absicherung würde für die Anschubphase einer Wasserstoffinfrastruktur greifen, konkret nur für Leitungen mit einer geplanten Inbetriebnahme zum Beispiel in den nächsten zehn Jahren. Denn ab 2035 dürfte eine ausreichend große Zahl von Netznutzern ein reguliertes Wasserstoffleitungssystem über die Refinanzierung mit Netzentgelten stützen.
„Nach unseren Vorstellungen sollen Nutzer des Wasserstoffnetzes ein gedeckeltes Netzentgelt zahlen“, sagt Andreas Kuhlmann. „Das wäre einerseits höher als im Falle einer Querfinanzierung über die Nutzer der Erdgasnetze. Andererseits sollen aber nicht die ersten Nutzer des Wasserstoffnetzes die vollen Kosten tragen. Denn das könnte so hohe Netzentgelte zur Folge haben, dass die Wirtschaftlichkeit dieser ersten Projekte kaum darstellbar wäre.“
Mit einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Impulspapier (hier als PDF) können die Netzbetreiber zeitnah und politisch abgesichert mit der Umstellung oder dem Bau von Leitungen für den Transport von grünem Wasserstoff beginnen. Für einzelne Leitungen oder Leitungssysteme schließen sie dazu mit dem Staat einen (öffentlich-rechtlichen) Vertrag ab, in dem die Modalitäten für die Absicherung des Amortisationsrisikos festgelegt werden.
Quelle: Dena – Pressemitteilung vom 25.08.2022
Klar Subventionen für ein Netz das keine Rolle Spielt…
Bis 2030 alleine benötigen wir 13 Millionen Tonnen nur für die Industrie, Heizung etc…
Bis 2050 rechnet man aktuell 40Millionen und tendenz steigend…
Was sollen wir da mit Wasserstoff im PKW Bereich…
Ich bin immer noch für eine starke Veringerung der Resourcen, d.h. weniger Stahl, weniger Aluminium, weniger Kunststoff, vor allem bei Fahrzeugen, dann können wir uns viel H2 sparen und die wenigen Betriebe können sich das H2 in Stahlflaschen und per Schiff liefern lassen.
Für die Haushalte und kleineren Firmen ist die Zukunft vor allem strombasiert, PV, BEV und Wärmepumpen sowie E-Motoren für alles was sich bewegen muss, Laserschweißen und Elektronik.
Wie wäre es z.B. wenn Australien und Brasilien selber Stahlwerke bauen und mit dem PV- und Windstrom vorort aus Eisenerz und Wasserstoff den Stahl produzieren und nicht Kohle und Erz per Schiff über die Weltmeere schippern, sondern die Stahlprodukte – von denen dank leichterer BEV weniger gebraucht wird.
Wenn sich kluge Leute schon den Kopf zerbrechen, dann mal darüber wie die Menschheit mit sehr viel weniger Resourcen und deutlich geringerer Umweltverschutzung auskommt als heute.
Resourcenschonung ist der Schlüssel zum Klimaschutz, dann reicht günstiger Ökostrom für fast alle Belange des Lebens in den Ländern selber aus, ohne dass man riesige Mengen an H2 transportiert muss.
Ich lese hier immer nur, der Staat sichert ab, der Staat sichert ab. Wer die Musik bestellt bezahlt sie auch. Das nachgelagerte umfinanzieren ab 2035 funktioniert dann ja prima, wenn all die jenigen die bis dahin davon profitiert haben kurz vorher in Insolvenz gehen und sich einen schönen Lebensabend auf Kosten, na von wem wohl – richtig, der Bürger machen. Aber wie ich die Herren Wissing und Lindner kenne ist das ne Top Idee:-(.
Gerade auf Tagesschau.de gefunden.
Also nicht die Bürger für die Reichen zahlen lassen und deren Risiken übernehmen, so wie bisher, sondern umgekehrt und die Reichen für ihre Wasserstoffexperimente selber ins Risiko gehen lassen.
Die Bürger könnten auch mit der Energiewende von unten ihren Teil zum Klimawandel betragen und der wäre günstiger als das was sich die Industrie und ihre Lobbyisten für die Politiker ausdenken.
Die Gaskrise resultierte aus dem Wunsch der Industrie nach billigem Gas und die Energiewende war den Stromkonzernen ein Dorn im Auge, deshalb wurde die Abhängigkeit von russischem Gas verangetrieben und die Energiewende weitgehend ausgebremst – jetzt ist das Gas-Kartenhaus zusammengefallen.
Wie immer wenn es um hochrisikoreiche Investitionen geht: Der Staat aka Steuerzahler/In soll die Risiken übernehmen. Die allfälligen Gewinne stecken sich dann die Aktionäre/innen in die Tasche. Danke, aber nein Danke!