Tesla ist die Marke, welche 2022, am meisten reine Elektroautos in Europa verkauft hat. Bis zum 01. Oktober 2022 hatte die Marke alleine in Deutschland 115.300 Neuwagenauslieferungen vorgenommen, wie die Daten des KBA aufzuzeigen vermochten. Die neusten Daten von Matthias Schmidt, Automobil-Analyst aus Berlin, offenbaren jedoch, dass jeder fünfte Tesla (20,7 %) die deutschen Straßen wieder verlassen hat.
Schmidt geht davon aus, dass diese in Märkte wie Dänemark exportiert wurden, wo hohe Steuern auf den Erwerb von Luxusgütern erhoben werden. Fahrzeuge, welche aber zuvor vom deutschen Umweltbonus & Innovationsprämie profitiert haben, durchaus attraktiv erscheinen. Vor allem, da die Elektroauto-Fahrer:innen weiterhin von dänischen Subventionen profitieren. Die neuesten Daten vom KBA zeigen, dass von den 115.300 ursprünglichen Tesla-Zulassungen, 91.413 Fahrzeuge in Deutschland verbleiben.
In diesem Zusammenhang ein Blick auf die generelle Absatzentwicklung von Tesla in Europa und Deutschland. Tesla bleibt auf Kurs, um 14% Marktanteil des westeuropäischen Elektroauto-Marktes in 2022 für sich zu beanspruchen. Es wird insbesondere für Deutschland von einem starken Jahresendspurt ausgegangen. Da es nur so möglich sei die derzeit noch höheren Fördersätze für Elektroautos garantiert zu erhalten.
Das Model Y, erreichte hinsichtlich seiner deutschen Produktionsrate Ende September eine neue Bestmarke, mit 2.000 Einheiten, welche pro Woche vom Band laufen. Zugelassen wurden bis Ende Oktober allerdings nur 2.600 Model Y. Dies lässt vermuten, dass Tesla Auslieferungen zurückhält, um im November/Dezember gute Ergebnisse zu erzielen was zu positiven Schlagzeilen führt. Insbesondere da Mitte Dezember nachgeschärft wurde und Tesla nun 3.000 Model Y vom Band laufen lasse.
Wenn Tesla in diesem Jahr 200.000 Zulassungen in der Region in diesem Jahr erreicht, läge das Unternehmen damit knapp hinter Nissan und Volvo, was das Gesamtvolumen angeht. Ursprünglich erwartete Matthias Schmidt zu Beginn des Jahres, dass Tesla das westeuropäische Volumen von Volvo übertreffen würde, doch Auslieferungen und Produktion im zweiten Quartal waren beeinträchtigt. Das würde auch bedeuten, dass Tesla etwa ein Drittel so groß wie die Premium-Rivalen Mercedes und BMW in der Region, in Bezug auf das Gesamtvolumen, über alle Antriebsstränge, gewachsen wäre.
Quelle: Matthias Schmidt – Monthly Market Intelligence October 2022
Wenn man so die täglichen Pressenachrichten liest könnte der Unbedarfte ein wirklich schlechtes Bild von Tesla bekommen.
Wer dagegen Tesla als Wirtschaftsmotor versteht, der wird Tesla als großen Arbeitgeber und Innovationsdenker und -lenker verstehen.
Der neue Golf bei BEVs ist Tesla. Die Transformation zu BEVs ist voll im Gange, welche ebenfalls durch viele neue Player bespielt wird.
Verbrenner sind out.
Die Schlagzeilen in der Öffentlichkeit sind immer (nicht nur die über Tesla) mit Vorsicht zu genießen, das weiß ein informierter und offen denkender Mensch aber mittlerweile sowieso.
Also darf man die negativen Schlagzeilen von Tesla Chef Elon Musk, aktuell ist ja Twitter DAS Thema, nicht mit den Autos zusammen abwägen, das wäre falsch.
Diese beiden Firmen haben, außer dem Chef, nichts gemeinsam – Aktienkurse hin oder her, solche Probleme der schwankenden Aktien kennen wir ja in jeder Branche.
Sicher ist, dass es Tesla gelungen ist – trotz langem Belächelns – die gesamte Automobilindustrie gewaltig aufzumischen, viele versuchen aktuell sogar Tesla zu kopieren… bisher ohne Erfolg.
Das wäre NIO mit ähnlichem Autodesign und Menu-Führung der Software sowie deren Antriebspower, Smart #1 auch in der Software, Lucid in der Antriebsleistung und alle erwähnten ebenfalls mit den OTA-Updates, die dann einmal so gut funktionieren sollen, wie beim Marktführer Tesla. Diesbezüglich hakelt es vor allem bei den Deutschen ja noch gewaltig, am deftigsten wohl im VW-Konzern.
Daraus kann man durchaus auch als BEV-Laie ableiten, dass Tesla vieles (ich sage nicht alles) absolut recht und gut gemacht hat und aktuell weiterhin fortführt.
Viele Autohersteller schauen mit neiderfüllten Augen immer noch auf Tesla hoch, das merkt man auch, wenn man mit Markenspezialisten, mit BEV-Laien oder allgemein BEV Interessierten spricht.
Der Autopilot von Tesla (Standard, ohne Aufpreis) ist nach meinen Erfahrungen (Software 2022.44.2+) das auf Land- und Schnellstraßen, sowie in Nacht und Regen nun am besten funktionierende Fahrassistenzsystem wo ich schon gefahren bin. Bei NIO scheint das noch nicht annähernd so gut zu funktionieren, am weitesten ist hier noch Mercedes, aber der Rest kann das meines Wissens nicht annähernd so gut. Dies kann man auch in den Autotestes und auf Youtube problemlos nachprüfen.
Kurz: Tesla hat in enorm kurzer Zeit sehr vieles erreicht und sucht heute immer noch seinesgleichen, das es aber noch nicht gibt. Daher sind die Absatzzahlen absolut verdient und irgendwie auch logisch.
Interessant ist auch folgende Frage:
Welche Zielgruppe hat Tesla?
„Zielgruppe: Tesla spricht wohlhabende Early Adopters an, die gerne neue und leistungsstarke Technologien ausprobieren und ein Statement für Fortschritt und Nachhaltigkeit setzen wollen. Das Unternehmen selbst bezeichnet seine Zielgruppe zudem als intelligent und viel beschäftigt“. Quelle: grin.com
Das war und ist eine Zielgruppe, die auch heute immer noch nicht von anderen Anbietern abgedeckt werden kann. Es gibt in diesem Beriech nur Porsche (Taycan), Mercedes (EQS, EQE) und NIO sowie Lucid die da mithalten können, letztere noch nicht in Europa, sonst nichts.
Tesla kämpft an allen Fronten gegen den Abschwung. Sie haben fanatische Truppen, die auch hier umdeuten und ablenken.
Die 20% Autos, die sie nächstes Jahr an Wiederverkäufern nicht mehr verkaufen, lassen sich nicht so einfach ersetzen. Die Reduktion der Ausstattung um Radar und Ultraschall mit dem Entfall vieler Sicherheitskräfte- und Komfortfunktionen wiegt schwer. Auch ist „Vision only“ zu „Vision Impossible“ geworden, wie einer der größten Besteller in Deutschland es neulich nannte. Da ist man also technisch in schwierigem Fahrwasser, das autonome Fahren muss man neu aufnehmen. der Chef der Abteilung ist weg, das Datencenter wurde aufgegeben. Man wird mit dem eigenen Auto keine Einnahmen als Robotaxi erzielen können. Das ist jetzt klar. Währenddessen hat Waymo gerade den Genehmigungsprozess für die USA eingeleitet, um in den regulären Betrieb zu gehen. Das wird zwar dauern. Aber es gibt jetzt einen nachweisbaren zeitlichen Vorsprung.
Dazu kommt Musk, der Tesla mit Worten (Twitter) und Taten (Aktienverkäufe) schadet. Auch gibt es neuen Ärger: Grünheide ist im Visier der Staatsanwaltschaft wegen Straftaten und als Resultat aus „Vision Impossible“ ist eine Klagewelle von FSD-Kunden zu erwarten. Die Aktie ist von 420 auf 149 gefallen. Das sagt über die Zukunftserwartung viel aus.