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Tesla Giga Berlin: Größte Batteriezellen-Fabrik weltweit mit Kosten von 50 US-Dollar/kWh

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
24. November 2020
Lesedauer: 3 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
24. November 2020
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Markus Mainka / Shutterstock.com

Home Elektroauto Hersteller

Elon Musk hat große Pläne für den Produktionsstandort in Grünheide bei Berlin. So möchte der Tesla CEO das künftige E-Auto-Werk in Deutschland nicht weniger als zur weltgrößten Batteriefabrik erheben. So seine Ankündigung am Dienstag in einem per Video übertragenen Auftritt bei einer Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft. Musk zufolge wäre Teslas Batteriezellenfabrik in Deutschland in der Lage, Zellen Bereich von 100 GWh pro Jahr zu produzieren. Dabei sei das volle Potenzial noch nicht einmal erreicht.

Während eine 100-GWh-Batteriezellenfabrik bereits beeindruckend sei, gibt Musk zu verstehen, dass die Produktion am Standort Brandenburg sogar auf 200 bis 250 GWh pro Jahr ausgeweitet werden könnte. Dies liegt weit über der Kapazität der Giga Nevada. Dabei ist anzumerken, dass es sich dort um eine Fertigungsstätte handelt, in der Batteriezellen und Antriebssträngen für das Model 3 und das Model Y produziert werden. Ab Sommer nächsten Jahres sollen in Grünheide aber zudem noch Elektroautos vom Band rollen. Und nicht gerade wenige. Jährlich sollen dort rund 500.000 Wagen der kompakten Fahrzeuge Model 3 und Model Y entstehen.

Der Tesla-Chef hatte bereits im September nur noch halb so teure Batterien und ein Elektroauto für 25.000 Dollar für die nächsten drei Jahre angekündigt. Im Rahmen seines Vortrags zur Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft legte er noch eins drauf. Er erklärte, dass sein Langfrist-Ziel 50 US-Dollar pro Kilowattstunde auf Zellebene für eine „long range battery cell“ sei. Sprich, für eine in Serie laufende Batteriezelle. Wie immens dieser Schritt in den Cent-Bereich pro kWh wäre, wird ersichtlich, wenn man die Zahlen der Beratungsgesellschaft Strategy& daneben legt. Diese haben erst im September Kosten von 68 €/kWh im Jahr 2030 vorhergesagt.

Erreichen wird Tesla dies wohl durch eine Vielzahl von Faktoren, welche alle auf das angestrebte Ziel einzahlen sollen. Nicht nur das Format der Zelle und deren Aufbau will man anpassen. Auch auf Seiten der Batteriezellchemie hat man Fortschritte erzielt. Dies gilt es in die Serie zu überführen, dem wohl schwierigsten Schritt.  Zudem spielt die Trockenelektrodentechnologie von Maxwell eine wichtige Rolle. Diese würde es Tesla ermöglichen, billigere Zellen mit höherer Energiedichte herzustellen.

Entsprechende Zellen sollen von den internen Teams von Tesla entwickelt worden sein und unter anderem Erkenntnisse aus dem von Jeff Dahn geleiteten Forschungslabor in Kanada beinhalten sowie neue Technologien, die durch die Übernahme von Maxwell erworben wurden. Musk gab dazu zu verstehen: „Der Trockenelektroden-Produktionsprozess ist ein Game Changer. Damit wird nicht nur die Produktion sauberer, da wir keine Lösungsmittel mehr einsetzen müssen. Dazu kommen Vorteile im Herstellungsprozess, da wir das Material präziser auftragen können, die Paste nicht trocknen müssen und auch nicht die bei dem Trocknen entstehenden Gase auffangen und filtern müssen.“

Tesla braucht große Akku-Pakete unter anderem für den Elektro-Sattelschlepper, der gerade für den Marktstart vorbereitet wird, sowie für den künftigen Cybertruck-Pickup. Zudem sollen die Batteriezellen im Model Y zum Einsatz kommen, als auch in einem entsprechenden Einstiegsmodell für den europäischen Markt. Sollte in der Tat ein solch minimaler Preis auf Zellebene erreicht werden, dann darf sich die Konkurrenz erneut warm anziehen.

Quelle: Teslarati – Tesla’s giant battery cell plant in Germany can be expanded to 250 GWh/year

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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24 Comments
Mark Müller
Mark Müller
5 Jahre zuvor

Ich möchte spätestens in 4-5 Jahren einen Akku von ca. 20kWh für meine Photovoltaik-Anlage kaufen und bin sofort bereit, dafür 100 mal (in Worten: hundert mal) mehr als die hier angegebenen 0.5 $ pro kWh zu bezahlen. Im voraus. Zudem kaufe ich zu diesem Preis gerne noch ein paar zusätzliche Pakete für den Weiterverkauf.
Wer das da oben glaubt, könnte jetzt also ein gutes Termin-Geschäft machen.

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Daniel W.
Daniel W.
5 Jahre zuvor

„Er erklärte, dass sein Langfrist-Ziel 50 Cent pro Kilowattstunde auf Zellebene für eine „long range battery cell“ sei.“

Die Angabe „Langfrist-Ziel“ ist natürlich dehnbar und bei Elon Musk müssen Zeitangaben wohl mit Faktor X multipliziert werden – aber auch die 10 Euro / kWh (evtl. in 3-5 Jahren) wären ja schon ein großer Fortschritt.

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Martin
Martin
5 Jahre zuvor

Bitte Überschrift korrigieren. 50$/kWh sind ein ambitioniertes Kostenziel, aber machbar. Bei den 0,5$ ist ganz offensichtlich das Komma verrutscht…

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Michi
Michi
5 Jahre zuvor

Das ist schon n bisschen peinlich für ein Elektroauto Magazin in der Überschrift und im Text von 50 Cent/kWh zu reden. Elon redet entweder von 50 Euro oder 50 Dollar wobei die Unterscheidung durchaus interessant ist, aber nicht von 50 Cent. Das sollte jedem klar sein, der es mal eben überschlägt. Wenn die Batteriezellen in einem Tesla mit 100 kWh Batterie 50 Euro kosten würde, dann wär aber war los.

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Michi
Michi
5 Jahre zuvor

Und noch ne Anmerkung: „Long range Battery cell“ bezieht sich natürlich darauf, dass es verschiedene Zellen gibt, unter anderem welche für kurze Reichweiten auf LiFePo4 beruhen. Der Preis gilt aber eben für die, die lange Reichweiten ermöglichen, also sogar für die teuersten!

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Peter Bigge
Peter Bigge
5 Jahre zuvor

Wauh, das wäre genauso günstig wie eine heutige Autobatterie. Bloß das Preis/Leistungsverhältnis wäre nicht so gut, schließlich bekommt man beim Auto 23 kg reines umweltschädliches Blei für gut 50 $/kWh.

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David
David
5 Jahre zuvor

Man versteht gar nicht, was das wieder soll: Vor einem Jahr hatte Tesla ja das Projekt Roadrunner gegründet, die unter anderem das Ziel hatte, pro kWh unter $100 zu kommen. Anlass waren vermutlich Informationen von VW, die zu dem Zeitpunkt offenbar schon für unter $100 einkauften. Im Frühjahr machte dann CATL von sich reden, die für 60 € pro kWh liefern. Tesla ließ sich daraufhin, zumindest in China, von Ihnen beliefern. Sie haben schon angedeutet, auch in Deutschland die Grundmodelle mit diesen Zellen zu versehen. Tesla Fans machten daraus natürlich sofort, CATL zum Partner von Tesla. CATL war allerdings etwas wählerischer und nahm Daimler als Partner.

Das wissend und alleine den Preissprung des letzten Jahres betrachtend, sind $50 pro kWh doch überhaupt gar kein ambitioniertes Ziel. Zumal durch die cell2pac-Technik die Konfektionierung auch deutlich günstiger wird. Ich sehe für in zehn Jahren durch die Skaleneffekte einen Preis von $10 pro kWh.

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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
5 Jahre zuvor

Ein seriöser Fachjournalist sollte IMO aber

  1. merken – spätestens beim Schreiben des Textes, dass der Wert soo nicht stimmen kann und
  2. eine solche Korrektur der Überschrift/ des Artikels auch explizit vermerken!

Hint: Meine journalistische Ausbildung begann 1977 in HH …

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Riedl Manfred
Riedl Manfred
5 Jahre zuvor

Zweit reichste Mensch der Welt nimmt von den Steuerzahlern Pfui

Ich findes es extrem unseriös, dass gerade in Zeiten wo der Staat extrem viel Geld wegen Corona braucht, der zweit reichste Mensch Steuergelder will. Gelder die vom Bürger sind. Ja ich höre jetzt die Politiker sagen, dass kommt uns ja hundert mal zu gute, nur damit Sie einmal im Rampenlicht mit Musk stehen um zu zeigen wie gut Sie sind. Wenn ich Geld verschenke kann ich leicht gut sein.
Fakt ist Musk kann es sich leisten und braucht keine Förderung. Er wird auch seine Visionen nicht halten können, damit ist die Konkurenz zu groß. Weiters darf man nicht vergessen, das Tesla ein Unternehmen ist, dass noch keinen Cent durch die Autos verdient hat sondern nur mit Umweltzertifikaten.
Leider ist die Medienwelt auch nur mehr gesteuert von Macht und Gewinn. Seriöse Berichterstattung gibt es schon lange nicht mehr. Aber alle werden sehen, dass Tesla zurück fällt und genau so nur mehr ein Unternehmen ist wie andere. Leider die schreinen nicht so laut und werden nicht von den Medien zu einem Hype hochgejubelt. Denn das meiste ist ein Hype. Volkswagen und alle anderen werden mit zig Modellen kommen. Dies wird Tesla nicht so schnell umstezen können. Ich warte nur bis die Autos älter und reperaturbedürftig sind. Dann schaue ich mir an, wen die Besitzer verzweifelt sind weil Sie zu wenig Unterstützung bekommen.
Dankbar muss man Musk sein, dass er die Revolution am E Auto angestossen hat. Das ist überhaupt keine Frage.

Herr Musk, wenn Sie ein wenig Anstand haben dann verzichten Sie auf die Förderungen.

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