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Tesla Autopilot unerwünscht in Deutschland? Welche Rolle spielen Daimler, BMW und VW?

Alexander VoigtbyAlexander Voigt
31. Oktober 2020
Lesedauer: 5 Minuten
Alexander VoigtbyAlexander Voigt
31. Oktober 2020
Lesedauer: 5 Minuten

© Abbildung(en): Aleksandra Suzi / Shutterstock.com

Home Elektroauto Hersteller

Mitte Juli 2020 urteilte ein deutsches Gericht, in München, dass der Begriff ‚Autopilot’ von Tesla irreführende Werbung sei. Der Richter erklärte, dass Tesla angibt, das System arbeite autonom und automatisch und der Name Autopilot sei irrführend da er etwas verspreche das er weder technisch biete noch rechtlich bieten dürfte. Zitat: „Durch die Verwendung der Terminologie Autopilot und anderer Definitionen suggeriert der Angeklagte jedoch, dass ihre Fahrzeuge in der Lage wären, völlig autonom zu fahren.“

Die Wettbewerbszentrale welche die Klage führte, ist eine Organisation mit vielen Mitgliedern, und der Antrag, Tesla zu verklagen, kam laut Medienquellen u.a. von einem der großen deutschen Automobilhersteller. Daimler, BMW und die Volkswagen-Gruppe sind Mitglieder der Wettbewerbszentrale und zahlen eine Mitgliedsgebühr die nicht öffentlich ist. Die Mietgliedergebühr ist dabei frei verhandelbar. Einen Antrag zur Klage darf nur stellen wer Mitglied ist und die verhandelbare Gebühr gezahlt hat. Die Wettbewerbszentrale selbst entscheidet gegen wen geklagt wird.

Wikipedia

Niemand hat Transparenz darüber, wer wann und was in welcher Höhe an die Wettbewerbszentrale zahlt. Dies eröffnet Unternehmen die Möglichkeit durch eine höhere Gebühr eine Klage zu fordern den es gibt kein Kontrollgremium. Wir sprechen hier von einer Struktur die Bestechung möglich macht, ja sogar wegen mangelnder Transparenz und Kontrolle die Option zu dieser bewusst oder unbewusst in Kauf nimmt. Die Wettbewerbszentrale klagt nur, wenn ein Mitglied darum bittet, was zu der merkwürdigen Situation geführt hat, dass Unternehmen, die in der Vergangenheit verklagt wurden, sich danach für eine Mitgliedschaft entschieden haben.

Im September 2020 testete die Euro NCAP, eine Organisation die nicht offiziell einer Regierung untersteht aber sehr viele europäische Regierungsbehörden als Mitglieder hat, Fahrunterstützungssysteme und stufte den Autopiloten von Tesla als unterdurchschnittlich ein. Als Hauptgrund für die niedrige Bewertung erklärten sie, Zitat: „Der Begriff Autopilot ist unangebracht, da er eine vollständige Automatisierung suggeriert“. In ihren Bewertungsrichtlinien erklären sie weiter, Zitat: „Ein guter Systemname sollte nicht irreführend sein und Assistenz enthalten, um das Systemdesign und seinen Zweck zur Unterstützung des Fahrers klar zu identifizieren. Darüber hinaus sollte der Systemname niemals das Wort „Auto“ oder einen Hinweis auf die Automatisierung enthalten“.

Tesla rangiert unter den 10 getesteten Systemen auf Platz 6. Das ist unterdurchschnittlich, obwohl der Autopilot in den beiden funktionalen Kategorien u.a. der Sicherheit unter den insgesamt 3 Testkategorien als das beste System von allen eingestuft wurde. Die Top 3 der von der EU NCAP getesteten Fahrerassistenzsysteme sind 1. Daimler, 2. BMW und 3. Audi, ein Unternehmen der Volkswagen-Gruppe.

Sind diese beiden Entscheidungen ein Zufall?

EU NCAP

Tesla wurde sowohl vom deutschen Gericht als auch von der EU NCAP beschuldigt, den Verbraucher irregeführt zu haben, indem er angab, das System fahre autonom und automatisch. Wenn wir uns die Beschreibungen der Fahrassistenzsysteme von Daimler, BMW und Audi auf ihren Webseiten ansehen, finden wir die Terminologie automatisch und autonom an vielen Stellen. Weder das Münchner Gericht noch die EU-NCAP scheinen aber ein Problem damit zu haben, den kalifornischen Hersteller Tesla aufgrund einer Terminologie zu beurteilen und zu verurteilen die sie zwar bei Tesla als Bewertungskriterium ansetzen aber nicht bei den großen deutschen Automobilherstellern.

EU NCAP

Ein Autopilot in einem Flugzeug ist ein Flugassistenzsystem, so wie der Autopilot in einem Tesla-Fahrzeug ein Fahrassistenzsystem ist, bei dem der Fahrer oder Pilot jederzeit bereit sein muss, die Führung zu übernehmen und einzugreifen. Es ist vollkommen unklar, warum das deutsche Gericht, wie auch die EU NCAP , es für eine irreführende Terminologie halten kann, wenn Tesla einen Begriff verwendet der allgemein bekannt und seit Jahrzehnten für ein vergleichbares System in einem Flugzeug im Einsatz ist. Flugzeuge die wir alle irgendwann einmal genutzt haben. Wenn also der Begriff Auto laut Gericht bedeutet, dass die Flugzeuge autonom fliegen obwohl sie nur Assistenzsysteme sind, warum ist dann der Autopilot in einem Flugzeug nicht irreführende Werbung?

Twitter / Screenshot

Auto bedeutet in dem Kontext eines Fahrassistenten nichts Anderes als dass einige Funktionen automatisiert sind, wie wir es von allen anderen Systemen kennen, die wir tagtäglich benutzen. Automatisierung bedeutet keineswegs autonomen Fähigkeiten zu haben, und Tesla hat außerdem sehr klar definiert, dass das System noch nicht autonom ist. Im Gegensatz zu der Aussage des Richters ist dem Durchschnittsmenschen in Deutschland sehr wohl bewusst, dass automatisch nicht autonom bedeutet und Auto keineswegs heißt das es von selbst also autonom fährt. Wenn das anders wäre dann müssten wir ja auch den Begriff Auto als Fahrzeugbeschreibung oder Autobahn als Schnellstraße als irreführend verbieten.

Ich hatte die Gelegenheit, den Autopiloten von Tesla sowohl in Europa als auch in den USA zu benutzen und zu testen, und habe erlebt, wie sehr das System in Europa in seinen Möglichkeiten heute schon durch die örtlichen Behörden funktional ins Negative eingeschränkt wird. Betrachtet man die volle Funktionalität die in den USA im Einsatz ist, ist es allen anderen Systemen deutlich und ohne Zweifel überlegen. Die NCAP hat dies in ihrem funktionalen Test auch bestätigt.

Euro NCAP
Euro NCAP

Wenn das stimmt, wie kann die NCAP dann ernsthaft die Punktzahl in der dritten Kategorie, in welcher der Name und die Interaktion mit dem Fahrer als Hauptthema genannt wurden, so stark reduzieren, dass die Gesamtpunktzahl des Tests bei unterdurchschnittlichen 6 von 10 Rängen liegt. Dem Leser des NCAP Tests wird dadurch auf irreführende Art und Weise suggeriert die Funktion des Systems wäre anderen Systemen unterlegen.

Das System, das in der Notfall- und Fahrhilfefunktionalität am besten funktioniert und dadurch nachweißlich durch jahrelange statistische Daten beweist, dass es Unfälle und Todesfälle um einen Faktor von fast 10 reduziert, wird unterdurchschnittlich bewertet, weil der Name nicht nach den Wünschen der NCAP ausgewählt wurde?

„Nach welchen Maßstäben wird die Sicherheit in Europa eigentlich beurteilt? Macht ein Name ein System funktional wirklich sicherer? Mir ist vollkommen egal wie ein System heißt aber mir ist überhaupt nicht egal wie gut es funktioniert!“

Europäische Verkehrs-Ministerien aus allen wichtigen EU-Ländern sind Mitglied des NCAP und akzeptieren, dass die Verbraucher auf einer Bewertung Systeme auswählen in denen die weniger gut funktionieren Fahrassistenzsystem als führend bezeichnet werden und setzten damit das Leben und die Gesundheit ihrer Bürger bewusst oder unbewusst aufs Spiel!

EU NCAP

Offensichtlich ist nicht der Verbraucher derjenige, der von der NCAP -Punktzahl profitiert, sondern die hiesige Automobilindustrie, die nun behaupten kann, nach dem Test die besten Systeme zu haben, was faktisch falsch sind. Der ADAC auch Mitglied des NCAP erklärte, dass „erwartungsgemäß die teuersten Fahrassistenzsysteme der deutschen Premiumhersteller die besten sind“. Diese Aussage ist faktisch falsch, irreführend und fahrlässig.

Wer behauptet, das deutsche Fahrassistenzsystem sei das Beste, hat die Testergebnisse der NCAP nicht gelesen und macht sich schuldig für Menschen, die sich für ein minderwertiges Fahrassistenzsystem entscheiden und möglicherweise in einen Unfall verwickelt werden. Die europäischen Ministerien, die Mitglieder des NCAP sind, machen sich in ihren Ländern durch vermeidbarer Unfälle, Verletzungen und Todesfälle schuldig. Eine Namenskonvention verursacht keinen Unfall, aber ein schlecht funktionierendes Fahrassistenzsystem tut es.

Wenn wir genau untersuchen, was das Gericht entschieden hat und was die NCAP geprüft und zu welchem Schluss es gekommen ist, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es in diesen Fällen zu viele Merkwürdigkeiten gibt, als dass man sie alle als Zufall bezeichnen könnte.

Selbst Ferdinand Dudenhöfer, der viele Jahre mit seiner Einschätzung zum Thema Elektromobilität und Tesla vollkommen falsch lag hat inzwischen bei der Analyse harter Daten und Statistiken erkannt, dass der Autopilot von Tesla ohne Zweifel Unfälle verhindert und Leben rettet.

Twitter / Screenshot

Das vollautomatisierte Fahren berge ein „gewaltiges Potenzial, das viele Verkehrstote und Verletzte erspart“, schreibt der Branchenexperte der in seinem CAR Institut errechnet das umgerechnet auf die Europäischen Verhältnisse sogar 66% weniger Unfällen vorkommen würden. Das sind 2 von 3 Unfällen!

„Es ist überfällig das in Deutschland bei dem Thema Fahrassistenzsystem und autonomes Fahren endlich Fakten betrachtet werden denn es geht um unser aller Gesundheit und um unser aller Leben.“

Wenn die hiesigen Lobby Gruppen mit Profiten und Arbeitsplätzen argumentieren dann sollte niemand es wagen diese höher zu bewerten als unsere Gesundheit und unser Leben.


Dieser Artikel ist im Oktober 2020 auf der US Webseite www.cleantechnica.com erschienen und wurde in der heutigen deutschen Version mit aktuellen Zahlen, Inhalten und Informationen angepasst.

Alexander Voigt

Alexander Voigt

Alex Voigt unterstützt die Bewegung der Transformation in eine nachhaltige CO2 freie Welt seit 40 Jahren. Als Diplom Ingenieur ist er fasziniert von der Fähigkeit der Menschheit durch Technology eine bessere Zukunft zu erschaffen. Mit 30 Jahren Erfahrung an den Aktienmärkten ist er ein langfristig orientierter Investor in Tesla (TSLA) als auch anderer Technologieaktien.

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34 Comments
David
David
5 Jahre zuvor

Tesla arbeitet im Kern kamerabasiert und hat in den nicht optischen Systemen keinerlei Redundanz aufzuweisen, weder in der verarbeitenden Elektronik noch in der Sensorik. Das Auge kann man täuschen, eine Kamera ebenso. Es reicht eine Pixelgrafik und der Tesla ist hilflos: https://www.automobil-industrie.vogel.de/farbmuster-stoert-objekterkennung-von-fahrzeugkameras-a-878671/ Andere Hersteller setzen auf mehrfache Radarsysteme und LIDAR. Und zwei Recheneinheiten. Nur damit kann man die Fahrt sicher machen, denn selbst wenn die Kamera sich irritieren lässt, werden zwei andere System erfassen, was wirklich passiert. Tesla ist viel Fake, viel Lautsprecher, viel überzogene Versprechen. Das passt mit einer Technik, der man Menschen Leben anvertraut, nicht zusammen. Da fehlt das Vertrauen. Selbst gusseiserne Tesla Fans kamen vor wenigen Monaten ins Zweifeln, als ein Model 3 einen auf der Fahrbahn liegenden LKW bei bestem Wetter nicht erkannte, weil die Kameras die weiße Plane für den Hintergrund gehalten haben: https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Tesla-rast-beinahe-ungebremst-in-verunglueckten-Lkw-article21823830.html

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Alexander
Alexander
5 Jahre zuvor

1. Die Unfallstatistik beweisst das der Autopilot von Tesla deutlich besser ist als ein Mensch in der USA und dieses Zahlen sind auch übertragbar auf Deutschland. Dudenhöfer hat dies errechnet. Einfach mal nachlesen.https://teslamag.de/news/tesla-autopilot-fahrten-zehnmal-seltener-unfaelle-als-durchschnitt-28239

2. Fahrassistenzsysteme und Autonomes Fahren ist auf Vision also kamera- basierte Technik als einer der wichtigsten Sensortypen angewiesen aber Tesla setzt auch auf alle anderen Sensortypen ausser auf Lidar wie z.B. Ultraschall oder Radar. Aber ohne Kameras keine funktionierenden Systeme – das ist auch allen anderen Anbietern bewusst. Lidar ist nicht notwendig und die Erfolge zeigen das Tesla damit recht hat. Menschen fahren jeden Tag erfolgreich mit 2 Augen – ein Tesla hat 9 „Augen“. Lidar bringt fast keinen Zusatznutzen zu anderen Sensoren ist dafür aber bei vielen Wetterlagen gar nicht nutzbar.

3. Ich kann nur allen Lesern empfehlen die Videos von der aktuellen neuen Software FSD-Beta anzusehen die auf Twitter vefügbar sind und zeigen wie enorm gut das Fahrzeug durch Kreuzungen, Ampeln, engene Strassen, Kreisverkehre fährt und dabei für Fussgänger und Fahradfahrer als auch entgegenkommende Fahrzeuge bei parkenden Fahrzeugen selbstständig stopped. Wir sehen hier gerade eine deutliche Beschleunigung der Entwicklung dieser bahnbrechenden Technologie und die Deutschen Hersteller sind vollkommen abgeschlagen. https://twitter.com/teslaownersSV/status/1322336344534773760

4. Das FSD Beta von Tesla bekommt alle paar Tage ein Update und hat sich in dieser einen Woche bereits rapide verändert und verbessert. Aktuell gibt es bereits Videos von Tesla Fahrzeugen die komplett sicher und ohne Unterbrechung oder notwendigen Eingriff des Fahrers selbstständig vom Start bis zum Ziel fahren und das ist erst der Anfang https://youtu.be/mYpA_US_RzM. Das System wird sehr schnell und konstant besser und das obwohl der sog. Dojo Computer der eine neue rechenleistung bringen wird nocht nicht enmal aktiv ist.

Deutschland wird diesen Vorsprung von Tesla vermutlih nie aufholen können denn die Ansätze der Deutschen Hersteller basieren auf falschen Annahmen und Rahmenbedingungen.

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Giuseppe
Giuseppe
5 Jahre zuvor

Sehe es auch so wie David. Tesla ist zwar bzgl. Datenverarbeitung mit Standard Kameras am besten unterwegs. Aber seitens Hardware muss da noch einiges geschehen. Es ist fahrlässig, ohne doppelten Boden hinsichtlich Sicherheit unterwegs zu sein. Es gab bereits verschiedene schwere Unfälle und beim von David verlinkten Video hätte der Fahrer sogar tödlich verunglücken können! So einen ähnlichen Unfall gab es auch schonmal, hat sich anscheinend nichts geändert. Lidar hätte es definitiv verhindert. Aber man glaubt lieber Musk, der seit Jahren verspricht, voll autonom fahrende Systeme per Update zur Verfügung stellen zu können. Die hiesige Industrie hat mit Diesel Gate viel an Vertrauen eingebüßt und der Umgang mit den deutschen Kunden hat es noch verschlimmert. In den kommenden max. 2-3 Jahren wird sich ein Bild davon ergeben, wie die Automobil-Hersteller aufgestellt sind. Dann werden auch die deutschen Hersteller neue Systeme vorstellen. Übrigens unterlag in Amerika das Tesla System dem von Cadillac. Würde ich Tesla Aktien besitzen, wie der Autor des Artikels, dann würde ich mich auch nur an die positiven Aspekte orientieren

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Alexander
Alexander
5 Jahre zuvor

Es ist ja nicht so dass Tesla damit geworben hat, dass ihre Autos Ende 2019 vollständig autonom in Deutschland fahren können…

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Tobi
Tobi
5 Jahre zuvor

Die augenscheinliche Hilflosigkeit der Deutschen Autobauer ist nicht überraschend. Wer selber nichts auf die Reihe kriegt hindert andere auf juristischem Weg daran den Vorsprung auszubauen. Genauso Dumm war es in Brüssel zu lobbyieren und jegliche Innovation zu verschlafen. Das hindert nur die eigene Entwicklung. Der technologische Rückstand in Deutschland ist eklatant. Wer heute Innovation kaufen will kauft bei Tesla oder in China. Deutschland fährt auf einer Dampflock einem ICE hinterher. Ich bezweifle, dass es ohne eine radikale Bereinigung gehen wird. R. I. P Deutsche Autoindustrie.

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Sarah
Sarah
5 Jahre zuvor

Genau. Tesla entwickelt ein durchdachtes Konzept rasend schnell weiter. In Deutschland diskutiert man noch Konzepte.

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Max
Max
5 Jahre zuvor

Ich finde es unpassend, dass ständig suggeriert wird, die Deutsche Autoindustrie würde im Hintergrund gegen Tesla arbeiten. Dafür gibt es keinerlei Belege und es stärkt leider nur das Bild der „Tesla-Fanboys“ die sich irgendwas zusammenreimen.

Fakt ist, dass das Thema „Autopilot“ auch in anderen Ländern für Diskussionen sorgte. Beispielsweise im Consumer Report (USA). Fakt ist auch, dass „Autobahn“ eine ziemlich schlechte Analogie ist. Denn am Ende kommt es darauf an, was dem Kunden suggeriert wird. Die Autobahn suggeriert nicht, dass automatisch gefahren wird. Aus Kundensicht (man Frage 100 Autofahrer) mag das beim Autopiloten aber anders sein. Die Gerichte haben das ja durchaus begründet.

Dass autonomes Fahren prinzipiell auch ohne Lidar funktioniert ist offensichtlich. Es würden ja 2 Kameras und 1 Mikrofon reichen. Dennoch setzt auch Tesla weitere Technologien ein – im Sinne der Sicherheit. Lidar bietet einen weiteren Kanal, um die Sicherheit zu erhöhen. Auf diesen verzichtet Tesla aus Kostengründen – das kann ja jeder nach Belieben bewerten.

Was die Unfallstatistik angeht, so würden mich die Bedingungen interessieren. Hat man auch identische Strecken verglichen? Also autonome Fahren auf der Autobahn vs. manuelles Fahren auf der Autobahn? Und gilt ein Unfall, in dem der Mensch im letzten Moment noch eingreifen musste, auch als Unfall unter Autopilot? Leider gibt eine solch allgemeine Statistik nicht viel her.

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Jürgen
Jürgen
5 Jahre zuvor

Ja über alles her ziehen, der Grund ist ein anderer
Man nennt so was auch Disruption, in dem Zustand befinden sich Daimler, BMW und Co.
mehr ist es nicht, alles weitere wird sich zeigen.

Definition:
Disruption ist ein Prozess, bei dem ein bestehendes Geschäftsmodell oder ein gesamter Markt durch eine stark wachsende Innovation abgelöst beziehungsweise „zerschlagen“ wird.01.01.2019 (siehe Wikipedia)

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Sworksm
Sworksm
5 Jahre zuvor

Ich arbeite bei einem der größten Automobilzulieferer und ich kann nur bestätigen, dass Tesla um Jahre voraus ist. Die EU beschränkt Tesla massiv. Der normale Autopilot ist schon um einiges besser, als das was die Europäer bitten.

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Markus Doessegger
Markus Doessegger
5 Jahre zuvor

@Alexander : Vielen Dank für Ihre informativen Berichte.
@Sarah und Tobi : 1+

Tesla wendet ein sogenanntes „Vectoring“ mit einem „leistungsstarken CPU“ für ihren Full-Self-Driving ( FSD) Assistenten an und Tesla sammelt täglich Daten von über 1 Million Fahrzeugen.

Da wir im Allgemeinen nicht vorhersagen können wie sich ein Objekt (=Vektor) im Laufe der Zeit im Dreidimensionalen Raum
bewegen wird, verlassen wir uns auf Karten, welche aber statisch sind.
Andere Vektoren bewegen sich aber in dieser Landschaft, weshalb Karten alleine nicht helfen.
Wir müssen Risikoabschätzung vornehmen und Vorhersagen treffen können, was alleine mit Kameras nicht geht.
Bild für Bild wird aneinander gereiht und dann beobachtet wie sich die Vektoren im Raum gegeneinander bewegen.

Soweit zum technischen, wo, wie ich das beurteilen kann, Tesla am weitesten fortgeschritten und geht da Risiken ein. Ich selber bin mit den Fahrassistenten im Model 3 sehr zufrieden und das Feedback von Kollegen ist auf Autobahnen in der Schweiz durchaus positiv. Solange ich aber meine Hände immer noch in Bereitschaft halten muss, bin ich noch nicht bereit den FSD zu kaufen.

Zum politischen: Der technologische Stand der Deutschen Hersteller ist sicher auf einem sehr hohen und fast schon perfekten Niveau in Allem was sie tun, eben Deutsche Gründlichkeit. Japan und Südkorea, haben aber die Technik-verrücktesten Bevölkerungen, die ich schon je gesehen habe. China kommt neu hinzu und bedenken wir, dass sie noch am wenigsten lang mit von der Partie sind.

Tesla hat aber sicher, zumindest in Deutschland das ganze Establishment so richtig aufgewühlt und das kommt halt ganz schief rein. Ich sehe aber auch, dass bei Tesla nicht immer nur alles Gold ist was glänzt. Und das soll auch kritisch angesprochen werden und das soll auch Tesla helfen sich selber zu korrigieren.

Vor 10 Jahren, als ich den Roadster 2.5 gekauft habe, war Tesla noch keine Konkurrenz für niemanden, so eine Art Randerscheinung mit ein paar Freaks. Tesla wurde mit einem Schulterzucken wahrgenommen, aber das war es dann auch schon. Da gab es noch keine Notwendigkeit einen Change einzuleiten. Seit 3-4 Jahren macht das Unternehmen aber nicht mehr nur rote, sondern auch immer öfter schwarze Zahlen und baut Autos, die nicht nur Lotterkisten sind die auch noch funktionieren. Ein neuer Player ist auf die Bühne getreten und hat, wenn noch ein kleines aber doch schon ein nicht mehr zu vernachlässigendes Stück vom Kuchen. Völlig klar, dass das Establishment aufgeschreckt ist und mit allen Mitteln entgegenhält. Und das ist völlig legitim.

Also ich persönlich würde das als eine Herausforderung betrachten. Es wird für alle Platz haben. Am Ende wird es die herkömmlichen Hersteller + Tesla + Chinesische + … geben. Was für mich auch klar ist, dass der Kuchen für Alle kleiner werden wird. Und darauf sollten wir uns Alle schnellstens einstellen. Es sollte kein „to big to fail“ geben.

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Tim
Tim
5 Jahre zuvor

@Alexander

Doch genau das haben SIE! Es stand immer *bis Ende des Jahres*. Und durch das Gerichtsurteil (was ich absolut befürworte) steht seitdem im Konfigurator beim FSD “ in naher Zukunft“

Und solange dieses System weiterhin Phantombremsungen macht (TFF Forum Threads sind voll davon) kann und darf so ein System auch keine Nummer 1 sein. Schade dass das immer so runter geredet wird.

Ich halte übrigens auch die anderen Systeme bei weitem nicht so übel wie sie immer gemacht werden…

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Max
Max
5 Jahre zuvor

@Sworksm

Die EU beschränkt aber alle Hersteller zugleich massiv – weil hier klassischerweise Sicherheitsbedenken eine größere Rolle spielen als z.B. in den USA. Mercedes will im nächsten Jahr ein Level 3 System zulassen. Erlaubt sind nur 60km/h, obwohl technisch auch hier mehr ginge.

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Peter
Peter
5 Jahre zuvor

Ich fahre regelmäßig Langstrecke mit einem Modell 3. Dabei nutze ich den AP zu 95%, sogar auch bei AB Wechsel. Davor hatte ich ein BMW 530xd (G31). Das Assistenzsystem funktionierte auf der AB zwar sehr gut /Landstraße und Stadt gar nicht), ich konnte es aber gerade mal zu 50% auf der AB einsetzen, da es meist die Spur nicht erkannte, der BMW rechts überholt. Oft auch mitten in der Fahrt wurde die Assistenz schweigend beendet und wenn man das grüne Logo übersehen hat, merkte mann es erst gar nicht, erst dann ein man die Spur verlassen hat.
Der Tesla erkennt extrem zuverlässig die Spuren auch in schwierigen Baustellen Situationen und Schlechtwetter. Phantombremsungen gibt es deutlich mehr als beim BMW, aber die meisten sind sachte und kurz und damit problemlos. Selten gibt es allerdings Stärkere, dass ist dann unangenehm. Mit der Zeit erkennt man die Situationen wo eine Phantombremsung wahrscheinlich ist und hat den Fuß schon am Gaspedal (Z.B. Wenn ein LKW Fahrer in seiner Spur leicht nach links kommt und knapp vor der Fahrbahnbegrenzung ist, vor allem in Kurven und man den gerade überholt). Der große Unterschied ist allerdings der, dass der BMW nach 3 Jahren die gleichen Fehler und Fähigkeiten hatte wie am ersten Tag. Der Tesla entwickelt sich dank OTA Updates alle paar Wochen weiter und die Schritte sind nicht klein!

Noch mal ein Hinweis. Der Tesla Model 3 ist redundant für Level 5 aufgebaut. 2 unabhängige Motoren (je nach Modell), 2 unabhängige Rechner Einheiten für den AP, redundantes Lenksystem.

Mein G31 war ein höherwertiges Auto als das jetzige Model 3. Ich bereue den Umstieg keinen Tag. Ganz im Gegenteil, der Tesla ist das geilste Auto was je gefahren bin und hatte. Klar vermisse ich die Sitzlüftung, Matrixlicht und das HuD, aber der Tesla hat so viel super Features, die das mit Lässigkeit kompensieren.
Die Meisten die gegen Tesla stänkern, kennen das Auto nicht selbst, sondern wollen aus Unkenntnis und oft als Folge verzerrter Berichterstattung einfach dagegen sein. Mein M3 haben zwischenzeitlich ca. 30 Personen Probe gefahren, darunter auch reinrassige Petrolheads, tief beeindruckt waren durchwegs alle und einige haben auch daraufhin ein Model 3 bestellt und für den Besteller und mich dafür 1.500km kostenloses Schnelladen am SuC.

Die Berichterstattung in den Medien ist deshalb so verzerrt, weil A) das Wort Tesla grundsätzlich Klicks generiert, B) Tesla keine Werbeanzeigen schaltet, C) Keine aktive Presseabteilung hat. Wegen A wird jeder Scheiß online gestellt., wegen B ist man dann nicht durch Tesla erpressbar und wegen C wird es nicht richtig gestellt. Wenn es die Tesla Fahrer dann selbst richtig stellen wollen, werden die als Fanboys dargestellt. So ist es halt, Egal, irgendwann hat es der letzte auch noch kapiert.

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Peter Bigge
Peter Bigge
5 Jahre zuvor

Wie bereits zu deutlich gesagt wurde, es ist nicht alles Gold was von Tesla kommt. Nur Tesla hat die Welt auf den Kopf gestellt mit Konzepten, die nicht in die alte Autowelt passen. Da stand nun Tesla wieder am Pranger wegen eines ungeschützten Begriffes Autopilot, welcher nicht unbedingt suggeriert ein Auto würde autonom fahren. Hoppla, da war das Wort autonom, welches genauso irreführend ist. Bislang gibt es meiner Kenntnis nach keine käuflichen Systeme, welche ohne Aufsicht eigenständig sich im Verkehr fortbewegen können. Es sind alles Assistenzsysteme, die das Fahren einem ziemlich abnehmen oder erleichtern.
Wirklich irreführend finde ich Verbrauchsangaben von Plugs oder Verbrenner, die nicht nur verbal, sondern nachhaltig der Umwelt schaden.
Dann sei noch die inflationäre Verwendung des Begriffes KI zu nennen, oder der seit Jahren suggerierte Klimaschutz einiger großer Automarken, obwohl kaum ein Tag ohne Umweltskandal begonnen wird.
Tesla ist Hype, gut für Umwelt und Mensch, und unerwünscht in der alten Autowelt. Jedes eMobil und Autoassistenz ist reale Zukunft, gut für Umwelt und Klima.

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Peter
Peter
5 Jahre zuvor

@Max. Wenn Sicherheitsbedenken tatsächlich dominieren, dann hätten ihr schon viel mehr Assistenz!
Assinstenzsysteme datteln nicht am Handy, fahren nicht zu schnell, saufen nicht, sind nicht übermüdet, telefonieren nicht und stehen nicht unter Drogen. Nicht ohne Grund gibt es nachweislich weniger Unfälle beim Einsatz von Assitenzsystemen.

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