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Öffentliche Ladesäulen müssen ab 2023 Kreditkartenterminal haben

DirkbyDirk
12. März 2022
Lesedauer: 3 Minuten
DirkbyDirk
12. März 2022
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1499395154

Home Elektroauto News 2021

Das Bundeskabinett hat die Novellierung der Ladesäulenverordnung auf den Weg gebracht. Das spontane Laden an öffentlichen Ladepunkten soll einfacher werden. Es wird eine Pflicht für den Einbau von Kreditkartenterminals vorgeschrieben. „Damit die E-Mobilität sich auf breiter Front durchsetzt, müssen wir nicht nur die Autos fördern, sondern auch das Laden und Bezahlen einfach und unkompliziert gestalten„, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Nach Kritik der Auto- und Energie-Verbände an der Vorschrift wird auf eine Nachrüstpflicht verzichtet. Die Regelung zum einheitlichen Bezahlsystem gilt für alle Ladesäulen, die ab dem 1. Juli 2023 erstmalig in Betrieb genommen werden. Derzeit müssen E-Auto-Fahrer eine Ladekarte mit RFID-Chip oder eine Smartphone-App zur Aktivierung und Abrechnung von Ladevorgängen bei sich haben. Alternativ gibt es noch QR-Codes, die auf Bezahlseiten führen, was allerdings wieder ein Smartphone voraussetzt. „Künftig kann an öffentlich zugänglichen Ladesäulen einfach und schnell mit gängiger Kredit- und Debitkarte bezahlt werden. So kann jeder jederzeit an diesen Ladesäulen Strom laden und bezahlen – auch Kunden, die kein Smartphone besitzen. Zugleich wird so das grenzüberschreitende Laden und Bezahlen an Ladesäulen ermöglicht, denn die Kreditkarte ist überall einsetzbar“, so Altmaier in der Mitteilung seines Ministeriums.

Terminal-Pflicht verlangsamt Ausbau der Ladeinfrastruktur

„Das Bundeskabinett hat mit seinem heutigen Beschluss den Hochlauf der Elektromobilität künstlich erschwert. Statt Hindernisse aus dem Weg zu räumen, wurde mit der Pflicht zum Einbau von Kartenlesegeräten ein zusätzlicher Bremsklotz geschaffen„, kritisiert Kerstin Andreae. Sie ist Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Verbraucher verlören damit dreifach: Der Ausbau hakt, spontanes ad hoc Laden wird teurer und die heute digitale sichergestellte Preistransparenz geht mit den Kartenlesegeräten verloren. Die entsprechenden Modelle können nicht direkt verbaut werden, sondern müssen erst eichrechtlich geprüft und zugelassen werden.

Dieser Prozess wird dauern, das verlangsamt natürlich das Ausbautempo. Zudem sind analoge Kartenlesegeräte bei der Einführung und dem weiteren Betrieb deutlich kostenintensiver als digitale Lösungen – diese zusätzlichen Kosten verteuern unnötig das öffentliche Laden. Zudem zeigt die Erfahrung, dass derartige Lesegeräte stark von Vandalismus betroffen sind. Ladesäulen, insbesondere entlang der Autobahnen, stehen häufig an Stellen, mit wenig Publikumsverkehr und schlechter Beleuchtung. Da ist der Kartenschlitz schnell mit Kaugummi oder anderen Gegenständen verstopft. Für den nächsten Kunden ist das frustrierend, für den Säulenbetreiber teuer.

Insgesamt reagieren die Betreiber von Ladepunkten inzwischen sensibel auf Forderungen zu Nachrüstungen. Noch ist Aufbau und Betrieb von öffentlichen Ladesäulen ein Zuschussgeschäft. Die Verpflichtung zu eichrechtskonformen Stromzählern, eine Hardware-Erweiterung für den Ladestandard Plug & Charge und jetzt die Kreditkartenterminals erhöhen die Investitionskosten. Daher wollen die Betreiber Veränderungen an bestehenden Ladepunkten nach Möglichkeit vermeiden.

Digitales Bezahlen bevorzugen

Darum plädiert der Branchenverband BDEW für rein digitale Bezahlsysteme. Ein Beispiel ist der bereits erwähnte QR-Code. Der Kunde scannt für das spontane Laden den Code, sieht im Mobiltelefon den Preis pro kWh, kann sich als Gast registrieren, entscheidet sich für seine präferierte Bezahlmethode via Kreditkarte oder Debitkarte und bekommt am Ende die Rechnung per E-Mail geschickt. „Das ist die verbraucherfreundliche Lösung, die wir brauchen“, so Andreae. Aus Erfahrung der Auto- und Energiebranche nutzen bereits heute über 90 Prozent der Kunden Vertragsangebote oder Lade-Apps bzw. Karten mit hinterlegten Zahlungsmitteln. Die wenigsten Kunden zahlen an der Ladesäule spontan. Somit würden nur wenige Nutzer von der Einbaupflicht der Teminals profitieren.

Quelle: BDEW: Einbau-Verpflichtung für Kartenlesegeräte bremst Hochlauf der Elektromobilität aus

Dirk

Dirk

Dirk Kunde beschäftigt sich mit dem Wandel der Mobilitäts- und Energiebranche. Neben neuer Antriebstechnik und Vernetzung im Fahrzeug, bringt die Verknüpfung mit dem Energiesektor große Umbrüche. Bei seinen Praxistests hat der Diplom-Volkswirt stets ein Auge auf die wirtschaftlichen Aspekte. Ein Lächeln ins Gesicht zaubert dem technikverliebten Journalisten jede vernetzte Anwendung im Auto oder als App, die Mobilität komfortabler macht.

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19 Comments
Peter Bigge von Berlin
Peter Bigge von Berlin
5 Jahre zuvor

Einfacher und besser wäre eine Plug und Play Lösung à la Tesla.
In der neuen automobilen Welt benötigen wir sowieso mehr Digitalisierung. Und eventuell eine gute Datenschutzlösung, welche uns die Vorzüge der digitalen Welt genießen lassen kann, ohne ständig auf „Bestätigen“ drücken zu müssen.

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Heiko
Heiko
5 Jahre zuvor

Ich hätte gern einen Dioden Anschluss für meine datasette. Vor 2035 werde ich wohl kein Smartphone haben. :D

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Skodafahrer
Skodafahrer
5 Jahre zuvor

Geht es hier um den Erhalt des Geschäftsmodells klassischer Banken und Sparkassen?
Besser wäre, ein in die Bank- oder Sparkassenkarte integrierter Chip, um die Ladesäule auch mit einer solchen Karte ohne zusätzlichen Hardwareaufwand für den Ladesäulenbetreiber nutzen zu können.

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Djebasch
Djebasch
5 Jahre zuvor

Wurde auch Zeit dass wir endlich vernünftige Zahlmöglichkeiten bekommen und dieser Schwachsinn mit Unmengen an Tarifen und Anbietern ein Ende findet.

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ION Werner
ION Werner
5 Jahre zuvor

Eichrechtskonform Stromladen, sicher wichtig, aber mich interessiert ebensosehr, zu welchem Preis dies geschieht, unabhängig von der Art der Bezahlung. Aber diese Erkenntnis ist anscheinend nicht angekommen zu sein. Mit überhöhten Preisvorstellungen einzelner Akteure (z.B. IONITY) wird man das hochlaufen der E-Mobilität bremsen und dauerhaft schädigen. Hier bedarf es an staatlichen Vorgaben solange der freie Markt „Wild West“ spielt !

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Alex S.
Alex S.
5 Jahre zuvor

Die Mobilitätswende-Verhinderer „z.B. VDA“ haben hier einen neuen schuldigen gefunden.
Die letzten Jahre hat das mit den Ladestationen auf kommunaler Ebene funktioniert.
Jetzt haben die gierigen Vorstandsbosse und Aktionäre Lunte gerochen, wie man diese Vorgänge teurer machen kann.
Dann verdienen an den öffentlich mit deutschen Steuergeldern geförderten Ladesäulen die machbesessenen und gieregen Personen, die auch der Politk sagen wo es langgeht:
Her mit den deutschen Steuergeldern, der Markt braucht Profite.
Auch damit werden wahrscheinlich auch noch die höchsten Nebeneinkommen im Bundestag gefördert.
CSU und CDU haben nämlich die höchsten Nebeneinkommen aller Parteien:
130.000€ Nebenverdienst im Jahr, um Schaden von der Industrie, also den Vorstandsbossen und Aktionären abzuwenden.
Die Regierung ist doch dazu da Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, oder?
Die Politiker schaden nicht nur unserer und der Nachkommen Gesundheit, sie lassen auch das Leben auf diesem Planeten nicht mehr zu.
Zum Glück lade ich jeden Abend an meiner Haushalt-Steckdose (20A) mit Personenschutz. Das hält die Batterie ein Leben lang fit.
Finger weg im Privat-Bereich von Schnallladern über 11Kw.
Lesen sie über das Lade-Verhalten der Li-Ion Batterie in einem unabhängigen Forum, damit sie wissen, warum.

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bergfex
bergfex
5 Jahre zuvor

Wer eine Maingau-Ladekarte hat, kann schon längst mit Kreditkarte an der Ladesäule zahlen, wenn er diese Option hat aktivieren lassen. Ich sehe keine Neuerung ab Juli 2023. Vor allem sehe ich keine Preistransparenz, denn die gibt es praktisch nicht. Wie der Verband drauf kommt, dass die Transparenz verloren gehen soll, ist mir ein Rätsel.

Zuletzt bearbeitet am 5 Jahre zuvor von bergfex
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Niko
Niko
5 Jahre zuvor

Das ist 2021 so sinnlos wie ein Gesetz zum aufstellen von Telefonzellen :-(

durch dieses Gesetz verliert nun wirklich jeder

ad-hoc Laden mit EC wird teuer sein.

wenn dann der Gesetzgeber auch noch den Preis reguliert, dann wird es deutlich weniger Anbieter und Ladenmöglichkeiten geben – insb. im AC Bereich

Welcher Laternen Parker kauft sich ein eAuto, wenn er nicht in der Nähe laden kann?

Zuletzt bearbeitet am 5 Jahre zuvor von Niko
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