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Tesla Q3/2022: Umsatz & Marge steigen, Gewinn nur minimal

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
20. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
20. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Tesla

Home Elektroauto Hersteller

Im dritten Quartal 2022 konnte Tesla einen Umsatz von 21,45 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Hiervon verbleiben 3,29 Millionen USD als Gewinn im Unternehmen. Man nährt sich somit wieder dem ersten starken Quartal 2022 in puncto Gewinn an (3,32 Mrd. USD), landet dort aber noch nicht ganz. Positiv von Seiten Tesla wurde vor allem die gesteigerte Marge auf Fahrzeug-Ebene in den Fokus gerückt. Doch nun im Detail.

Tesla hat Anfang Oktober seinen Bericht zur Fahrzeugauslieferung und -produktion veröffentlicht. Demnach konnte der amerikanische Elektrofahrzeughersteller im dritten Quartal insgesamt 365.923 Fahrzeuge produzieren und 343.830 Fahrzeuge ausliefern. Im Detail zeigt sich, dass Tesla 19.935 Model S/X und 345.988 Model 3/Y gefertigt hat. Zudem konnten 18.672 Model S/X und 325.158 Model 3/Y im dritten Quartal 2022 ausgeliefert werden.

Blicken wir zunächst auf das eher nicht so gute Quartal zwei in 2022. Hier konnte der Hersteller für E-Autos einen Umsatz von 16,9 Milliarden Dollar (16,5 Mrd. Euro), bei einem Gewinn von knapp 2,3 Milliarden Dollar (2,25 Mrd. Euro) verzeichnen. Wie zuvor aufgeführt konnte Tesla diese Zahlen im dritten Quartal 2022 in den Schatten stellen. Des Weiteren weißt das Unternehmen die relative Steigerung des Gewinns im Vergleich zum Q3 2021 in seinem Finanzbericht aus und beziffert diesen auf 103 Prozent. Hierdurch lässt sich allerdings kein neuer Höchstwert am Gewinn erreichen. Was unter anderem daran liegt, dass die Verkäufe von Regulierungskrediten weniger gering als im Q1 (679 Millionen Dollar) und Q2 (344 Millionen US-Dollar) ausfallen. In Q3/2022 brachte man es hier „nur“ auf 286 Millionen USD.

Wie Tesla ausführt entfiel der Großteil des Umsatzes im zweiten Quartal mit 18,7 Milliarden Dollar auf das Automobilsegment. Die Marge des Konzerns betrug im zweiten Quartal des Jahres 14,6 Prozent, konnte nun im dritten Quartal auf 17,2 Prozent gesteigert werden. Wodurch sich das Unternehmen selbst als „Industrie-führend“ in Bezug auf diese Kennzahl bezeichnet. Zurückzuführen ist die Steigerung auf die Erhöhung der Fahrzeugpreise in den vergangenen Monaten.

Betrachtet man die Auslieferungs- und Produktionszahlen des dritten Quartals zeigt sich, dass eine Diskrepanz von über 20.000 Fahrzeugen entsteht. Diese führt Tesla auf Logistikprobleme bei den Auslieferungen zurück. In den beiden Vorquartalen lag diese Differenz eher im Bereich von 4.000 bis 5.000 Exemplaren. Eine Engstelle sei so, vor allem zum jeweiligen Quartalsende, die Tatsache, dass man sich nicht immer Fahrzeugtransportkapazitäten zu angemessenen Kosten sichern kann. Aus diesem Grund strebe man ein ausgeglicheneres Auslieferungsverhältnis zur eigentlichen Produktion an. Was sich eben an den 20.000 Fahrzeugen zeige, welche in Q3 noch im Transit waren.

Die Produktionskapazität der Giga Austin und Giga Grünheide werden mit mehr als 250.000 Einheiten pro Jahr angegeben – hierbei handle es sich noch um deren Ramp-Up-Phase. Für die Giga Shanghai hat Tesla die Kapazität auf über 750.000 Einheiten gesteigert. Zusammen mit den 100.000 Model S/X und 550.000 Model 3/Y aus Fremont gibt Tesla also in Summe eine Produktionskapazität von 1,9 Millionen Autos pro Jahr an – auf seine derzeit vier Baureihen verteilt. Die künftigen Modelle Cybertruck, Semi, Roadster 2, „Robotaxi und andere“ sind darin noch nicht berücksichtigt.

„Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, die Fahrzeugproduktion so schnell wie möglich zu steigern, indem wir unsere wöchentliche Produktionsrate in Fremont und Shanghai erhöhen und die Fabriken in Berlin und Texas beständig hochfahren. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass Engpässe in der Lieferkette für Batterien mittel- und langfristig der wichtigste limitierende Faktor für das Wachstum des Elektrofahrzeugmarktes sein werden“, so Tesla in seinem Finanzbericht weiter.

Quelle: Tesla – Pressemitteilung

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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29 Comments
Peter Bigge von Berlin
Peter Bigge von Berlin
3 Jahre zuvor

Hört sich nicht nur gut an, ist gut, Tesla expandiert.
Was machen die anderen, insbesondere die Verbrenner Hersteller?
VW weitet seine Lieferengpässe nach der Beerdigung von Borgers und seinen 6000 Mitarbeitern weiter aus.
Vielleicht kann da mal Tesla in Zukunft aushelfen, in der Automatisierungsbranche hats ja auch geklappt :-)

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David
David
3 Jahre zuvor

Tja, genau das ist die Zusammenfassung. Zu keinem Thema eine gescheite Aussage und eine absolut nicht überzeugende Vorstellung. Aktie ist auch gleich nochmal abgerutscht.

Am Rande hatte man noch erfahren, dass man eine nächste Plattform für die Fahrzeuge wesentlich kostengünstiger gestalten möchte. 50% Ersparnis. Wie bei der Trockenbeschichtung, muhahaha. Da hat man wohl auf die MEB von VW geschielt, die definitiv deutlich preiswerter zu fertigen ist. Und da reden wir noch nicht von den Kostenvorteilen durch die hohe Skalierung. Andererseits ist da bei Tesla überhaupt keine Zeitachse hinter und es ist auch nicht der 25.000 € Tesla, sondern offenbar eine Nachfolgegeneration von Model 3 und Y.

Das ist mehr oder weniger das Eingeständnis, dass man zu fancy und damit teuer designed hat. Da weiß man bis heute nicht, wofür Tesla aufwändige Multifunktionsventile verbaut, wenn das Tesla Basismodell in dieser Jahreszeit morgens 10 kWh verbraucht, bis am Schnelllader überhaupt was passiert. Rekuperation über die Bremse kann immer noch kein Tesla, würde sich auch nicht lohnen, weil die Rekuperationsleistung von 500 PS-Walen nicht höher als beim e-up ist. Elektroautomobilbau ist eben klassischer Automobilbau. Intervallwischer funktionierte bei Tesla nie, neuerdings auch das Fernlicht nicht mehr. Und der Tempomat schafft mit jedem Update weniger Geschwindigkeit. Da ist man jetzt bei 130 km/h, zum Vergleich, beim Taycan funktioniert der Abstandsregeltempomat bis 210 km/h. Dafür braucht es erfahrene Ingenieure im Fachbereich. Und nirgends merkt man das mehr als bei Tesla: Keine Rede mehr von Hochleistungszellen, irrer Software, neuen Diensten. Nein, man gießt große Aluteile und plant ne billigere Plattform.

Immerhin konnte man erfahren, in Zukunft gibt es zu wenig Akkus. Damit meint Tesla in erster Linie sich selber, weil sie sich vor einigen Jahren am Markt nicht rechtzeitig Reserven sichern konnten. Dafür hätte man nämlich, wie VW, Milliarden in die Hand nehmen müssen. Die man damals nicht hatte. Daher die Idee, selber Zellen zu bauen. Hat nicht geklappt. Zur Trockenbeschichtung und wann das alles genau klappt, hat man konkret nichts erfahren. Hätte mich auch gewundert. Denn wenn es da Fortschritte gegeben hätte, hätte man das garantiert sofort herausgeplatzt.

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Jakob Sperling
Jakob Sperling
3 Jahre zuvor

Interessant. In Finanz-Publikationen hört sich die Story völlig anders an. „Tesla überzeugt beim Gewinn, aber patzt beim Umsatz“. Entsprechend ist dann auch die Aktie gleich wieder abgeschmiert (inzwischen minus 37% seit Jahresbeginn).
Der Gewinn stieg von 0.99 auf 1.05 $/Aktie. Wäre schön, wenn die Aktie richtig bewertet wäre. Beim aktuellen Wert ist das nur etwa 0.5% Gewinn.

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Steven B.
Steven B.
3 Jahre zuvor

Ich frage mich aber schon, wenn in Freemont 100’000 S/X produziert werden, dem aber nicht einmal 20’000 Auslieferungen je Quartal gegenüberstehen. was ist mit dem überhang? sind immerhin auch über 20k Fahrzeuge die nicht unbedingt abgeliefert werden…

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