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Wie Audi den e-tron GT in Kleinserie fertigt

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
23. Oktober 2020
Lesedauer: 3 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
23. Oktober 2020
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Audi

Home Audi Elektroautos

„Liebe zum Detail, maximale Präzision und höchste Qualität: Der neue Audi e-tron GT spiegelt die ganze Leidenschaft wider, mit der Audi Autos entwickelt und baut.“ Mit diesen Worten preist Audi seinen neuen Elektro-Sportwagen e-tron GT an, der demnächst in die Fertigung geht. Bei der Produktion des elektrisch angetriebenen Gran Turismo in den Böllinger Höfen am Standort Neckarsulm nutzt das Unternehmen maßgeschneiderte neue Technologien – der letzte Schliff jedoch erfolgt durch Handarbeit.

Der Audi e-tron GT ist das erste reine Elektroauto der Marke, das in Deutschland entsteht. Der Gran Turismo wird ab Ende 2020 in den Audi Böllinger Höfen am Standort Neckarsulm vom Band fahren. Die Kleinserienfertigung ist für ihre neue Aufgabe erweitert, auf- und umgerüstet worden. Dabei blieb das handwerkliche Können aus der bisherigen Manufaktur erhalten, ergänzt um digitale Prozesse und intelligente Technologien. Bei der Erweiterung nutzten die Produktionsplaner neue virtuelle Methoden. Die Erprobung der Arbeitsabläufe in der Montage und der Logistikprozesse erfolgte erstmals virtuell, die Behälterplanung lief ebenfalls VR-gestützt ab. Die Fertigung des e-tron GT wurde ohne physische Prototypen konzipiert – ein Novum bei Audi.

Die Karosserie des rein elektrisch angetriebenen Gran Turismo besteht in weiten Bereichen aus ultrahochfestem Stahl und Aluminium. Um diesen Material-Mix in den geplanten Stückzahlen zu fertigen, entstand ein Karosseriebau, der das handwerkliche Können der Mitarbeiter mit dem vollen Potenzial der automatisierten Fertigungstechnik vereine, so Audi. Er besteht aus einer innovativen Aufbaulinie, durch die jede Karosserie zweimal läuft. Ihr Herzstück bildet der so genannte Zweifach-Framer, in dem zehn Roboter die inneren und äußeren Seitenteile befestigen. Er vereint sämtliche Fertigungsschritte beim Fügen der Seiten in einer einzigen Anlage – damit macht er die Produktion des Audi e-tron GT auf den bestehenden Flächen möglich.

Neu ist auch das Inline-Messverfahren für die Karosserien. Es steigert die Genauigkeit weiter und erlaubt es, sehr schnell auf kleinste Abweichungen zu reagieren. Am Ende der Aufbaulinie steht präzise Handarbeit: Erfahrene Werker montieren die Anbauteile und kontrollieren das Finish der fertigen Karosserie. Das expressive Design des Audi e-tron GT stelle ungewöhnlich hohe Ansprüche an die Fertigungsqualität – der Seitenwandrahmen beispielsweise weist zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt eine ungewöhnlich große Ziehtiefe von 35 Zentimeter auf.

Audi-e-tron-Böllinger-Höfe
Audi

Die erweiterte Montagelinie umfasst 36 statt bisher 16 Arbeitstakte. Der e-tron GT teilt sie sich mit dem R8 – diese Integration von zwei technisch völlig unterschiedlichen Autos ist bislang einzigartig im Volkswagen-Konzern. Beide Modelle werden auf denselben fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) und an einer elektrisch angetriebenen Hängebahn bewegt. An einer Station der Linie arbeiten Menschen und Roboter unmittelbar zusammen. Wenn gewünscht, produziert ein 3D-Drucker auf Vorschlag der Mitarbeiter maßgeschneiderte Montagehilfen. Nach seiner Fertigstellung absolviert jedes Auto eine 40 Kilometer lange Runde auf öffentlichen Straßen, die auch Passagen auf der Autobahn und im Stadtverkehr beinhaltet.

Der e-Sound des Audi e-tron GT

Und weil das dynamische Gesamtkunstwerk auch gut klingen soll, hat Audi für den e-tron GT auch einen eigenen Sound komponiert, mit musikalischem Gespür und technischer Kompetenz. Er soll kraftvoll und progressiv klingen, so der Hersteller. Die Ingenieure Rudolf Halbmeir und Stephan Gsell haben den progressiven elektronischen Sound konzipiert und designt – am Rechner, im Soundlabor, im fahrenden Auto und in Kundenstudien. Und so klingt der e-tron GT:

https://elektroauto-news.net/wp-content/uploads/2020/10/Sound_Audi_e-tron_GT.mp3

Wie jedes Elektroauto bringt der e-tron GT das gesetzlich erforderliche Akustische Fahrzeug-Warnsystem (AVAS) mit, es ist jedoch in ein breiteres akustisches Spektrum eingebettet. Ein Lautsprecher in der Fahrzeugfront strahlt den AVAS-Klang ab. Wenn der Kunde das optionale Soundpaket bestellt, kommt ein zweiter Lautsprecher im Heck dazu. Parallel dazu sorgen zwei Lautsprecher im Innenraum für ein emotionales Klangerlebnis. Der e-tron GT-Sound wird von zwei Steuergeräten permanent neu abgemischt, abhängig von Größen wie Geschwindigkeit oder Fahrpedalstellung. Über das System Audi drive select kann der Fahrer einstellen, ob und wie intensiv er ihn hören will.

Quelle: Audi – Pressemitteilung vom 08.10.2020

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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7 Comments
Egon Meier
Egon Meier
5 Jahre zuvor

Irgendwie tut das weh, von einem renommierten Autobauer nichts über technische Daten und Fahrerlebnisse zu einem neuen Fahrzeug zu lesen.
Aber das ist wohl normal.

Viele Hersteller verkaufen Emotionen und die müssen im potentiellen Kundenkreis geweckt werden.
Ich möchte jetzt nicht darauf verweisen, welcher Fahrzeugbauer das besonders gut kann aber es ist offenkundig wichtig für den Verkaufserfolg.

Wer mit billig wirbt kriegt eben auch die Kundenkreise die nix bezahlen wollen und werden und kann kein Geld verdienen.

Audi liefert nicht für die sparsamen Massen sondern für einen Kundenkreis, der Exklusivität, technische Spitzenleistung, Komfort und Service bereit ist zu bezahlen.
Dazu gehören auch solche Presseartikel.
Andere stampfen irgendwelche Superfabs innerhalb von Tagen aus dem Boden und andere werben mit sorgfältiger Handarbeit.

Mal sehen, wer letztlich der erfolgreichere ist. Mein Maßstab sind dabei Verkaufszahlen und Erträgen.

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Jeff
Jeff
5 Jahre zuvor

Hier gibts die technischen Daten des Konzeptfahrzeugs. Die Serie dürfte sich davon nicht allzu sehr unterscheiden: https://elektroauto-news.net/elektroautos/unverhuellt-audi-e-tron-gt-concept

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Jürgen
Jürgen
5 Jahre zuvor

Der e-tron GT wird qualitativ ein Topp-Auto, der Preis leider auch, der soll bei 140.000,- in der Basisausstattung liegen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, ich finde das Auto gelungen. Den Sound würde ich in jedem Fall innen nicht haben wollen aber da ist Audi schon immer eigene Wege gegangen man denke nur an Lautsprecher im Auspuff damit der TDI kerniger klingt. Jetzt müssen nur noch an allen Audi-Filialen ein paar Super-Charger zu vernünftigen Preisen her, damit man dem Mitbewerber Tesla, Paroli bieten kann.
Der E-Techniker (Elektrolurch)

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V-GaN-HEMT
V-GaN-HEMT
5 Jahre zuvor

Ich denke nicht, dass die Basisausstattung 140.000 € teuer sein wird. Der Porsche Taycan und der Audi e-tron GT teilen sich eine Platform, ähnlich wie der Audi Q5 und der Porsche Macan. Dabei ist der Q5 ca. 25% billiger in der Basisausstattung und selbst mit gleicher Motorisierung noch 15%.

Der (bis jetzt) billigste Taycan kostet 103.000 €. Also vielleicht 89.000 € für den e-tron GT mit ähnlicher Ausstattung und später vielleicht ca 75.000 € mit nur einem Motor und Heckantrieb.

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Nicolai Schoedel
Nicolai Schoedel
5 Jahre zuvor

Hallo Egon! Komm gerade von ecomento, wo innerhalb kurzer Zeit über 150 Kommentare zur Schaeffler/Mahle-Schau abgegeben wurden. Zwei CEO’s (einer: Uwe Wagner) haben wohl auf sinkende Kurse gesetzt; anders sind die Aussagen bez. Phev nicht zu erklären. Wer solchen Blödsinn als Ingenieur in die Welt setzt und sich insgeheim bewußt ist, einen Shitstorm zu generieren – der weiß offensichtlich genau, was er tut. Wer finanziert eigentlich „ecomento“ – Daimler? Die ganze Energie, die im Netz verbraten wird, nun, da müßte man mal richtig löschen (Zitat: Red Adair)

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Jürgen
Jürgen
5 Jahre zuvor

An V-GaN-HEMT: Stimmt, sollte 110.000,-€ heißen, dass war die Zahl die 2019 im Netz schwirrte. Bei 89.000,-€ in der Basisausstattung wäre das eine Überlegung wert.
Der E-Techniker (Elektrolurch)

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dpbenne
dpbenne
5 Jahre zuvor

Witzig ist, wie Audi sich hier präsentiert. Wenn man mal überlegt, dass nahezu das gesamte Auto von Porsche entwickelt wurde (abgesehen vom Infotainment + Connect). Selbst die fahrerlosen Transportfahrzeuge sind in der Taycan-Produktion schon lange im Einsatz.
Aber trotzdem gut, dass Audi damit ein Erfolgs-Auto im Premium-Bereich weiterführen kann/darf.
Preislich dürfte es natürlich unterhalb des Taycan starten, da wird die demnächst verfügbare Basis-Variante knapp über 80T€ einsteigen.

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