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Stellantis: Werden E-Autos nicht billiger, „wird der Markt zusammenbrechen“

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
5. Juli 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
5. Juli 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): MikeDotta / Shutterstock.com

Home Automobilindustrie

Der Autokonzern Stellantis warnt nach der EU-Entscheidung zum Ausstieg von der Verbrennertechnologie, dass die Branche zum Scheitern verurteilt ist, wenn Elektroautos nicht billiger werden. Sollten Elektroautos nicht erschwinglicher werden, „wird der Markt zusammenbrechen“, sagte der Chief Manufacturing Officer von Stellantis, Arnaud Deboeuf. Der 14 Marken umfassende Autokonzern zielt deshalb darauf ab, die Kosten für die Produktion von E-Autos bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Dies soll unter anderem dank der vermehrten Herstellung wichtiger Teile im eigenen Haus gelingen sowie mit mehr Druck auf Lieferanten und Zulieferer, den Preis ihrer Produkte zu senken. „Es ist eine große Herausforderung“, sagte Deboeuf.

Stellantis mit bekannten Volumenherstellern wie Citroen, Fiat, Opel und Peugeot im Portfolio plant, in diesem Jahrzehnt mehr als 75 vollelektrische Modelle einzuführen und einige seiner französischen Autowerke in reine E-Auto-Werke umzuwandeln. Während das Unternehmen viel Geld in die Antriebswende investiert, verspricht es gleichzeitig, starke Renditen aufrechtzuerhalten und auf zusätzliche Einnahmen aus Software und Dienstleistungen sowie einigen teureren Premium-Fahrzeugen zu bauen. Neben den erwähnten Volumenmarken hat Stellantis auch einige exklusivere Marken wie Alfa Romeo, DS, Lancia und Maserati unter seinem Dach.

Einige Hersteller haben bereits die Preise für ihre Elektroautos erhöht. Tesla, Rivian und Ford etwa um zum Teil bis zu 6000 US-Dollar (gut 5700 Euro) pro Modell, um die gestiegenen Rohstoffkosten auffangen zu können. Die Kostenproblematik in einer Branche, die ihre Produktion grundlegend umstellen muss, sehen einige Hersteller mit Sorge. Während Stellantis der Entscheidung gegen den Verbrennungsmotor nachkommen werde, scheine es den politischen Entscheidungsträgern egal zu sein, ob die Autohersteller genug Rohstoffe haben, um die Transformation gelungen über die Bühne zu bringen, bemängelte Stellantis-CEO Carlos Tavares. Stellantis erwäge sogar bereits den Kauf einer Mine zur Sicherung von Rohstoffvorräten, um ausreichend Materialien für seine fünf großen Batteriefabriken in Nordamerika und Europa gewinnen zu können wo bis 2030 pro Jahr 400 Gigawattstunden Batteriezellen produziert werden sollen.

Der Konzern prüfe zudem, inwieweit er seine eigene Energie produzieren kann, um infolge der russischen Invasion in der Ukraine steigende Preise und Ausfälle in der Versorgung abfedern kann. „Wir haben bedeutende Flächen, in denen wir Sonnenkollektoren aufstellen könnten“, sagte Tavares hierzu.

Quelle: Bloomberg – Stellantis Warns of Car Market Collapse If EVs Don’t Get Cheaper

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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21 Comments
KaiGo
KaiGo
3 Jahre zuvor

Der Konzern prüfe zudem, inwieweit er seine eigene Energie produzieren kann, um infolge der russischen Invasion in der Ukraine steigende Preise und Ausfälle in der Versorgung abfedern kann. 

Ja Wahnsinn. Wieso da nur alle Unternehmen jetzt darauf kommen, dass man auf die riesigen Fabrikdächer PV-Module drauf bauen kann die dann Strom zuverlässig zu einem Bruchteil der Bezugskosten produzieren.

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egon_meier
egon_meier
3 Jahre zuvor

Dieses Gejammer von Tavares weist auf ein hochspezifisches Stellantis-Problem hin:
Dieser Konzern ist für die Entwicklung sehr schlecht aufgestellt:

  1. fast nur Verbrenner-Kompromissfahrzeuge. Die sind gut für kleine aber viel zu teuer und aufwändig für große Stückzahlen
  2. keine skalierbaren Plattformen
  3. nur im unteren – nicht lukrativen – Preissegement unterwegs.
  4. da keine hohne Stückzahlen geplant wurden ist auch höchstwahrscheinlich die Lieferkette nicht leistungsfähig: Nicht genug Zellen geordert?
  5. Keine leistungsfähige Software – es muss alles zusammengekauft und -gebastelt werden

Warum jammern die deutschen OEM nicht? Haben sie was besser gemacht?

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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
3 Jahre zuvor

@ egon_meier:

„Warum jammern die deutschen OEM nicht?“

Die lassen jammern: Dafür ist ja „Die-Andern-sollen’s-bezahlen“-Hildegard (VDA) gut …

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Wolfbrecht Gösebert
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Jakob Sperling
Jakob Sperling
3 Jahre zuvor

@ Egon, Gösi & Konsorten
Die Produktion der Ressourcen für Batterien für eine rasche, flächendeckende Elektrisierung des Verkehrs ist ein riesiges Problem, das uns garantiert noch auf den Kopf fallen wird.
Man darf es aber nicht sagen, sonst gilt man als Jammerer, weil auch in diesem Feld die Mehrheit doktrinär und naiv ist und keine Ahnung hat, wie lange es dauert, um die Versorgung mit gewissen Grundstoffen um das Zehnfache oder mehr zu steigern.

Die Forderung, eine Technologie in wenigen Jahren von 5% auf 100% zu steigern, tönt halt ganz unschuldig. Kann man problemlos einfach mal so fordern.
Die dazu benötigten Grundstoffe bereitzustellen ist da etwas aufwendiger. Nur schon die Genehmigungen für neue Abbaugebiete dauern Jahre – ausser natürlich in Diktaturen. Dann kommen Aufbau der Infrastruktur, der Verarbeitung auf verschiedenen Stufen und der Transportwege. Das dauert halt etwas länger als ein Gesetz zu erlassen.

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Tomas
Tomas
3 Jahre zuvor

Der Markt für Stellantis wird in der Tat zusammenbrechen.
Weil sie nichts Besonderes zu bieten haben.

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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
3 Jahre zuvor

Wenn so ein Plappervögelchen von

„einem riesigen Problem [schreibt], das uns garantiert noch auf den Kopf fallen wird“,

… dann ist damit doch sicher die Klimakatastrophe gemeint, gell?!

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Wolfbrecht Gösebert
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Martin
Martin
3 Jahre zuvor

„mehr Druck auf Lieferanten und Zulieferer“. Tolle Idee, könnte von Ignacio Lopez sein und wird auch weder die Produktqualität noch die Kundentreue irgendwie negativ beeinflussen…

Klar, wenn die Elektroautoförderung ausläuft, dann darf ein BEV nicht mehr wesentlich teurer als ein Verbrenner sein, schon gar nicht in den niedrigpreisigeren Segmenten, ansonsten sinken die Verkaufszahlen.

Inzwischen sollten aber die Entwicklungskosten der neuen Plattformen schon wieder einigermaßen über die aktuellen Verkäufe hereingekommen sein, zudem fallen ja bei den Verbrennern genau diese Kosten ja jetzt weitgehend weg ;-)

Da Stellantis nicht im Premiumsektor tätig ist, können die sich bei der elektronischen Ausstattung auf ein bezahlbares Maß beschränken. Angeblich ist der teuerste Einzelposten die Batterie. Hier liegt ein Kostensenkungspotential, sofern man die nicht teuer von Dritten zukaufen muss…

Andere Hersteller haben sich schon vor Jahren um Kooperationen bemüht, um Expertise und Produktionsmöglichkeiten möglichst in absehbarer Zeit aufs eigene Werksgelände zu bekommen. Stellantis hat sich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Jetzt zu jammern, ist eigentlich zu spät.
Die Fehler der neunziger Jahre zu wiederholen (s.o.), bedeutet, den Chinesen eines nicht allzu fernen Tages das Servicenetz und die Markenrechte zum Schleuderpreis in die Hände zu geben :-(

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Wir müssen ganz einfach kleinere Brötchen backen und je früher wir damit anfangen, um so leichter fällt uns das.

Die Anzeichen der kommenden große Klimakatastrophe mehren sich, z.B. Rekorddürre und Gletscherrutschung in Italien, Überflutungen in Australien und Rekordtemperaturen und Brände in Kanada.

Eine der Lösungen sind überdachte Pedelecs, dafür braucht man nur 5% der Resourcen eines normalen E-Autos und es passen bis zu 2 Erwachsen oder 1 Erwachsener und 2 Kinder rein, Platz für den Einkauf ist auch vorhanden. Für die Stadt und den stadtnahen Bereich vollkommen ausreichend.

Wem überdachte Pedelecs zu klein sind, es gäbe auch L6e- (45 km/h) und L7e-Fahrzeuge (bis zu 90 km/h). Dafür braucht man nur etwa 25% der Resourcen eines normalen E-Autos.

Für 1 Million normale E-Autos könnte man 4 Millionen L6e- bzw. L7e-Fahrzeuge oder 20 Millionen überdachte Pedelecs bauen, bei letzteren spart man sich auch das Fitness-Studio und ist an der frischen Luft.

Ich bin bereit für kleinere Brötchen – aber viele andere vermutlich nicht.

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Peter Peinse
Peter Peinse
3 Jahre zuvor

„Druck auf Lieferanten und Zulieferer“ ist einerseits üblich. Wozu er im Extremen aber auch beitragen kann, das konnte man schon vor 20 oder mehr Jahren durch Ignacio Lopez bei VW und Opel sehen ;(

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Niko
Niko
3 Jahre zuvor

Ist stellantis konkurrenzfähig gegenüber chinesischen Herstellern?
könnte ziemlich eng werden in den kommenden Jahren

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Jens
Jens
3 Jahre zuvor

Stellantis prüft JETZT erst, ob sie nicht vielleicht etwas sinnvolles mit PV anstellen können.

  • facepalm

„Die Autos sind zu teuer“.

  • facepalm

Der Fiat 500 ist ein Renner und Fiat hat es geschafft, mit der Nachfrage zu skalieren.
Warum kostet der Wagen dann bitte immer noch 32.000€? Abgesehen von der Variante mit Babyakku.

  • facepalm

Wo bleibt der Panda auf der selben Basis?

  • facepalm

Es scheint so, als ob Europa nur darauf wartet, dass China den Kleinwagenmarkt komplett aufrollt.

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