Die Maschinen für die Batterieproduktion wurden in die USA umgeleitet, das maximale Produktionsvolumen ist noch nicht erreicht – dennoch denkt Tesla bereits über einen Ausbau der Produktionskapazität im nördlichen Teil der Gigafactory Grünheide nach. Wie viele Autos Tesla dann in Brandenburg bauen will, ist allerdings nicht bekannt.
Die Produktion in Grünheide hat im März offiziell begonnen. Aktuell fertigt Tesla dort etwa 2.000 Autos pro Woche – das entspricht nur etwa einem Fünftel des Produktionsziels. Die 7.000 Mitarbeiter sollen auf 12.000 aufgestockt werden. Mit der geplanten Ausbaustufe sollen es noch deutlich mehr werden. Derzeit laufen bereits Aktivitäten am Gelände, um die Kapazität zu erweitern. 70 Hektar Kiefernwald werden dafür gerodet. Die Genehmigung dafür liege laut Tesla bereits vor. Für den Ausbau ist hingegen ein neuerliches umweltrechtliches Verfahren notwendig. Bereits gebaut werden auch Flächen für ein neues Lager und einen Güterbahnhof.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht die Ausbaupläne naturgemäß positiv: „Mit der Ankündigung der nächsten Ausbaustufe der Autofabrik bekennt sich Tesla klar zum Standort Brandenburg.“ Auch Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sieht darin ein gutes Zeichen. Tesla habe als mittlerweile größter industrieller Arbeitgeber in Brandenburg einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung des Bundeslandes hin zu einem gewichtigen Standort der modernen Automobilindustrie. Naturschützer sehen die Ausbaupläne hingegen kritisch – vor allem die notwendigen Rodungen. Auch sollen immer wieder Störungen im Betrieb auftreten, die eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen würden. Außerdem wurde im September bekannt, dass Tesla bisher ohne funktionsfähige Brandmeldeanlage in Grünheide produziert. Tesla arbeite nach eigenen Angaben an der Umsetzung.
Bei der Batterieproduktion steht Tesla allerdings auf der Bremse: da die Rahmenbedingungen derzeit in den USA günstiger sind, werden dortige Pläne priorisiert. Zuletzt hatte man mit Problemen bei der Trockenbeschichtung der Elektroden – einem neuen Verfahren ohne energieintensive Trocknung – argumentiert. Mit dem Beginn der Batterieproduktion in Grünheide ist demnach nicht vor 2024 zu rechnen.
Quelle: Volksstimme – Tesla plant Ausbau der Produktion in Grünheide
Kolumne (Tristan Niewöhner): Think big – warum „Groß Denken“ wichtig ist!
Damit man Ziele erreichen kann, muss man sich zuerst einmal Ziele setzen. Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, wie diese Ziele beschaffen sein sollten, damit man sie auch tatsächlich erreicht. Manche empfehlen, man müsse sich realistische und konkrete Ziele setzen.
Häufig ist es ein gut gemeinter Ratschlag, sich nicht zu hohe Ziele zu setzen. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Gefahr besteht, dass man zu hohe Ziele auch leichter verfehlen kann und dann auch schneller frustriert und entmutigt ist. Daher sollte man sich von vornherein lieber kleine Ziele setzen, um diese dann auch tatsächlich erreichen zu können.
Dieses Phänomen findet man in vielen Bereichen des Lebens. Schon Eltern geben diesen Gedanken an ihre kleinen Kinder weiter und auch im Volksmund finden sich Sprüche wie etwa „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ oder „erstmal kleine Brötchen backen“.
Diese „kleinen Brötchen“ hat Tesla längst gebacken und verkauft… jetzt ist also Zeit um einen neuen und größeren Backofen zu kaufen. Das hat Tesla teilweise bereits getan… also kann es schon mal losgehen.
Ob die Ziele nun realistisch sind oder nicht, ist am Schluss egal, denn die Rendite wird auch weit vorher schon erreicht, das ist nämlich teilweise bereits Gegenwartssache.
Ich denke, dass es nicht leicht für Tesla wird, dies genauso zu erreichen… aber was solls, wir kennen Tesla mittlerweile so gut, dass man weiß, die Ziele werden verfolgt werden.
Sicher ist jedoch: Tesla wird jedenfalls ein ernsthafter Konkurrent der Besten in der Branche bleiben, dies kann niemand abstreiten, der einigermaßen BEV affin ist.
Bei soviel Expansion muss es doch noch eine eigene Dokusoap von Tesla geben, schließlich sucht die Lindenstraße noch einen würdigen Nachfolger für täglichenGesprächsstoff :-)
Eigentlich schade, fast alle täglichen Berichte über Tesla, Elon & Co. haben immer so einen negativen Unterton, obwohl es wie bei Grünheide doch eine freudige Nachricht bedeutet. Deutschland ist als Industriestandort gefragt. Da kommt einer, bringt Hightech, die nur so kracht, schafft tausende Arbeitsplätze, aber die Berichte darüber strotzen mitunter vor Hasstiraden.
Was ist los, soll niemand mehr in Deutschland Autos bauen, umweltfreundliche dazu? Freund Elon sagte, er will richtig viele bsuen, und das ist auch gut so, frei nach Wowereit.
2000 Autos die Woche mit 7000 Mitarbeitern, ergibt knapp 15 Autos pro AK im Jahr. Das ist ja im Vergleich zur WiWo Ausgabe v. 13/4/2016 VW 17, Toyota 29,GM 46 Mitarbeiter / Autos im Jahr mit den angepriesenen Autodruckgussmaschinen anscheinend richtig unprofitabel. Wieso sollte eine Fabrik dann die Produktion ausweiten? Vielleicht könnte die Redaktion bei Tesla mal genauer nachfragen, bevor man meinen könnte Tesla arbeite unproduktiv.