Ende März war die brandneue Tesla Gigafactory in Grünheide bei Berlin offiziell eröffnet worden – im Beisein von Elon Musk und der deutschen Politelite. Nach nur drei Monaten macht sie nun schon wieder dicht, ab kommenden Montag. Als Grund werden Umbauarbeiten genannt. Aber auch fehlendes Personal lies die Produktionszahlen deutlich hinter dem Soll hinterherhinken. In zwei Wochen soll es wieder losgehen.
Es ist das Prestigeprojekt des heurigen Jahres: nach nur etwas mehr als zwei Jahren hatte die Gigafactory bereits den Genehmigungsbescheid erhalten. Dank einiger genehmigter Vorbereitungsarbeiten liefen die ersten Model Y bereits bei der Eröffnungsfeier vom Band. Täglich sollten 1.000 Stück des Model Y das Werk verlassen, tatsächlich konnte dieser Wert aber nur in einer Woche geschafft werden. Die Autos würden doppelt so lange wie kalkuliert an den Stationen verbleiben, deshalb werde jetzt umgebaut, berichtet Tesla-Mag. Die Umbauarbeiten sollen in zwei Wochen abgeschlossen sein.
Probleme bereitet aber auch die Qualität: In einem Spezialbereich müssen Arbeiter schlecht sitzende Bleche, Lackfehler und Kratzer beheben. Das kostet Zeit. Die zweite Linie konnte ebenfalls noch nicht in Betrieb genommen werden, weil schlicht das Personal fehlt. Zuletzt wurde bekannt, dass Tesla Neuzugängen mehr bezahlt als der Erstmannschaft, damit überhaupt irgendjemand bereit ist, in der Fabrik zu arbeiten. Kein Wunder, dass viele bereits das Handtuch werfen. Fraglich, ob die geplanten Umbauarbeiten zur Beruhigung des Personals beitragen werden. Statt der geplanten 90 Sekunden pro Station, die tatsächlich bei 180 Sekunden lagen, soll das Auto jetzt bereits nach 30 Sekunden die Station verlassen. Die Endkontrolle sollen die einzelnen Bereiche selbst übernehmen, damit die Nacharbeiten wegfallen. Ein beinahe unmöglicher Spagat.
Ende April hatte Musk noch gehofft, die neuen Fabriken in Texas und Berlin würden ihre Produktion schneller steigern können als Shanghai. Das hat sich nicht bewahrheitet. Interne Lieferprobleme vor allem von Batterien aus China könnten das Hochfahren der Produktion in Grünheide weiter verzögern. Die eigene Batteriefertigung in Grünheide soll erst im Herbst anlaufen. In einem Youtube-Interview mit Tesla-Fans hatte Musk zuletzt über die Fabriken in Texas und Grünheide bereits von „gigantischen Geldverbrennungsöfen“ gesprochen.
Tesla-Fans müssen sich also noch weiter gedulden. Zwei Millionen Bestellungen des Performance-Modells des Model Y sollen vorliegen. Selbst wenn die Fabrik in Grünheide es tatsächlich schafft, die neuen Sollzeiten einzuhalten, wird es noch lange dauern, bis dieser Rückstand aufgeholt ist.
Quelle: t3n.de – Tesla Grünheide: Gigafactory macht wegen Umbau dicht
Konnte man wohl nicht OTA fixen.
Da würde ich auch nicht arbeiten wollen – vermutlich ähnliche Arbeitsverhältnisse wie bei Amazon.
Viele amerikanische Firmen haben tolle Produkte, aber als „kleines Rädchen“ hat man da die Ar…karte gezogen, was aber für Arbeitsnehmer in Deutschland normalerweise kein Problem wäre, wenn sich nicht auch viele Firmen in Deutschland dieses „Überwachen und Auspressen bis zum letzten Tropfen“ abschauen würden.
Ich schätze Tesla, dass es die E-Autos (BEV) massiv voran gebracht hat – über die Arbeitsverhältnisse will ich lieber nicht viel sagen, andere würde es vielleicht als den „American Way of Life“ bezeichnen.
Eine Zukunft dürfte diese Art von „American Way of Life“ (siehe Kritik oben) aber nicht haben, ausser man wünscht sich Autokraten und Diktatoren als Präsidenten, wie z.B. Trump und seine Anhänger, die die Erde in ihrem Allmachtswahn und ihrer „Hexenverfolgung gegen Ungläubige“ in kurzer Zeit völlig ruinieren.
Eigenartig wie tendenziös und schlecht recherchiert hier gearbeitet wird. Anderswo tönt es z.B. mit Zahlen hinterlegt so: https://teslamag.de/news/rekorde-q2-ende-tesla-produktion-auslieferungen-juni-hoch-nie-zuvor-50341
Da kann sich jeder ein einfaches Bild machen über Journalismus oder Nicht-Journalismus
Ein Grund für die Qualitätsprobleme mag in der Einstellung und Einarbeitung extrem vieler Fachfremder/Branchenfremder liegen. Das ist wahrscheinlich ein Novum zumindest in der deutschen Automobilindustrie, einen derart hohen prozentualen Anteil von fachlich „Neuen“ in so kurzer Zeit in der Produktion integrieren zu müssen. Ich drücke die Daumen für den Erfolg.
Ziemlicher Quatsch der hier wieder einmal herumgeboten wird. Eine solche Vorgehensweise ist bei Fabriken dieser Grösse absolut normal.
Schlecht eingepasste Bleche und Kratzer in der Karosserie. Und das auf automatisierten Bändern mit Maschinen die auch alle anderen Autohersteller verwenden?
Ich denke das sind Probleme die jede automatisierte Produktion dieser Grössenordnung in der Anfangsphase hat.
Und schlechte Arbeitsbedingungen und Personalmangel? Ausgerechnet in einer Region die stark unter Arbeitslosigkeit leider?
Die Arbeitsbedingungen müssen von Tesla genauso eingehalten werden wie in jeder Fabrik in Deutschland. Sonst kennt der Autor dieses Verrisses die Deutsche Bürokratie wirklich schlecht.