Das wird den Batteriemarkt ordentlich durchschütteln: Der chinesische Branchenprimus CATL senkt offenbar die Preise für seine Batterien signifikant, allerdings nur für ausgewählte Kunden wie NIO oder Zeekr – um ihre Loyalität dem Zulieferer gegenüber zu sichern. Großabnehmer wie Tesla sind dem Vernehmen nach jedoch nicht dabei.
Nach Berichten des lokalen Newsportals 36kr will der weltgrößte Batteriehersteller CATL strategischen Kunden wie den chinesischen E-Auto-Herstellern NIO, Zeekr oder Li Auto in einem Partnerschaftsvertrag beträchtliche Preisvorteile anbieten. So soll ein Teil des Zellpreises für drei Jahre auf Basis eines Lithium-Tonnenpreises von 27.300 Euro eingefroren werden. Der Preis für Lithium war Ende letzten Jahres auf knapp 82.000 Euro angestiegen, und CATL hatte die Erhöhung mit einer 40-prozentigen Preissteigerung für seine Batterien voll an die Autohersteller weitergegeben. Die haben dann begonnen, sich nach anderen Abnehmern umzusehen oder eigene Batterieproduktionen angekündigt. CATL sieht nun offenbar seine Felle davonschwimmen und hat die Preisstrategie grundlegend überdacht.
Im Gegenzug zu den großzügigen Rabatten verpflichten sich die Abnehmer allerdings, etwa 80 Prozent ihres Batteriegesamtbedarfs bei CATL einzukaufen, wie der 36kr-Report berichtet. Das Programm soll im dritten Quartal des Jahres starten, dem Vernehmen nach befinden sich einige Abnehmer bereits im Prozess der Vertragsunterzeichnung. NIO hat bisher alle Batterien bei CATL bezogen und einer Pressemitteilung zufolge bereits im Januar einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet – obwohl im Juni letzten Jahres der Start einer eigenen Batterieproduktion bekanntgegeben wurde. Außerdem wurde mit CATL-Mitbewerber CALB über die Lieferungen von Batterien verhandelt. Das dürfte jetzt wohl vom Tisch sein. Auch Li Auto hatte sich anderweitig umgesehen und Lieferanten wie Sunwoda Electric Vehicle Battery oder Svolt Energy ins Spiel gebracht.
Sowohl Mitbewerber, Zulieferer als auch andere Abnehmer sind naturgemäßig wenig erfreut und reagieren unterschiedlich. CATL selbst hat seine Zulieferer aufgefordert, die Preise um zehn Prozent zu senken. Svolt Energy hat seine Preise ebenfalls um zehn Prozent gesenkt und seine Zulieferer um Rabatte ersucht.
Quelle: cnevpost.com – CATL reportedly cutting battery costs significantly for some clients including NIO, Li Auto
Das ist dieser Trick mit dem schon Intel versuchte den Wettbewerber AMD zu töten … eigentlich zeigt die Aktion nur, dass CATL sich dem Wettbewerb langfristig nicht gewachsen sieht.
Naja, wenn wunderts. Die Chinesen haben hier schon noch einiges zu lernen. Aber eben, wenn sie so am Markt weiter bestehen wollen, dann dürften die wohl künftig neue Kunden suchen dürfen. Das hat mit Marktwirtschaft nichts gemein und wird sich rächen. Lieferketten sind die Zukunft, wer diese im Griff hat, ohne auf Hersteller aus Fernost und China zu setzen ist gut beraten. Die Verschiffung, die Herstellung – alles heute schon mit einem grossen Anteil vom Chinesen. Strategische Partnerschaften ob in Europa oder Amerika müssen nicht nur im Automobilbereich neu gedacht werden.
Tesla hatte ja stets vermieden, Kapital durch langfristige Lieferverträge zu binden, weil sie erst keines hatten und später eine tolle Marge zeigen wollten. Das ist ja einer ihrer Tricks. Deutsche OEM wie VW haben langfristige Lieferverträge mit atmenden Preisen, dafür hatten sie eben bereits 2018 Milliarden auf den Tisch gelegt. Mercedes ist sogar strategischer Entwicklungspartner von CATL. Das wollte Tesla damals auch werden, aber CATL hat sich anders entschieden.
Insofern muss man sich um die deutschen OEM keine Sorgen machen, erst recht nicht im Zusammenhang mit dieser Nachricht. Was das für Tesla direkt heißt, wird man sehen. Auf jeden Fall hat CATL damit indirekt gesagt, Tesla kann nicht wechseln, hat keine eigene Produktion, die signifikant wäre, und auch keine Alternativen.
Die Verhandlungen mit CALB betreffen hauptsächlich die kommenden Sub-Marken (Codename Alps, Firefly) von NIO. Die Beziehungen „vom Tisch“ zu nennen, ist eine Annahme, die aktuelle und mögliche Investoren in die Irre führen könnte.
„NIO hat bisher alle Batterien bei CATL bezogen und einer Pressemitteilung zufolge bereits im Januar einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet – obwohl im Juni letzten Jahres der Start einer eigenen Batterieproduktion bekanntgegeben wurde. Außerdem wurde mit CATL-Mitbewerber CALB über die Lieferungen von Batterien verhandelt. Das dürfte jetzt wohl vom Tisch sein.„
Die chinesichen Batterien sind für die EU dasselbe wie das russische Erdgas und Erdöl, deshalb sollten in der EU keine chinesiche Firmen Batterien produzieren, sonst gehen die Batteriepreise bei uns durch die Decke wie auch beim Erdgas und Erdöl – und die Erpressbarkeit kommt noch dazu.
Wann lernen es die Firmen in der EU, dass die Energie- und Verkehrswende ohne chinesische Firmen auskommen muss, wenn sie gelingen soll? – vor allem, wenn es für die Bürger langfristig günstige Preise und vor allem auch noch die Demokratie geben soll. Die EU an China zu verkaufen ist keine gute Idee.