Lange herrschte Ungewissheit, wie es mit dem Umweltbonus – also der Förderung von Elektrofahrzeugen – in Deutschland weitergehen wird. Bekannt ist bereits, dass Hybrid-Fahrzeuge überhaupt keine Prämie mehr erhalten werden. Doch auch die Beschränkung des Kaufpreises ab 2024 auf 45.000 Euro sorgt für Unmut: damit ist der Großteil der Modelle deutscher Hersteller in Zukunft nicht mehr förderfähig. Die Opposition sieht bereits Arbeitsplätze gefährdet.
CSU-Abgeordneter Ulrich Lange hatte die Ampel-Regierung aufgefordert, ihre Pläne für den Umweltbonus ab 2024 offenzulegen. Aus der Antwort geht hervor, dass sich die Änderungen vor allem für deutsche Premium-Hersteller negativ auswirken werden. Bei Mercedes-Benz sinkt die Zahl der förderfähigen Modelle von derzeit 40 auf 7, bei BMW von 47 auf 2 und bei Audi von 13 auf 5. Schon durch den Wegfall der Förderung von Hybrid-Modellen fallen bei den Premium-Herstellern zahlreiche Modelle aus dem Förderregime.
Elektro-Modelle von Hyundai, Kia oder Seat können hingegen weiterhin alle gefördert werden. Ab September nächsten Jahres gibt es die Förderung außerdem auch nur mehr für Privatpersonen. Gerade die deutschen Hersteller sind aber bei Firmenautos beliebt. 78 Prozent der bisher geförderten Fahrzeuge waren bei Mercedes-Benz nicht privat genutzt, bei BMW waren es 66, bei Audi 71 Prozent. CSU-Politiker Lange kritisiert daher, dass „die Ampel mit ihrer Wirtschaftspolitik einseitig Arbeitsplätze in der deutschen Schlüsselindustrie“ gefährde.
Um den deutschen Verkehr klimafit zu machen, will die Ampel-Koalition bis 2030 in Deutschland mindestens 15 Millionen Autos auf den Straßen sehen. Gleichzeitig fallen aber die Kaufprämien für reine E-Autos, Hybrid-Modelle werden gar nicht mehr gefördert, ebenso auf Firmen zugelassene PKW. Damit werden gerade jene Firmen benachteiligt, die mit ihren Flottenumstellungen bisher das Rückgrad der Verkehrswende waren. Wird ab 2024 auch noch die maximale Kaufsumme für die Förderung eingeführt, werden sich wohl auch viele Private den Kauf eines Elektroautos überlegen – sind doch die Kaufpreise immer noch deutlich höher als jene für Verbrenner. Ob so die Verkehrswende gelingen wird, bleibt abzuwarten.
Quelle: ntv – Neue E-Auto-Förderung benachteiligt deutsche Hersteller
Die Hersteller wollen uns doch nur noch veralbern…
Der Käufer kauft ímmer nach Gefühl ein nicht nach Preis, wenn einem ein Auto gefällt kauft man es, vielleicht sollten die Hersteller mal am Image Ihrer Fahrzeuge arbeiten…
Es gibt ein Gutes am bestehenden und noch kommenden Fachkräftemangel: die Karte „Arbeitsplätze“ sticht dann nicht mehr alles. Eher muss es dann drum gehen, dass die verbleibenden Fachkräfte etwas Sinnvolles tun. Der Sinn von Luxusschlitten sei mal dahin gestellt
Die Karte „gefährdete Arbeitsplätze“ zieht nicht mehr, wenn es allerorten einen Fachkräftemangel gibt. Freiwerdende Fachkräfte werden nach Umschulung anderswo dringend gebraucht, liebe Opposition.
Beschränkung auf 45.000 Euro (besser wäre keine E-Auto-Prämie und dafür Malus auf Verbrenner) sorgt hoffentlich bald für deutlich günstigere Preise bei den E-Autos und wenn die großen deutsche Autokonzerne keine günstigen E-Autos anbieten wollen, dann übernehmen das eben Startups oder Hersteller aus Asien.
Ich weine den damals beim Umweltschutz (Dieselskandal) überheblich und betrügerisch gewordenen deutschen Herstellern und ihren immer fetter werdenden E-Autos keine Träne nach. Die neue Zeit verlangt nicht nur E-Autos, sondern vor allem eine Resourcenreduzierung pro E-Fahrzeug und auch insgesamt.
Die Förderung hätte man eh schon viel radikaler abmoderieren müssen. Denn die Elektrowalze rollt.
Für PHEV hatte es nie eine Förderung geben dürfen. Umweltpolitisch am sinnvollsten wäre es mMn gewesen, die Förderung auf vollelektrische Kleinwagen und das untere Mittelklasse-Segment zu fokussieren. Alles darüber hinaus hat lediglich Mitnahme-Effekte befördert. Ich finde es großkotzig und beschämend, dass bspw Mercedes keine erschwinglichen E-Autos für eine breitere Käuferschicht mehr bauen will, sondern sich auf das einträglichere Luxussegment beschränken will. Die Hersteller, die überhaupt noch Kleinwagen im Portfolio haben, sparen dort an Material- und Verarbeitungsqualität wo sie können, da mit diesen Fahrzeugen wenig Marge zu erzielen ist und auf der anderen Seite die Hersteller wahnsinnige Summen in die Entwicklung ihrer E-Flotte stecken ( müssen)! Umweltpolitisch zielführender wäre daher eine Förderung wie oben dargestellt gewesen. Realität ist allerdings, dass es offensichtlich nie nur um CO2-Reduzierung ging, sondern um eine Ankurbelung der Verkäufe hochpreisiger Fahrzeuge.
endlich die richtige Richtung, nur mehr die kleineren E-Autos zu fördern.
Robert