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Dudenhöffer: „Sind bei der Zellproduktion sehr im Nachteil“

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
8. März 2023
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
8. März 2023
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): canadianPhotographer56 / Shutterstock / 1486199459

Home Elektroauto News 2023

Den Entschluss von Tesla, entgegen der ursprünglichen Planung in der Gigafactory Berlin vorerst keine Zellfertigung für E-Auto-Akkus aufzubauen, betrachtet Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer als Warnschuss an die Politik. „Die Entscheidung von Tesla sollte man in Berlin sehr ernst nehmen“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler der Nachrichtenagentur DPA.

Teslas Entschluss, die Zellfertigung in den USA zu bündeln, hänge auch mit den Steuererleichterungen des Inflation Reduction Acts (IRA) von US-Präsident Joe Biden zusammen, wie der Autohersteller auf eine Anfrage der Süddeutschen Zeitung (SZ) bestätigte: „Der Fokus der Zellfertigung liegt auf den Fertigungsstätten in den USA“, teilte Tesla der SZ mit. Tesla ließ allerdings offen, ob und wann doch noch Batteriezellen auch in Deutschland gefertigt werden.

Dudenhöffer befürchtet nun der DPA zufolge weitere Risiken für Investitionen in die Batteriefertigung in Deutschland. „Wir glauben, dass der Hochlauf der Elektromobilität gestört wird – auch deshalb, weil man die Subventionen in Deutschland gekürzt hat“, so der Direktor des CAR – Center Automotive Research in Duisburg. Er sieht einen Teufelskreis auf die Branche zukommen, der die E-Mobilität ausbremsen könnte: „Damit werden Verbrenner wieder preisgünstiger für die Kunden. Damit braucht man weniger Batterien in Europa“. Auch die hohen Strompreise in Deutschland, zuletzt befeuert infolge des Krieges in der Ukraine, behindern seiner Meinung nach den Aufbau einer inländischen Zellproduktion. „Damit sind wir gerade bei der Zellproduktion sehr im Nachteil“, formuliert es der Autoexperte.

Dies und das Inflationsbekämpfungsgesetz der USA könnten nun dazu führen, dass auch die deutschen Autobauer versuchen, Batterien in den USA zu fertigen. Mit finanziellen Folgen für heimische Industrie, so Dudenhöffer: „Wenn in Europa die Produktionskapazitäten nicht oder später aufgebaut werden, läuft man in der Regel bei den Kostenvorteilen durch Größe hinterher.“

Quelle: DPA – Mehr als 10.000 Mitarbeiter bei Tesla in Grünheide / Süddeutsche Zeitung – Batterien in Brandenburg? Machen wir später

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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5 Comments
Robert
Robert
3 Jahre zuvor

Herr Dudenhöfer hat die Deutsche Bürokratie vergessen das ist das Hemmnis Nummer 1 und dan gommt gaaaaaaaaaannnnnnnnnnnnnnz lange nichts und dann erst die anderen Gründe

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Die Politik hat jahrzehntelang die Energiewende behindert und hat wenig dazu gelernt, denn sie ist wieder dabei die Energiewende für die nächsten Jahrzehnte im Interesse der Lobbyisten zu behindern.

E-Fuels sollen aus meist nichtdemokratischen Ländern in großem Stil importiert und in Verbrennern mit großen Verlusten verfeuert werden, damit BMW und wohl auch andere Autohersteller noch lange große SUV-Verbrenner für die betuchte Klientel verkaufen können, siehe

BMW entwickelt wohl neue Verbrenner-Plattform

BMW plant offenbar noch lange mit Verbrennungsmotoren. Die SUV der X-Reihe sollen laut einem Medienbericht bis weit ins kommende Jahrzehnt auch mit Benzin- und Dieselmotoren gebaut werden, wofür noch eine neue Plattform entwickelt wird. Aber auch die Konkurrenz hält sich wohl noch eine Option offen.

(Quelle: electrive.net – 08.03.2023)

Eine unheilige Allianz aus Politik und großen Verbrennerherstellern will das alte Geschäftsmodell möglichst lange in die Zukunft ausdehnen und die Abhängigkeiten von nichtdemokratischen Ländern nimmt man in Kauf, denn Gewinne gehen vor und die misserable Effizienz von E-Fuels spielt dabei keine Rolle.

Vielleicht sollte man sich den Protesten der „letzten Generation“ anschliessen, auch wenn man schon älter und nicht mit deren Protestformen einverstanden ist, aber Politik und Lobbyisten nehmen die Bürger und ihre Wünsche nach einer Energiewende nicht ernst, wenn nur die Jungen radikal protestieren.

Wer hätte gedacht, dass sich die Eliten aus Politik und Wirtschaft gegen die eigenen Bürger wenden, nicht nur bei der Energiewende, sondern auch bei den Löhnen von Mitarbeitern in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kitas, Schulen und Behörden sowie beim Systen der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Der Ukraine-Krieg hat neben vielen Toten und viel Zerstörung viele Milliarden gekostet, auch bei uns, und die Politiker hätte eigentlich aufwachen müssen, aber ausser ein paar Waffen für die Ukraine und einige Sanktionen gegen Russland läuft alles wie gehabt – Wirtschaft geht vor Klimaschutz, nichts dazu gelernt.

Die FTP will weiterhin Verbrenner für ihre betuchte Klientel und die großen Hersteller kommen dem gerne nach, auch auf Kosten neuer Abhängigkeiten und Erpressbarkeit von nichtdemokratischen Ländern, die auf Dauer zu hohen Preisen für die Bürger im Haushalt und im Verkehr führen – alles wie gehabt.

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