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ADAC-Chef Schulze: Elektromobilität darf kein Privileg für wenige bleiben

Iris MartinzbyIris Martinz
25. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Iris MartinzbyIris Martinz
25. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Hyundai

Home Elektroauto News 2022

Mercedes-Benz-Chef Kallenius hat es auf den Punkt gebracht: das Luxussegment sei der Schlüssel zum Übergang auf die Elektromobilität. Deutsche Autobauer setzen zunehmend auf bestens ausgestattete E-Autos jenseits der 50.000 Euro. Elektrokleinwägen verschwinden aus den Portfolios. Der Technikpräsident des ADAC, Karsten Schulze, sieht diese Entwicklung in einem Gastkommentar auf welt.de kritisch – damit mehr Menschen emissionsfrei unterwegs sein können, sollten auch deutsche Autobauer auf Elektrokleinwägen setzen.

Laut Schulze wird es für einen großen Teil der Bevölkerung aktuell gerade schwieriger als leichter gemacht, auf emissionsfreie Mobilität umzusteigen – trotz üppiger Förderungsmaßnahmen und Ausbau der Infrastruktur. Neufahrzeuge seien in Deutschland in den letzten Jahren deutlich teurer geworden, seit 2017 um rund 20 Prozent. Das gelte sowohl für Verbrenner als auch E-Fahrzeuge.

Diese Preissteigerungen sind für immer weniger Menschen zu bewältigen. E-Autos sind immer noch deutlich teurer als Verbrennerfahrzeuge, und die Förderquoten sollen sinken. Unsicherheiten hinsichtlich der Förderhöhe tragen nicht unbedingt zur Vertrauensbildung bei – anders als beispielsweise in Österreich kann die Förderung hierzulande erst nach Zulassung beantragt werden. Zieht sich die Lieferung in die Länge, ist unklar, welche Förderung dann zum Tragen kommt.

Kritisch für die Massentauglichkeit der Elektromobilität sei auch der Trend deutscher Hersteller, Basismodelle mit schwacher Motorisierung aus dem Angebot zu streichen und auf teurere, vollausgestattete Varianten zu setzen. Aus dem Segment der E-Kleinwägen hätten sich deutsche Autobauer fast vollständig verabschiedet, sie überließen das Feld zunehmend chinesischen Anbietern.

Dennoch betont Schulze, dass sich auch teurere E-Autos für viele Menschen zumindest bei Betrachtung der Gesamtkosten rechnen würden. Der ADAC berücksichtigt bei der Berechnung auch Reparatur- und Wartungskosten, Versicherung und Steuer, Wertverluste und die Kosten für das Laden. Wo sich der Kipppunkt befindet, sei jedoch sehr individuell und abhängig vom Fahr- und Ladeprofil. Nachholbedarf sieht Schulze aber vor allem bei der Transparenz und der Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten.

Elektromobilität dürfe jedenfalls kein Privileg für wenige bleiben. Es sollte aber auch jenen, die noch länger auf den Verbrenner angewiesen sind, ein klimafreundlicher Betrieb ihrer Fahrzeug ermöglicht werden – beispielsweise mit alternativen Kraftstoffen. Bezahlbare, klimafreundliche Mobilität müsse für alle verfügbar sein, so Schulze.

Quelle: welt.de – Wir brauchen mehr deutsche E-Kleinwagen

Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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8 Comments
Robert
Robert
3 Jahre zuvor

es müssen endlich bezahlbare mittelklasse E-Autos für ca. 20.000-25.000 auf den Markt kommen, aber wenn unsere Autobauer so weitermachen wird es für China ein Kinderspiel sein den Deutschen/europäischen Automarkt zu übernehmen. und unsere Hersteller werden zu nischenhersteller für die oberen 10.000 werden was natürlich zur Massenarbeitslosigkeit führen wird.

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panib
panib
3 Jahre zuvor

„LAUT SCHULZE wird es für einen großen Teil der Bevölkerung aktuell gerade schwieriger als leichter gemacht, auf emissionsfreie Mobilität umzusteigen“. Es braucht keinen ADAC Chef, um das festzustellen. Die Autobauer haben nichts mit der Umwelt am Hut und ihr öffentliches Gerede ist an Unehrlichkeit nicht mehr zu überbieten. Es geht ihnen nur ums Geld. Das beweisen sie auch mit immer mehr PS Monstern, die sie nachschieben- s.a. Porsche mit der angedachten Taycan 1000 PS Version. Und die Politik schießt sich selbst ins Bein, indem sie die Unweltprämie abbaut. Ich fasse es nicht. Ich denke, dass wir davon ausgehen können, dass in relativ kurzer Zeit neue Akkus auf den Markt kommen werden, die bezahlbar sind. Damit werden sich die E-Auto Preise auch den Preisen unserer Verbrenner annähern und DANN könnte man auch die Unweltprämie abschaffen. Jetzt werden E-Autos zunehmend weniger bezahlbar. Bestes Beispiel: Renault wird seinen Renner Zoe nicht mehr bauen. Damit ließe sich kein Geld mehr verdienen…

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Rudi
Rudi
3 Jahre zuvor

Wie hieß es: „Wer zu spät kommt….“

Das ist die typische Arroganz der deutschen Autoindustrie!
Was daraus folgt, haben wir mit Russland gesehen – und mit weiter so, werden wir wieder auf die Schnauze fallen.
zuerst hat man mit allen – auch kriminellen Methoden die Elektrifizierung behindert und verzögert – und dann hat man mit so teuren E-Autos – in allem Glanz und Arroganz – gezeigt, was wir so drauf haben.

Die Polik reagiert nur – typisch korrupt – mit entsprechenden Parteispenden – also kam auch wenig in Richtung Infrastruktur.
Dann kamen hohe Zuschüsse, die nur unserer unserer Autoindustrie halfen ihre teuren PS-E-Protzkisten auf die Straße zu bringen.
Zuschüsse sollten nur noch für ordentliche E-Autos für den Massenmarkt >20.000 € bezahlt werden.

Die teuren E-Autos kaufen sich die potenten Firmen ohnehin als Dienstwagen und schreiben die auf unsere Kosten ab – während die Steuern oft in anderen Ländern „optimiert“ bezahlt werden – wenn überhaupt?

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Michael Dierolf
Michael Dierolf
3 Jahre zuvor

Es war nie und ist nicht das Ziel : individuelle e Mobilität für alle . Die Masse darf elektrisch fahren , mit Maske , Bus oder Bahn .

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matthias.geiger@t-online.de
matthias.geiger@t-online.de
3 Jahre zuvor

Wir entfernen uns insbesondere bei den deutschen Herstellern immer weiter vom „Volkswagen“.
Bei E-Autopreisen jenseits von 45.000 Euro und realistischen Winterreichweiten von 200 – 250 km
stellen diese Fahrzeuge keine Alternative zum Verbrenner dar. Dann kommen noch Preise von 50-70 cent/kWh dazu, sodass für „Laternenparker (ohne eigene PV-Anlage)“ die Rechnung überhaupt nicht mehr aufgeht. Naja zumindest eine Partei möchte wahrscheinlich nur noch Luxusautos auf deutschen Autobahnen mit 250 km/h. Es stellt sich die Frage, warum dafür noch alle Steuerzahler
bezahlen sollen ? Eine geänderte Förderpolitik mit den Kriterien max. 30.000 Euro, min. 400 km Reichweite, AC min. 11 kW und DC min 80 kW könnte das schnell ändern.

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Otto Gilnhammer
Otto Gilnhammer
3 Jahre zuvor

Wenn die Politik hier nicht regulativ eingreift, läuft die Umsetzung der E-Mobilität gewaltig aus dem Ruder. Die Automobilindustrie müsste regulativ oder durch klare Vorgaben gezwungen werden, vor allem Klein- und Mittelklasseautos auf den Markt zu bringen. Dur dann wird die E-Mobilität ein durchschlagender Erfolg.

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